Hamburg ist eines der bizarrsten Reiseziele der Welt

Hamburg ist eins der bizarrsten Reiseziele der Welt

Gruselige Geisterstädte, makabere Museen und eine Kirche in Schuhform machen die Orte im „Reader’s Digest“-Ranking zu den bizarrsten weltweit. Wie Hamburg in die Liste gelangt ist, verrät der reisereporter. 

Blick auf das Wasserschloss in Hamburg. Die Stadt ist in einem Ranking als eines der bizarrsten Reiseziele gekürt worden.
Blick auf das Wasserschloss in Hamburg. Die Stadt ist in einem Ranking als eines der bizarrsten Reiseziele gekürt worden.

Foto: pixabay.com/KarstenBergmann

Hamburg kann sich mit vielen Titeln schmücken: Es ist die „beste Partystadt der Welt“, hat die „beste Bar der Welt“ und „Deutschlands liebenswerteste Stadt“ ist es auch noch.

Aber eines der 13 bizarrsten Reiseziele der Welt? Die anderen Orte in der Liste haben unter anderem eine Knochenkirche, Geisterstädte mit Puppen als Bewohner, eine Stöckelschuh-Kirche und einen Voodoo-Fetisch-Markt zu bieten. Nun ja, und Hamburg hat…

... das Miniatur Wunderland

Ja, tatsächlich. Wegen des Miniatur Wunderlandes, findet „Reader’s Digest“, ist Hamburg eines der bizarrsten Reiseziele der Welt. Das Miniatur Wunderland ist die größte Modelleisenbahnanlage der Welt.

Was genau das Medienunternehmen an Deutschlands beliebtester Touristenattraktion so skurril oder wunderlich findet, bleibt offen. Vielleicht hatten die Redakteure das Klischee eines Modelleisenbahnfans im Kopf, der ja durchaus etwas bizarr wirken kann, wenn er zu Hause auf dem Dachboden mit Schaffnermütze auf dem Kopf und der Trillerpfeife im Mund die Züge rangiert.

Das Miniatur Wunderland ist aber weitaus mehr: Auf der knapp 1.500 Quadratmeter großen Anlage fahren Tausende Züge, Autos, Schiffe und Flugzeuge. 15.400 Meter Gleise wurden bisher verlegt, 4.340 Häuser gebaut und 130.000 Bäume „gepflanzt“. Beleuchtet wird die Szenerie von 389.000 LEDs. Zudem wurden beliebte Reiseziele aus der ganzen Welt nachgebaut – darunter die USA, Österreich und Italien.

Die anderen zwölf bizarren Orte wollen wir dir nicht vorenthalten:

Das Haarmuseum in der Türkei

Mehr als eine Million Haarsträhnen sind in einem der wohl speziellsten Museen der Welt ausgestellt – sie hängen von der Decke und von den Wänden einer Felsenhöhle in Kappadokien.

Der türkische Töpfer Galip Körükcü hat ein echtes Faible für Haare. 1979 habe er von einer Freundin eine Strähne bekommen. Es kamen immer mehr hinzu, so viele, dass er beschloss, sie im Raum unter seinem Töpfereiverkauf auszustellen. Heute kommen Frauen und Männer aus der ganzen Welt und geben Haare ab.

Körükcü ist so dankbar dafür, dass er einmal im Jahr etwas zurückgibt und einem ausgelosten Haarsträhnenspender eine Reise nach Kappadokien schenkt.

Töpfer Galip Körükcue hat ein echtes Faible für Haare, er steht in seinem Haarmuseum in Kappadokien.
Töpfer Galip Körükcü hat ein echtes Faible für Haare. Foto: imago/Jochen Tack

Die Puppenstadt in Japan

Was könnte eine verlassene Stadt noch gruseliger machen? Puppen. Lebensgroße Puppen. Sie angeln am Fluss, warten im Bushäuschen auf den Shuttle, sitzen in Klassenzimmern. Sie sind überall dort, wo echte Menschen auch wären.

Nagoro, ein Dorf in den Bergen im Süden Japans, war einst ein lebhaftes Örtchen mit mehreren Hundert Familien. Heute leben dort nur noch 30 Menschen. Und mehr als 350 Puppen. Angefertigt hat sie die Künstlerin Tsukimi Ayano, die nach Nagoro zurückkehrte, um ihren Vater zu pflegen. Um Erinnerungen zurückzubringen, erschuf sie die Puppen: eine für jeden Nachbarn, der starb oder wegzog.

Das Dorf steht symbolisch für ein Problem in Japan: Landflucht und eine stetig sinkende Bevölkerungszahl. Mehr als 10.000 Dörfer sind bereits entvölkert.

Kolmannskuppe in Namibia

Hier holt sich die Wüste zurück, was die Menschen ihr abgerungen hatten: Kolmanskuppe enstand Anfang des 20. Jahrhunderts während des Diamantenbooms in Namibia, heute ist sie eine Geisterstadt, die immer mehr im Sand versinkt.

