Baden verboten: Neuseeland hat ein massives Kuh-Problem

Baden verboten: Neuseeland hat ein Kuh-Problem

Immer mehr Badeseen und Flüsse in Neuseeland werden mit Warnschildern versehen. Der Grund: Verunreinigtes Wasser durch die wachsenden Kuh-Herden. Der reisereporter weiß, wo du noch baden kannst.

Baden verboten: Solche Warnschilder finden sich inzwischen an etlichen Flüssen und Seen in Neuseeland.
Baden verboten: Solche Warnschilder finden sich inzwischen an etlichen Flüssen und Seen in Neuseeland.

Foto: facebook.com/WECA.Inc

„Warnung. Dieses Wasser ist kontaminiert.“ Solche Warnhinweise finden sich seit Monaten immer häufiger an den Seen und Flüssen in Neuseeland. Das Land, das eigentlich ein so grünes, naturnahes Image hat, kämpft mit der Wasserverschmutzung. Schuld daran: die riesigen Kuh-Herden!

Badeseen und Flüsse in Neuseeland gesperrt

Wenn du auf deinem Trip durch Neuseeland in das klare Wasser springen möchtest, solltest du vorher auf Warnschilder am Ufer von Flüssen und Seen achten, denn immer mehr Gewässer sind wegen Gesundheitsrisiken gesperrt.

Die neuseeländische Regierung hat dazu eine Karte veröffentlicht, die dir genau zeigt, wo das Baden unbedenklich ist und wo du deine Badehose besser im Rucksack lassen solltest:

Die Übersicht zeigt: Etliche Flüsse in Neuseeland sind verunreinigt.
Die Übersicht zeigt: Etliche Flüsse in Neuseeland sind verunreinigt. Foto: mfe.govt.nz (Screenshot)

Sie wurde zuletzt Ende 2017 aktualisiert. Besonders stark betroffen waren zu dem Zeitpunkt die Regionen im Süden der Südinsel und der Norden der Nordinsel. Generell zeigt die Nordinsel viele rote Stellen auf der Karte, die für besonders schlechte Wasserqualität stehen. Rund um Christchurch gibt es ebenfalls nur noch wenige Flüsse, die unbedenklichen Badespaß garantieren.


Rund um Christchurch gibt es kaum noch saubere Badegewässer.
Rund um Christchurch gibt es kaum noch saubere Badegewässer. Foto: mfe.govt.nz (Screenshot)

Neuseeland: Kühe verunreinigen das Wasser

Laut neuseeländischen Forschern der „Environmental Health Indicators New Zealand“-Gruppe leben mittlerweile 6,6 Millionen Milchkühe in dem Land – das sind fast zwei Millionen mehr Kühe als Einwohner.

Das Geschäft mit der Milch bringt den Bauern aber nicht nur wirtschaftlichen Aufschwung, sondern sorgt für wachsende Umweltprobleme in Neuseeland. Denn: Jede Kuh scheidet täglich bis zu 50 Kilo Urin und Kot aus – und genau darin liegt das Problem. Der Urin sickere in den Boden ein, wo er sich mit dem Grundwasser vermische und für eine hohe Nitratbelastung sorge, berichtete der „Economist“ zuletzt.

Dadurch werde des Wachstum einer giftigen Alge angeregt, die sich in etlichen Gewässern des Landes verbreitet. Auch der Kot der Kühe stellt eine Gefahr dar, weil sich in ihm gesundheitsgefährdende Bakterien befinden können.

Kühe gibt es in Neuseeland überall.
Kühe gibt es in Neuseeland überall. Foto: imago/All Canada Photos

Die Regierung Neuseelands hat sich nun selbst ein Ziel gesteckt: Bis 2040 sollen 90 Prozent der großen Flüsse und Seen wieder „beschwimmbar“ seien. Schließlich sei das Baden in den natürlichen Gewässern des Landes ein Bestandteil des neuseeländischen Lebensgefühls.

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