Paar: So schlimm war die Horror-Kreuzfahrt mit Norwegian

Paar berichtet: So schlimm war die Horror-Kreuzfahrt

Urlaub auf der Großbaustelle statt Luxuskreuzfahrt: Die Passagiere der „Norwegian Sun“ erlebten einen echten Horrortrip. Carolina Waibl (26) war an Bord und berichtet dem reisereporter exklusiv von ihren Erlebnissen.

Carolina und Fabian Waibl waren an Bord der Horror-Kreuzfahrt mit der „Norwegian Sun“. Jetzt berichten sie über ihre Erlebnisse.
Carolina und Fabian Waibl waren an Bord der Horror-Kreuzfahrt mit der „Norwegian Sun“. Jetzt berichten sie über ihre Erlebnisse.

Foto: Facebook.com/Jerry Polasek; Carolina Waibl (Fotomontage)

16 Tage Kreuzfahrt geprägt von „unerträglichem Lärm durch Bauarbeiten und Presslufthammer“ lautet das Fazit von Carolina Waibl. „Ich fühlte mich alles andere als sicher.“

Sie und ihr Mann Fabian, beide 26 Jahre alt, aus Absam in Österreich waren an Bord der Horror-Kreuzfahrt der „Norwegian Sun“ von Miama nach Los Angeles.

Denn worüber die mehr als 2.000 Passagiere im Vorfeld nicht von der Reederei Norwegian Cruise Line (NCL) informiert worden waren: Während der Fahrt durch den Panamakanal im vergangenen März wurde das Schiff saniert. Die Folge: Chemikalien und Staub in der Luft, gesperrte Decks und unerträglicher Baulärm an Bord.

Das Paar erlebte bereits die zweite Panne mit Norwegian

„Es war bereits unsere siebte Kreuzfahrt mit NCL, und bereits zum zweiten Mal hatten wir Probleme mit der Reederei“, erzählt Carolina im Interview mit dem reisereporter.

Viele Bereiche waren gesperrt, Werkzeug und Chemikalien wurden direkt neben den Urlaubern an Deck gelagert.
Viele Bereiche waren gesperrt, Werkzeuge und Chemikalien wurden direkt neben den Urlaubern an Deck gelagert. Foto: Carolina Waidl

Erst im November 2017 waren sie und ihr Mann Passagiere auf der „Norwegian Gem“, bei der das Antriebssystem ausfiel und das Schiff auf Barbados strandete. 

Für die Fahrt von Miami nach Los Angeles zahlte das Ehepaar inklusive Anreise und Ausflügen stolze 10.000 Euro, es sollte eine Luxus-Kreuzfahrt werden. An Bord angekommen, war aber schnell klar: Daraus wird nichts. Das Schiff war eine Großbaustelle. Selbst das Highlight der Reise, die Fahrt durch den Panamakanal, sei durch die Bauarbeiten zunichtegemacht worden.


Blauer Staub überall – da macht das Sonnenbad wenig Spaß.
Blauer Staub überall – da macht das Sonnenbad wenig Spaß. Foto: Carolina Waibl

Carolina und Fabian wollten während der Durchfahrt auf dem Außendeck zu Mittag essen, während der Reiseleiter über die Lautsprecher Infos zur Umgebung gab. „Dank des Presslufthammer-Lärms konnte aber niemand dieser Erzählung folgen“, erinnert sich Carolina.

Auch von den Chemikalien, die an Deck lagerten, berichtet die junge Österreicherin: „Während der Fahrt standen wir auf Deck 13, und direkt neben uns lagerten bei 40 Grad die giftigen und explosiven Chemikalien.“

Der Außenbereich war extrem verschmutzt, essen und trinken im Freien nicht möglich, da alles sofort dreckig war.

Carolina Waibl

Carolina erzählt, dass sie sich ohne Sonnenbrille und Hut nicht im Freien bewegen konnte, da sonst ständig Staub und Teile des Bodens in ihre Augen geflogen wären. Viele andere Passagiere hätten sich zudem über Atembeschwerden beklagt. Auch Dämmwolle sei an einem Tag über das ganze Deck geflogen.

Der Außenbereich sei während der gesamten Fahrt extrem verschmutzt, essen und trinken im Freien somit nicht möglich gewesen, da alles sofort dreckig geworden sei.

Ein besonders ekliges Erlebnis machte das Paar, als auf dem Sonnendeck für die Passagiere gegrillt wurde: „Direkt über dem Grill wurde der Boden abgeschleift, die Überreste des alten Belags flogen in das Essen.“

An einem Tag flog Dämmwolle über das ganze Deck.
An einem Tag flogen große Stücke Dämmwolle über das ganze Deck. Foto: Carolina Waibl

Carolina: Kaum Kommunikation mit den Passagieren

Am dritten Tag der Reise beschwerten sich Carolina und Fabian beim Gästeservice an Bord. Die Mitarbeiter hätten behauptet, dass jeder Passagier beim Betreten des Schiffs einen Zettel erhalten habe, auf dem über die Bauarbeiten informiert worden sei. „Diesen haben aber weder wir noch all jene, mit denen wir uns unterhalten haben, erhalten“, so Carolina. 

„Zudem wurden unsere Sicherheitsbedenken vom Personal nur höflich überspielt.“ Beim Gästeservice konnten die beiden zwar ein Beschwerdeformular ausfüllen. Doch nachdem das Paar wieder zu Hause war, teilte die Reederei NCL ihnen mit, dass dieses ungültig sei und erneut ausgefüllt werden müsse.

Seit ihrer Rückkehr versucht Carolina die Reederei zu erreichen, jedoch ohne Erfolg, sagt sie. Sie habe von NCL ein Schreiben erhalten, in dem sich die Reederei entschuldigt und einen Gutschein in Höhe des jeweils bezahlten Preises ankündigt. Der sei bei ihr jedoch noch nicht angekommen, so Carolina. 

Ob sie und ihr Mann erneut bei NCL buchen würden, hänge davon ab, wie die Reederei jetzt weiter mit dem Fall umgehe.

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