Kalabrien ist touristisch noch wenig erschlossen. Dabei, oder vielleicht gerade deshalb, ist das Urlaubsparadies hier leicht zu finden: Wer einmal das türkisblaue Meer, den Blick auf die Stromboli-Vulkaninsel und den Sonnenuntergang an der Costa degli Dei, der „Küste der Götter“, erlebt hat, möchte gar nicht wieder weg.

Bezaubernde Orte wie Tropea oder Pizzo liegen an der Costa degli Dei, mit verwunschenen Gassen und heimeligen Plätzen. Verfallene Palasthäuser zeugen vom früheren Reichtum Süditaliens. Einen besonderen Charme haben die von alten Fassaden gesäumten Plätze.

Eine romantische und unbezahlbare Kulisse für die Gäste der Restaurants, die unversehens auf gedankliche Zeitreise geschickt werden. Auf Zeitreise zu griechischen Helden, denen die Costa degli Dei ihren Namen verdankt, ins Römische Reich, zu den Byzantinern, zu den Normannen und Staufern, zu den Spaniern. Zeugnisse dieser Kulturen sind hier zu finden.

Spekulationen um Capo Vaticano

Eines der schönsten Küstengebiete Italiens ist die Landschaft um das Capo Vaticano. So wundervoll ist dieses Kap, dass das Idyll längst zum Spekulationsobjekt geworden ist: „Ein Investor möchte hier 40.000 Quadratmeter Steilfelsen kaufen“, erzählt Vittorio Miceli, der seit den siebziger Jahren für den Erhalt der Natur kämpft. Mit Erfolg, noch. Zum Capo Vaticano lohnt auch ein Abstecher mit dem Boot, zum Schnorcheln vor einer der von Felsen gesäumten Buchten.

Sehenswert ist Pizzo, wo die Gassen und die Plätze abends voller Menschen sind. Restaurants, Cafés, Schuhgeschäfte, Pizzerien und Friseurgeschäfte säumen die Piazza della Repubblica. Zwei ältere Damen unterhalten sich, Kinder kreischen, Roller sausen vorbei, der halbe Ort scheint hier abends versammelt. Wer es ruhiger mag, besucht die am Strand gelegene Grottenkirche „Chiesetta di Piedigrotta“. Ein Schauspiel, wenn die Abendsonne die in Tuffstein geschlagenen Heiligen zum Leuchten bringt.  

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Die Spitze des Stiefels ist sicherlich an der Costa degli Dei am schönsten, aber auch das Landesinnere begeistert: Bis auf 700 Meter geht es steil hinauf. Oben wächst roter Mohn, Bauern ernten Getreide und Tomaten. 

Wo liegt Kalabrien eigentlich?

Es ist die Meeresenge, die Sizilien vom italienischen Festland, genauer: von der Region Kalabrien, trennt. Kalabrien, das ist die südlichste Spitze des Stiefels.