Horror-Unfall auf einem Inlandsflug in den USA: Auf dem Weg von New York nach Dallas explodierte plötzlich das linke Triebwerk einer Boeing 737. Die Trümmerteile schlugen rund 20 Minuten nach dem Start in den Rumpf des Flugzeuges ein und zerstörten ein Fenster. Der Druck in der Kabine sank rapide ab, Sauerstoffmasken fielen herunter.

Weil sich das Flugzeug bereits in einer Höhe von knapp 10.000 Metern befand, kam es zu einer starken Sogwirkung nach außen. Eine Frau, die Passagierberichten zufolge auf dem Platz neben dem zerborstenen Fenster saß, wurde fast aus dem Flugzeug gesogen. Der Branchendienst „Aviation Herald“ berichtete, dass Mitreisende versucht hätten, sie zurück in die Kabine zu ziehen. 

Nach einer Notlandung in Philadelphia wurde das Triebwerk von der Feuerwehr mit Schaum bedeckt. Die Frau wurde den Rettungskräften übergeben.

An Bord der Maschine waren 143 Passagiere und fünf Crewmitglieder. Behördenangaben zufolge starb bei dem Unglücksfall ein Mensch, sieben weitere wurden verletzt. Details über den Tod des Passagiers wurden zwar offiziell zunächst nicht bekannt. Mehrere Medien berichten jedoch, dass die fast aus der Kabine gesogene Passagierin ihren schweren Kopfverletzungen erlag. 

Passagiere filmten das Unglück bei Southwest Airlines

Mehrere Passagiere filmten die dramatischen Szenen an Bord, unter anderem Hector Hernandez. Er twitterte: „Ich dachte, es wären meine letzten Momente“, schreibt er. 

Ähnlich reagierte Marty Martinez. Auf Facebook postete er ein Live-Video und schrieb „Irgendetwas läuft falsch mit unserem Flieger! Es scheint so, als ob wir runtergehen. Notlandung!!“ Später twitterte er: „Ich habe Wi-Fi gekauft, als das Flugzeug runterging, weil ich die Menschen erreichen wollte, die ich liebe.“

Martinez postete nach der Landung außerdem mehrere Fotos, die das zerfetzte Triebwerk, das zerborstene Fenster und das Chaos in der Kabine zeigen. 

Ursache: Behörde findet Hinweise auf Materialermüdung

Die für Unglücksfälle im Transportwesen zuständige Ermittlungsbehörde NTSB sucht nach der Ursache für den Horror-Unfall. Ersten Erkenntnissen zufolge ist eine der großen Turbinenschaufeln am Lufteinlass des Triebwerkes abgebrochen, es seien Hinweise auf Materialermüdung gefunden worden.

Offensichtlich sei eine der Turbinenschaufeln aus Titan an ihrer Wurzel auf der Triebwerkswelle herausgebrochen, das habe eine Kettenreaktion ausgelöst. Die Maschine sei erst am vergangenen Sonntag inspiziert worden, so Southwest-Airlines-Chef Gary Kelly.

Die Fluggesellschaft schrieb in einer Stellungnahme: „Wir sind zutiefst betrübt zu bestätigen, dass bei diesem Unfall jemand gestorben ist. Die gesamte Southwest-Airlines-Familie ist am Boden zerstört und spricht den Kunden, Mitarbeitern, Familienmitgliedern und Angehörigen, die von diesem tragischen Ereignis betroffen sind, ihr tiefstes Mitgefühl aus. Wir haben unser Notfallteam aktiviert und stellen alle Ressourcen bereit, um die von dieser Tragödie Betroffenen zu unterstützen.“ 

Nicht das erste Triebwerksproblem bei Southwest Airlines

Es ist nicht der erste Unfall dieser Art bei Southwest Airlines. Am 27. August 2016 gab es auf Flug WN3472 von New Orleans nach Orlando eine Triebwerksexplosion, Trümmerteile rissen Löcher in den Rumpf, es kam zum Druckverlust.

Der Vorfall wurde wie der aktuelle in der höchsten Stufe „Uncontained Failure“ eingestuft. Damals wurde allerdings kein Passagier verletzt.