Typisch Nürnberg

Kennst du fränkische Antipasti? Und weißt du, dass es eigentlich „frrrängisches Andibasdi“ heißt? Wir erklären es dir in den 5 Dingen, die typisch sind für Nürnberg.

Die Stadt Nürnberg war eine zerstörten Stadt nach dem 2. Weltkrieg, ca. 90% der Innenstadt lag in Schutt und Asche. Wenn du heute durch die Gassen der Altstadt ziehst, solltest du das berücksichtigen.
Nürnberg war nach dem 2. Weltkrieg zerstört, etwa 90% der Innenstadt lagen in Schutt und Asche. Wenn du heute durch die Gassen der Altstadt ziehst, solltest du das berücksichtigen.

Foto: imago/Westend61

1. Drei im Weggla mit Kren

Drei im Weggla, so nennen die Nürnberger ihre berühmten kleinen Rostbratwürstchen, wenn sie sie am Imbiss zu dritt in ein Brötchen (= Weggla) gepackt erwerben. Kenner essen das fränkische Antipasti mit Kren, also Meerrettich, und zwar grob geraspelt. Die guten Küchen grillen sie über Buchenholzfeuer und wenn es mehr als drei sein sollen, gibt es sie auch zu sechst oder zu zehnt auf Sauerkraut und Zinntellern serviert. Aber nicht nur gebraten wird die Wurst serviert, auch als Blaue Zipfel oder Nackerte sind sie begehrt – also in einem Zwiebel-Essig-Weinsud gekocht oder aber aus dem Darm gepellt und mit allerlei Gewürzen aufgebraten. Wo es die besten gibt? Ist Geschmackssache, aber den absoluten Überblick über das Angebot gibt dir das „Nürnberger Bratwurstquartett“. Gibt’s auch als App! 

 

2. Der 1. FC Nürnberg aka „Der Glubb“

Nürnbergs Fußballverein ist ursprünglich der Traditionsverein der deutschen Bundesliga. Schon Anfang des 19. Jahrhunderts, kurz nachdem ein Braunschweiger Sportlehrer den Fußball aus England nach Deutschland gebracht hatte, etablierte sich der 1. FCN als der beste Verein der Liga. Das Ausland sprach nur von „the Club“ – das hat sich bis heute gehalten. Der sportliche Erfolg dagegen ist heutzutage sehr wechselhaft, aber die Stadt und ihre Fans gehen mit ihrem „Glubb“ durch Stürme und Brandungen. 

 

3. Nürnberg ist Bayern für Lässige

Wer aus München kommend die Tore Nürnbergs passiert, denkt zuallererst: „Hier sind also die normalen Menschen geblieben.“ Es ist nicht schick, aber im Stadtkern schön. Selbst die Sprache klingt so. Wer fränkisch sprechen will, lasse Mundwinkel, Zunge und Laune ein wenig hängen und verliere die Unterschiede zwischen b und p, t und d sowie k und g. Beispiel: Apotheke = Abodeng. Die Tüte wird zur Düüdn und die Bratwurst-Alternative für Vegetarier ist der „Gloß mit Soß“. Auch den gibt es in jedem Biergarten, die in Nürnberg auch weniger mit Blaskapelle als mit kreativen Alleinstellungsmerkmalen punkten (zum Beispiel thronend auf der Stadtmauer oder als Pop-up auf der Wöhrder Wiese). Nur eins wird sich nie ändern: Nürnberg heißt „Nämberch“ und OMG heißt „Allmächd“! 

 

4. Nürnbergs Umgang mit seiner Geschichte

In kaum einer Stadt sind die Überreste des Nationalsozialismus so sichtbar wie in Nürnberg. Hitlers Größenwahn vom Reichsparteitagsgelände prägt den Südosten der Stadt nach wie vor. In einem Teil der nie fertiggestellten Kongresshalle, die 50.000 Menschen hätte fassen sollen, hat die Stadt ein beeindruckendes Dokumentationszentrum eingerichtet. Wenn du nebenan auf dem Zeppelinfeld zwischen den kolossalen Steinpfählen stehst, aus denen Scheinwerfer in den Himmel strahlten, wird die einstige Euphorie erdrückend spürbar. Doch ein paar Meter weiter löst sich die Spannung, wenn du an der alten Trafostation an der Regensburger Straße nur noch die Abdrücke des Hakenkreuzes an der Wand siehst, an der heute ein Burger King-Schild prangt. Nürnberg eben. 

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5. Lebkuchen und Christkindlesmarkt

Wenn es Winter wird unterhalb der Nürnberger Burg, dann ist Christkindlesmarkt. Und dann sind alle Straßen, die dorthin führen dicht. Voll mit Menschen. Nürnberger meiden diesen Ort deshalb eher und trinken ihren Glühwein in den umliegenden Kneipen. Heidelbeerglühwein wohlgemerkt, das ist der echte Nürnberger. Aber der Erstbesucher sollte ihn trotzdem hier probieren und dazu ein Stück Lebkuchen. Am günstigsten ist der Bruch, quasi die zweite Wahl, die es auch in den niedergelassenen Geschäften rund um den Markt gibt statt am Stand.
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Die Autorin
Alexa v. Busse hat erst als Flugbegleiterin, dann als Journalistin die Welt bereist. Liebt jedes Land – besonders die, in denen französisch gesprochen wird und Wein auch aus Tüten ... mehr
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