Der Name des Ortes ist angelehnt an den Händler Johnny Coleman, der während der Kolonialzeit Namibias (damals Deutsch-Südwestafrika) mit seinem Ochsenkarren Waren zwischen Lüderitz und Keetmanshop transportierte.1905 wurde er offenbar von einem Sandsturm überrascht. Er wurde gerettet, das Gespann musste er zurücklassen.

Drei Jahre später fanden zwei Eisenbahnmitarbeiter in der Region den ersten Diamanten. Durch den dadurch ausgelösten Boom entstand eine luxuriöse Bergbaustadt mit etwa 400 Einwohnern – und das in einer lebensfeindlichen Umgebung. Kein Wasser, kaum Regen, keine Erde.  

Nachdem die Diamantenvorkommen erschöpft waren, verließen die Bewohner Kolmanskuppe. Sand, heftige Sandstürme und unbarmherzige Hitze taten ein Übriges.

Früher florierende Diamantenstadt, heute Geisterstadt: Kolmanskuppe in Namibia versinkt im Sand.
Früher florierende Diamantenstadt, heute Geisterstadt: Kolmanskuppe in Namibia versinkt im Sand. Foto: imago/McPHOTO

Unterwassermuseum in Mexiko

Vor der Küste von Cancún gibt es ein ganz spezielles Kunstwerk: Knapp 500 lebensgroße Figuren in verschiedenen Posen stehen auf dem Meeresgrund. Erschaffen wurden sie vom britischen Künstler Jason de Caires Taylor. Der Unterwasser-Skulpturenpark „The Silent Evolution“ ist das größte Kunstwerk des Unterwasser-Museums Musa.

Schnorchler und Taucher erleben dort im Norden der mexikanischen Halbinsel Yucatán so einen sehr bizarren Tauchgang. Als die Skulpturen 2012 installiert wurden, waren sie noch weiß, inzwischen sind sie dungelgrau und verfallen, Muscheln und Pflanzen haben sich auf ihnen niedergelassen. So entsteht eher der Eindruck eines gruseligen Unterwasserfriedhofs.

Auf dem Kopf stehendes Haus in China

In Shanghai steht die Welt auf dem Kopf – na ja, zumindest ein Haus. Das findest du in der Altstadt von Fengjing. Seit es 2014 gebaut wurde, kommen immer mehr Touristen, um ein Bild vor dem bizarren Bauwerk zu knipsen. 

Übrigens, das „Upside Down House“ in China ist bei Weitem nicht das einzige auf der Welt. Es gibt insgesamt mindestens 20, zum Beispiel in Florida („Wonderworks“ in Orlando), in Polen („The Education and Region Promotion Centre“ in Symbark) und sogar eines auf Usedom („Die Welt steht kopf“ in Trassenheide).

Das auf dem Kopf stehende Haus in China wurde im Jahr 2014 gebaut.
Das auf dem Kopf stehende Haus in China wurde im Jahr 2014 gebaut. Foto: imago/Xinhua

„Underground Theme Park“ in Rumänien

Völlig bizarr: Dieser Freizeitpark liegt bis zu 120 Meter unter der Erde! Ein Riesenrad, ein Amphitheater, Karussells und eine Bowlingbahn wurden in das ehemalige Salzbergwerk Tundra in Rumänien gebaut. Die Besucher fahren erst mit einem Lift unter die Erde und fahren dann in Booten auf einem unterirdischen See zu den Attraktionen.

Der „Underground Theme Park“ wurde in einer alten Salzmine in Rumänien gebaut.
Der „Underground Theme Park“ wurde in einer alten Salzmine in Rumänien gebaut. Foto: imago/Cronos

Der Spotted Lake in Kanada

Auf einem See in British Columbia tauchen immer wieder merkwürdige Flecken auf. Sie sind unterschiedlich groß und mal weiß, mal grün, mal blau, mal gelb. Könnte das etwa das Werk von Außerirdischen sein, die uns eine Botschaft schicken wollen? Sorry, Alienfans.

Das sieht zwar bizarr aus, ist aber ganz einfach erklärt: Der See enthält eine Vielzahl von Mineralien – darunter Kalzium, Magnesium- und Natriumsulfat. Wenn es im Sommer heiß wird, verdampft ein großer Teil des Wassers. Dadurch steigt die Konzentration der Mineralien und sie werden in Form von Pools sichtbar. Für „Reader’s Digest“ aber Grund genug, den Ort zu einem der bizarrsten Reiseziele der Welt zu ernennen.

