Die Ritterburg des König Ludwigs II

Der Bau des Schlosses, das von König Ludwig II ursprünglich „Neue Burg Hohenschwangau“ genannt wurde, begann im Jahr 1869. Seit 1886 trägt das Schloss den Namen „Neuschwanstein“, unter dem es weltweit bekannt ist. Dieser Name spiegelt das Symbol des Schwans wider, welches eine Hommage an den Komponisten Richard Wagner darstellt und sich fortlaufend in der Schlossausstattung wiederfindet. Selbst am Waschtisch kannst du zum Beispiel einen Wasserspender in Schwanenform entdecken.

König Ludwig II ließ das Schloss Neuschwanstein nach dem Stil alter Ritterburgen erbauen. Ihm schwebte hierbei eine ideale Vollendung in Stil und Form mit einem Hauch Romantik, Gotik und Moderne vor. Die Anforderungen und Wünsche an das Schloss Neuschwanstein waren demnach hoch – und der König selbst von wankelmütiger Natur. So wurden die Baupläne fortlaufend geändert und modifiziert und schließlich doch wieder über Bord geworfen. Vollendet wurde das Schloss Neuschwanstein schließlich erst nach dem Tod von König Ludwig II im Jahre 1892.

Besonderheiten des Märchenschlosses

Einzigartig in seiner romantisch-idealistischen Architektur ragt das Schloss Neuschwanstein auf einem 200 Meter hohen Felsen im wunderschönen Allgäu empor. Im südlichen Bayern gelegenen Schwangau erbaut, verzaubert es nicht nur mit seinem magischen Anblick, sondern auch mit umwerfenden Ausblicken auf die faszinierenden Berge, Schluchten und Seen der umliegenden Gegend.

Das Schloss Neuschwanstein gilt als Wahrzeichen Deutschlands und wird zudem von vielen Bewunderern als das achte Weltwunder bezeichnet. Jährlich kommen wahre Touristenscharen nach Schwangau, nur um einmal einen Blick auf und in das imposante Bauwerk werfen zu können.

ey ließ sich vom Schloss Neuschwanstein in Bayern inspirieren.
Sogar Walt Disney ließ sich vom Schloss Neuschwanstein in Bayern inspirieren. Foto: unsplash.com/Mathias Konrath

Viele Türme, Balkone, Skulpturen und Giebeln zieren das Schloss Neuschwanstein, das aus mehreren Einzelbauten besteht. Das Innere des Schlosses ist von Sagen umwogen, von denen du dich während deines Besuches fesseln lassen und in andere Welten führen lassen kannst.

Bestaune die prunkvolle Ausstattung im Inneren des Schlosses und die beim Bau genutzten Mittel, Techniken und Materialien, wie ummantelte Stahlkonstruktionen, die für die damalige Zeit unvergleichlich einzigartig und innovativ waren. Romantische Formen, byzantinische Kunst, gotische Stilarten und Motive der Theaterwelt werden dich zusätzlich ins Staunen versetzen – und auch sicherlich noch lange nach deinem Besuch gefangen halten.

Eine Führung durch das Schloss Neuschwanstein

Lausche bei der Schlossbesichtigung, die für Erwachsene 13 Euro kostet und für Kinder und Jugendliche kostenlos ist, den Geschichten, die die detaillreich gestalteten Räume zu erzählen haben. Die prominentesten Räume sind dabei der äußerst imposante Thronsaal und der nicht weniger faszinierende Sängersaal. Im 15 Meter hohen Thronsaal weisen Figuren der Patrona Bavariae und des Heiligen Georgs auf die Sitten und Gebräuche des Allgäus hin. Die Ausstattung überwiegt in den Farben Blau und Gold. Der Sängersaal stellt Themen aus den Sagen von Lohengrin und Parzival dar. Die abgebildeten Zeichnungen stammen von Christian Jank, einem einstigen Bühnenmaler und Kulissenentwerfer.

Die Sängerhalle auf Schloss Neuschwanstein ist prunkvoll eingerichtet.
Die Sängerhalle auf Schloss Neuschwanstein ist prunkvoll eingerichtet. Foto: skeeze

Ludwig ließ alle Räume im Schloss Neuschwanstein mit viel Hingabe zum Detail ausstatten. Bei den zahlreichen Zeichnungen, die von Liebe, Schuld, Erlösung und Buße berichten, spielen die Bilder des Dichters Tannhäuser, des Schwanenritters Lohengrin und dessen Vater, dem Gralskönig Parzival, eine zentrale Rolle.

Aber auch andere berühmte Könige, Ritter, Dichter und Liebespaare schmücken die Wände und Decken der einzelnen Räume – und werden dich bei der Führung garantiert in ihren Bann ziehen. Ebenso die Grotte mit bunter Beleuchtung und Wasserfall, die als weiterer Höhepunkt der Schlossführung auf dich wartet.

Nicht nur von außen ist Schloss Neuschwanstein in Bayern ein Hingucker. Die Hallen im Inneren des Schlosses sind kräftig verziert.
Nicht nur von außen ist Schloss Neuschwanstein in Bayern ein Hingucker. Die Hallen im Inneren des Schlosses sind kräftig verziert. Foto: pixabay.com/werner22brigitte

Im Zeitraum vom 24. März bis zum 15. Oktober ist das Schloss Neuschwanstein von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Über die Wintermonate verkürzen sich die täglichen Öffnungszeiten auf 10 bis 16 Uhr. Tickets sind jeweils bereits eine Stunde vor Öffnung am Ticket-Center erhältlich.

Königliche Ausblicke vom Schloss Neuschwanstein aus

Den Weitblick, den das Schloss Neuschwanstein von den vielen Fenstern und Balkonen auf die Alpenkulisse gewährt, ist atemberaubend. Aber nicht nur vom Schloss aus kannst du wundervolle Ausblicke genießen: Rund 15 Gehminuten entfernt, hinter dem Schloss, findest du die Marienbrücke. Sie ist benannt nach der preußischen Königin Marie und sehr beliebt für traumhafte Aufnahmen – denn von hier aus kannst du das Schloss Neuschwanstein in seiner vollen Pracht genießen.

Unterhalb des Schlosses befindet sich die Pöllatschlucht, auf deren Felsen das Schloss Neuschwanstein gebaut wurde. Viele schöne Wanderwege umgeben daher das imposante Bauwerk, zu dem du entweder zu Fuß, mit einem Pendelbus, mit dem Fahrrad oder stilecht mit einer Pferdekutsche gelangen kannst. Wer das Schloss Neuschwanstein im Sommer besucht, kann nach einer Besichtigung im kühlen Alpsee entspannen und baden. Auch eine Tour um den Alpsee herum ist durchaus zu empfehlen.

Und hier noch ein Geheimtipp: Wenn du über die Marienbrücke läufst, solltest du die erste Abzweigung des Weges nach links nehmen. Dort geht es etwas steil nach oben und nach circa fünf Gehminuten befindest du dich rund 30 Meter über der Marienbrücke. Von hier aus hast du einen wirklich fabelhaften und vor allem einmaligen Ausblick auf das Schloss Neuschwanstein.

Schloss Neuschwanstein | Adresse: Neuschwansteinstraße 20, 87645 Schwangau​ | Öffnungszeiten: täglich; 24. März bis 15. Oktober: 9 bis 18 Uhr, 16. Oktober bis 23. März: 10 bis 16 Uhr | Eintritt:13 Euro, Kinder kostenlos