Im Grandhotel Ritz werden jetzt Möbel & Co. versteigert

Paris: In diesem Hotel dürft ihr jetzt alles mitgehen lassen

Hotelzimmer und deren Ausstattung (besonders in exklusiven Traditionshäusern) üben eine seltsame Faszination aus, die bei einigen Gästen kriminelle Energien freisetzt – ganz nach dem Motto: Einstecken und auschecken. Wo du im April ganz legal an Hotelsouvenirs kommst, erfährst du hier.

Von wegen „alles nur geklaut“: ein Teil meiner über Jahrzehnte zusammengesammelten Hotelsouvenirs.
Von wegen „alles nur geklaut“: ein Teil meiner über Jahrzehnte zusammengesammelten Hotelsouvenirs.

Foto: Christina Mänz

Beginnen wir mit einem Geständnis: Ich habe ein Faible für kleine Seifenschächtelchen, Pappschilder und Aschenbecher mit Hotellogos. Daheim betrachte ich die Souvenirs wie Treibgut oder Trophäen für Erinnerungen an herrliche Tage, wo auch immer in der Welt ich sie auch verbracht habe.

Was Hotelgäste alles einstecken

Allerdings würde ich wirklich niemals, ich betone niiiiiiiemals (!!!), mit Werkzeug oder Möbelpackern anrücken, um ein Hotelzimmer zu plündern. Aber auch das kommt leider vor. Immer wieder wird berichtet, dass Gäste alles, von Boxspringbetten bis Badezimmerarmaturen, mitgehen lassen.

In Paris gibt es bald eine der seltenen Gelegenheiten, praktisch eine komplette Hoteleinrichtung und die dazugehörige(n) Geschichte(n) zu kaufen!

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Das ebenso luxuriöse wie legendäre Grandhotel Ritz am Place Vendôme hat vier Jahre lang grundsaniert, renoviert, ausrangiert.

10.000 Einrichtungsstücke aus dem Ritz in Paris werden versteigert

Der Geist musste dem Zeitgeist (und den Ansprüchen des 21. Jahrhunderts) weichen. Und so wird das Inventar des historischen Hotelpalasts, in dem seit Ende des 19. Jahrhunderts Künstler und Schriftsteller, Royals und Geldadel, Filmstars und Modemacher aus aller Welt logieren, vom 17. bis 21. April in Paris versteigert.

An fünf Tagen kommen rund 10.000 Stücke in 3.406 Aufrufen unter den Hammer. Darunter: Spiegel und Skulpturen, Vorhänge und Vitrinen, Tischwäsche und Teppiche, Bademäntel und Besteck.

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Mit jedem Objekt kommt auch ein Stück Charme unter den Hammer

Die plüschigen Barstühle, auf denen schon Stammgast Ernest Hemingway und Scott Fitzgerald tief ins Glas schauten, senffarbene Samtsofas aus dem Salon Proust, eine Original-Badewanne des Hauses aus der Gründungszeit, Barbier-Stühle aus dem Beauty-Salon, zwei Nachttische aus der Coco-Chanel-Suite (Chanel lebte im Ritz), Stühle aus der Windsor-Suite (Mindestgebot: 2.000 Euro).

Und jede Menge Minibars sowie Dutzende Betten, die über die Jahrzehnte so viele Gäste kommen und gehen sahen. Ja, mit den einzelnen Aufrufen kommt jeweils auch ein Stück Charme und Eleganz, Opulenz und Dekadenz einer längst vergangenen Zeit unter den Hammer.

Prinzessin Diana verbrachte ihre letzten Stunden im Ritz

Und damit auch ein Stück glamouröse Geschichte dieses Grandhotels, in dem zum Beispiel Prinzessin Diana die letzten Stunden ihres Lebens verbrachte, bevor sie in der Nacht zum 31. August 1997 bei einem Autounfall im Alma-Tunnel ums Leben kam (Eigentümer des Ritz ist übrigens der ägyptische Milliardär Mohamed al-Fayed, dessen Sohn Dodi an der Seite Dianas starb).

Wer also ein Stück vom Mythos Ritz für daheim haben möchte, kann mitbieten – auch telefonisch oder online. Weitere Infos und den Katalog zur großen Ritz-Auktion in Paris findest du hier

Und noch ein sehr wichtiger Hinweis: Einige der Souvenirs auf dem Foto oben, die sich mittlerweile nahtlos in meinen Haushalt eingefügt haben, habe ich in der Tat gekauft.

So kommst du auch noch legal an Hotelinventar

Viele Häuser haben inzwischen aus dem Schwund gelernt und wie das Beverly Hills Hotel in Los Angeles herrliche Hotelshops. Bei anderen Souvenirs, sogar bei Stiften, habe ich freundlich gefragt, ob ich sie einstecken darf. Funktioniert meistens. Sonst lass ich auch mal die Finger davon.

Und der Vollständigkeit halber: Auch das Ritz in Paris hat selbstredend eine Onlineboutique.

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