Was den Deutschen der Ballermann, ist den Briten Magaluf. Das ist ein kleiner Ort im Südwesten von Mallorca. In der Sommersaison fallen Horden junger Partypeople in den Ort in der Bucht von Palma ein. Viele benehmen sich völlig daneben, betrunken pöbeln sie, prügeln sich und pinkeln an Hauswände. Der Verwaltung der Gemeinde Calvià reicht es nun endgültig. 

Sie hat einen Katalog veröffentlicht, in dem die Bußgelder für Fehltritte festgeschrieben sind. Und die werden jetzt richtig teuer, bis zu fünfmal so hoch wie bisher fallen die Strafen aus. Ein paar Auszüge:

Wer sich betrunken danebenbenimmt, muss 500 Euro zahlen

Wer sich in der Öffentlichkeit danebenbenimmt, muss mit einer Strafe von 400 Euro rechnen. Und wird dabei zusätzlich noch Alkohol getrunken, müssen sogar 500 Euro gezahlt werden – bislang kosten Alkoholexzesse „nur“ 200 Euro. 

Trinken in der Öffentlichkeit ist nun strikt verboten. Selbst wenn Touristen nur mit einem alkoholischen Drink in der Hand erwischt werden, müssen sie 200 Euro zahlten.

Und Urlauber müssen sich künftig vollständig bekleiden. Nackter Oberkörper? Kostet 400 Euro. Und wer beim öffentlichen Pinkeln erwischt wird, ist ebenfalls 400 Euro los. Bisher waren es 100 Euro.

Magaluf und S’Arenal wollen keine Sauftouristen mehr

Magaluf kämpft wie S’Arenal, das in der Bucht von Palma gegenüber liegt, gegen den Massentourismus. Auch dort wurden bereits Strafen fürs Trinken in der Öffentlichkeit eingeführt, um gegen Sauftouristen vorzugehen. Beide Städte wollen den Imagewechel. Magaluf will auch mit teuren und schicken Hotels neue Touristen, auch mehr Familien, in den Ort locken, während die junge Partyszene durch die schärferen Bußgelder abgeschreckt werden soll.

Neu ist die Idee mit den Strafzahlungen aber nicht. Bereits im Jahr 2015 setzte die Gemeinde den ersten Strafkatalog auf. Gebracht hat es bisher wenig, auch, weil bislang kaum Strafen auch tatsächlich verhängt wurden.