Belize verbietet Plastikprodukte – Kampf gegen Müllberge im Ozean

Kampf gegen Müllberge: Belize verbietet Plastik

Belize wächst sein Müllproblem langsam über den Kopf. Jetzt zieht der zentralamerikanische Staat Konsequenzen und verbietet daher bald Plastiktüten, Styropor- und Plastikgeschirr.

Säuberungsaktionen werden häufig von Freiwilligen oder GRuppen der Zivilgesellschaft durchgeführt. (Symbolfoto)
Säuberungsaktionen werden häufig von Freiwilligen oder Gruppen der Zivilgesellschaft durchgeführt. (Symbolfoto)

Foto: imago/Xinhua

Immer mehr Urlauber produzieren immer mehr Abfall – beliebte Reiseziele kämpfen gegen die Vermüllung von Orten, Meeren und Stränden. Die beliebte Baleareninsel Mallorca hat dem Pastik den Kampf angesagt und ein Gesetz auf den Weg gebracht, dass die Wegwerfprodukte verbieten soll. In Kenia ist seit August 2017 die Herstellung und Einfuhr von Plastiktüten verboten, bei Nichtbeachtung drohen Strafen. Großbritannien will Plastikstrohhalme, Wattestäbchen und andere Wegwerfprodukte ab 2019 verbieten. 

Nun zieht auch Belize nach: Die Regierung will bis zum 22. April 2019 Plastiktaschen sowie Styropor- und Plastikgeschirr abschaffen. Die Ministerien für Landwirtschaft, Fischerei, Forstwirtschaft, Umwelt, Nachhaltigkeit und Einwanderung hatten gemeinsam beantragt, Plastikprodukte zu verbieten. Das Kabinett von Belize bestätigte den Antrag, teilte die Regierung mit.

Tiere können an Plastikabfall qualvoll ersticken

Plastik- und Styroporprodukte würden nur für wenige Minuten verwendet, um dann für Jahrzehnte auf Deponien oder – noch schlimmer – am Rande von Highways, in Flüssen, an der Küste oder im Meer zu verrotten. Dort können sie großen Schaden anrichten. Wenn zum Beispiel Tiere den Abfall fressen, können sie qualvoll daran ersticken.

Styropor und Plastik machen 19 Prozent des gesamten Abfalls auf Belize aus, teilte die Regierung mit. Die Reinigungskosten seien beträchtlich und würden sowohl von der Regierung als auch von Freiwilligen und Gruppen der Zivilgesellschaft getragen.

Riesige Müllinseln im Karibischen Meer

Das Plastikverbot soll dabei helfen, Land und Meer vor Verschmutzung zu schützen. Auf dem belizischen Markt existierten ausreichend viele biologisch abbaubare Alternativen aus natürlichen Materialien zu den Plastik- und Styroporprodukten. 

Belize hat aber nicht nur Probleme mit selbst produziertem Plastikmüll. Riesige Müllinseln treiben im Karibischen Meer und anderen Gewässern. Teile davon werden im Belize Barrier Reef angespült. Um das Problem zu lösen, müssten daher noch mehr Menschen und Länder auf Plastik und Styropor verzichten.

Das sehen auch Facebook-Nutzer so und loben Belize als Vorreiter: „Lange vor einigen der führenden Industrieländer! Ich bin so stolz“, schreibt ein Nutzer.

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