Entschieden! Philippinische Insel Boracay wird gesperrt

Entschieden! Die philippinische Insel Boracay wird gesperrt

Kein Zutritt für Urlauber: Weil der Touristenmagnet Boracay inzwischen mehr Kloake als Strandparadies ist, wird die philippinische Insel ab dem 26. April für sechs Monate gesperrt. Philippinische Airlines cancelten bereits Flüge.

Strand auf Boracay: Die Urlauber würden in Fäkalien schwimmen, sagte der Präsident.
Die Strandurlauber auf Boracay würden in Fäkalien schwimmen, sagte der philippinische Präsident Rodrigo Duterte im Februar. (Symbolfoto)

Foto: imago/blickwinkel

Es ist offiziell: Die Insel Boracay wird geschlossen – für ganze sechs Monate, und das bereits ab dem 26. April. Das verkündete Regierungssprecher Harry Roque gestern. Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hatte die Insel im Februar wegen Hygienemängeln als „Kloake“ bezeichnet und mit einer Schließung gedroht.

Präsident: Die Touristen schwimmen in Fäkalien

Die Touristen auf der Insel würden in Fäkalien schwimmen, weil Hotels der Insel ihr Abwasser direkt ins Meer leiteten, berichtet die „Manila Times“. Nun soll Boracay gründlich gereinigt werden.

Die philippinischen Airlines Cebu Pacific und Philippine Airlines reagierten prompt: Cebu Pacific streicht ab dem 26. April bis zum 27. Oktober viele ihrer Flüge mit Stopps in Caticlan und Kalibo auf der Nachbarinsel Panay. Von Caticlan fährt normalerweise eine Fähre nach Boracay. Einige Flüge bleiben für Einheimische bestehen.

Flugtickets können kostenlos umgebucht werden

Reisende, die bereits ein Ticket für einen der annullierten Flüge gebucht haben, können sich entscheiden, ob sie ihr Geld zurück haben, ihr Ticket gegen ein Ticket für einen späteren Zeitpunkt eintauschen oder ihren Flug umbuchen wollen.

Philippine Airlines streicht vom 26. April bis zum 27. Oktober ebenfalls Flüge nach Kalibo und Caticlan und erweitert im gleichen Zeitraum sein Flugangebot zu anderen Reisezielen in der Provinz.

Reisende, die Tickets für die gestrichenen Flüge haben, können ihren Flug ebenfalls ohne zusätzliche Kosten umbuchen oder ihr Geld zurückbekommen.

Die Schließung von Boracay könnte Einheimische treffen

Kritiker der Inselschließung befürchten, dass die Schließung Arbeiter von der Insel vertreiben wird, die sonst sechs Monate lang arbeitslos wären. Die Insel könne auch in Etappen gereinigt werden, und die Reinigung dauere ohnehin mehrere Jahre.

Eine Schließung für sechs Monate sei daher nicht effektiv und würde kleine Betriebe und die Existenzgrundlage vieler Menschen bedrohen, sagte eine Hotelbesitzerin dem „Philippine Star“.

Facebook-Nutzer reagierten ebenfalls ablehnend. „Wahnsinn für die Locals, die vom Tourismus leben“, schreibt zum Beispiel ein Nutzer in der Gruppe „Weltreise und Langzeitreise Community“. „Echt fies“, kommentiert ein anderer.

Präsident Duterte reagierte bereits im Vorfeld der offiziellen Bekanntgabe auf Kritik und sagte, er wolle die Insel der Philippinen wiederherstellen und sie als Touristenziel erhalten. Das berichtet die internationale Ausgabe der philippinischen Zeitung „Philippine Star“. „Nichts und niemand“ könne ihn von seinem Vorhaben abbringen.

Boracay: 300 Betriebe sollen kontrolliert werden

Das Umwelt- und das Innenministerium hätten ihm zur Schließung geraten. Das Umweltministerium kündigte an, 300 Betriebe auf der Insel kontrollieren zu wollen, die teilweise bereits Verwarnungen erhalten hatten, weil sie Umweltbestimmungen verletzt hatten. Im Februar hatte das Ministerium den verwarnten Betrieben eine Frist von zwei Monaten gesetzt, um die Bestimmungen umzusetzen. 

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