Sie sehen spooky aus, sind aber einfach erklärt: Die Flecken auf dem Spotted Lake in British Columbia.
Sie sehen spooky aus, sind aber einfach erklärt: Die Flecken auf dem Spotted Lake in British Columbia. Foto: imago/All Canada Photos

Voodoo-Fetisch-Markt in Togo

Achtung, es wird unappetittlich. In dem westafrikanischen Land Togo gibt es den größten Voodoo-Fetisch-Markt der Welt. Auf den Verkaufstischen des „Akodessewa Market“ liegen Krokodilköpfe, Elefantenfüße, Affenpfoten, Leopardenköpfe und Pferdeschädel – begehrte Zutaten für traditionelle Heiler. Die Körperteile sollen alles heilen – von Krankheiten bis zu Beziehungsproblemen.

Auf dem Akodessewa-Fetisch-Markt in Togo werden auch Voodoo-Zeremonien durchgeführt.
Auf dem Akodessewa-Fetisch-Markt in Togo werden auch Voodoo-Zeremonien durchgeführt. Foto: imago/UIG

Die Stöckelschuh-Kirche in Taiwan

Sie sieht aus wie der gläserne Schuh, den Aschenputtel auf dem Ball verloren hat: die Stöckelschuh-Kirche im Westen des Landkreises Chiayi in Taiwan. Die knapp 18 Meter hohe Touristenattraktion wurde zum chinesischen Neujahr im Jahr 2016 eröffnet. Der Bau besteht bis auf den Stöckel aus transparentem blauen Glas und trägt den Namen Kirche nur auf dem Papier. Denn eine religiöse Funktion erfüllt er nicht, berichtet „Focus Taiwan“.

Dieses bizarre Bauwerk hat einen traurigen Hintergrund. Es ist der Einheimischen Wang gewidmet, der kurz vor ihrer Hochzeit in den 60er-Jahren aufgrund einer Infektion beide Beine amputiert werden mussten. Die Hochzeit wurde daraufhin abgesagt, Wang blieb ihr Leben lang unverheiratet und widmete ihre Kraft der Kirche. Die Schwarzfuß-Krankheit trat im Südwesten Taiwans aufgrund von mit Arsen verschmutzem Trinkwasser auf. 

Chuuk Lagoon in Mikronesien

Für Wracktaucher ist dieser bizarre Ort wohl ein Traum: Die Chuuk Lagoon (früher Truk Lagoon) ist ein Friedhof der Geisterschiffe. Am 17. Februar 1944 nahm die US-Marine mit der Operation „Hailstone“ Rache für Pearl Harbour. Die gesamte 4. japanische Flotte wurde zerstört, mehr als 3.000 japanische Soldaten starben.

Über Wasser verteilen sich 14 bewohnte und etwa 200 unbewohnte Inseln, umrahmt von einem riesigen Korallenatoll. Darunter liegen mehr als 60 japanische Kriegsschiffe und Panzer. Sie sind inzwischen von Korallen und Schwämmen überwuchert. 

Die Truk Lagoon im Pazifik ist ein Must-see für Wracktaucher.
Die Truk Lagoon im Pazifik ist ein Must-see für Wracktaucher. Foto: imago/Pacific Press Agency

Die Knochenkirche in Tschechien

Totenkopfgirlanden, Kelche aus Oberschenkelknochen und ein Kronleuchter aus sämtlichen Knochen des menschlichen Körpers: Die Knochenkirche in Tschechien ist ein Schauermärchen zum Anfassen.

Das Sedletz-Ossarium in der Allerheiligenkirche in Sedletz, einem Vorort der tschechischen Stadt Kutná Hora, ist dekoriert mit den Gebeinen von 40.000 Menschen. Sie zieren einen achtarmigen Kronleuchter und mehrere Kerzenständer. Die Geschichte dahinter: Die fränkisch-böhmische Fürstenfamilie Schwarzenberg kaufte das Gebäude im 19. Jahrhundert. 1870 bauftragte sie den Holzschnitzer František Rint mit der morbiden Innenausstattung. Dazu dienten die im Untergeschoss der Kirche eingelagerten Knochen.

In der Knochenkirche in Tschechien hängen die Gebeine von etwa 40.000 Menschen.
In der Knochenkirche in Tschechien hängen die Gebeine von etwa 40.000 Menschen. Foto: imago/ZUMA Press

Die Katzeninsel in Japan

Ein Katzencafé ist nichts gegen die Katzeninsel in Japan! Sie sind überall: In verlassenen Häusern, am Hafen, auf den Straßen, auf Bäumen. Eigentlich wurden sie auf die Insel Aoshima im Süden des Landes geholt, um Mäuse in Fischerbooten zu fangen.

Nun ja, die Mäuse sind inzwischen weg, die Katzen blieben und vermehrten sich. Während nur gut 20 Menschen auf der 1,5 Kilometer langen Insel wohnen, sind es mehr als 120 Katzen. Ein echtes Trendziel für Catlover.

Übrigens: So eine Katzeninsel gibt es in Japan gleich zweimal, die andere ist Tashirojima im Nordosten des Landes.

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