Es klingt wie aus einem Dystopie-Roman, passiert in China aber wirklich: Im „Social Credit System“ werden Daten über chinesische Bürger gesammelt – etwa über deren finanzielle und soziale Situation sowie begangene Straftaten. Je nach Verhalten gibt es Punkte. Das soll die Bürger zwingen, sich korrekt zu verhalten. Und wer negativ bewertet wird, muss bald damit rechnen, kein Flug- oder Zugticket mehr kaufen zu dürfen.

Das Verhalten in Zügen und auf Flügen soll in das System aufgenommen werden. Wer sich falsch verhält oder bei einer Reise schlechte Bewertungen erhalten hat, dem könnte künftig für ein Jahr der Kauf eines Flug- oder Zugtickets verwehrt werden. Zum Fehlverhalten gehört, „falsche Informationen über Terrorismus zu verbreiten“, „auf Flügen Ärger zu machen“, ungültige Tickets zu benutzen und in Zügen zu rauchen.

China: Wer das „gesellschaftliche Vertrauen bricht“, darf nicht reisen

Ab dem 1. Mai droht den Chinesen dieses Szenario, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Bereits jetzt hat es allerdings schon 6,15 Millionen Menschen gegeben, „die das gesellschaftliche Vertrauen brechen“ (so zitiert netzpolitik.org eine Regierungsmitteilung) und denen aus diesem Grund der Ticketkauf verweigert wurde.

Das „Social-Credit-System“ steckt noch in einer Art Testphase. Die Regierung arbeitet aber offenbar darauf hin, eine flächendeckende Überwachung einzuführen.