Thailand ist eines der beliebtesten Reiseziele der Welt: 36 Millionen Touristen kamen im vergangenen Jahr. Und viele von ihnen verhalten sich nicht angemessen – sie verschmutzen und zerstören unaufmerksam die Umwelt oder respektieren die regionalen Heiligtümer nicht, wie auch ein aktueller Fall zeigt. Dabei rieb sich eine Urlauberin nackt am Hin-Ta-Felsen, dem Penisstein.

Drei beliebte Inseln im Golf von Thailand – Ko Samui, Koh Tao und Koh Pha-ngan – wollen mit neuen Regeln für mehr Umweltschutz sorgen. Ab Juli verbietet die Regierung folgende Aktivitäten: Fischen, Füttern von Fischen, Ankern an Korallenriffen, Bauen am Strand und Sea-Walking und jegliche Formen von Wasserverschmutzung. Das berichtet unter anderem die „Bangkok Post“.

Die 40 Quadratkilometer Korallenriff haben bereits an Qualität eingebüßt, so der Leiter der Abteilung für Meeres- und Küstenressourcen, Jatuporn Burutphat. Ab Juli sollen Schutzmaßnahmen in Kraft treten, die erst mal für zwei Jahre gelten und dann verlängert werden können. 

Die Folgen des Overtourism auf Thailands Inseln

Weil die drei Inseln bei Touristen sehr beliebt sind, kämpfen sie mit besonders unschönen Overtourism-Erscheinungen. Auf Ko Tao fallen pro Tag 30 Tonnen (!) Müll an. Und auf Ko Samui warten 250.000 Tonnen Müll auf eine weitere Verarbeitung, da die Müllverbrennungsanlage seit acht Jahren außer Betrieb ist.

Ko Pha-ngan hat noch ein ganz anderes Problem: Seit mehr als 30 Jahren ziehen die Full-Moon-Partys mehr und mehr Besucher an. Aus einem Geheimtipp unter Backpackern für chilliges Feiern bei Vollmond vor den Bars am Strand wurde ein Massenevent.

Bei Vollmond, Neumond, Halbmond und dazwischen versammeln sich jetzt Tausende Menschen. Dabei kommt es regelmäßig zu übertriebenem Alkohol- und zu Drogenkonsum sowie Gewaltverbrechen.

Thailand will mehr Qualitätstouristen

Man wolle sich jetzt mehr auf Qualitätstouristen konzentrieren, um die richtige Balance zwischen dem Einkommen durch den Touristenzustrom und dem Umweltschutz zu finden, sagte Veerasak Kohsurat, Minister für Tourismus und Sport, der „Bangkok Post“. Sein Ministerium sei bestrebt, Gebühren von Touristen zu verlangen und Krankheits- sowie Unfallversicherungen einzuführen.

Schon seit dem vergangenen Jahr ist das Rauchen an 20 der beliebtesten Strände Thailands verboten. Wer es trotzdem macht, riskiert sogar eine Gefängnisstrafe.