Ostern droht ein Streikchaos – Flüge und Züge betroffen

Zu Ostern droht ein Streikchaos – Flüge und Züge betroffen

Reisende müssen in den Osterferien mit zahlreichen Streiks rechnen. Verdi kündigt Ausstände vor und nach den Osterfeiertagen an. In Frankreich kommt es zu Streiks im Bahn- und Flugverkehr. Und auch bei Ryanair drohen Streiks. Worauf du bei Reisen an Ostern achten solltest, erfährst du hier.

An französischen Bahnhöfen wie dem Gare Saint-Lazare in Paris könnte es an Ostern zu Streiks kommen.
An französischen Bahnhöfen wie dem Gare Saint-Lazare in Paris könnte es an Ostern zu Streiks kommen. (Symbolfoto)

Foto: imago/Xinhua

In den Osterferien könnte es an Flug- und Bahnhöfen in Europa zu chaotischen Verhältnissen kommen. Unter anderem kündigt Verdi bundesweite Streiks in allen Bereichen des öffentlichen Dienstes vor und nach den Osterfeiertagen an. In dieser Woche seien zudem regionale Warnstreiks in Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Thüringen geplant.

Verdi hatte bereits vergangene Woche zum Streik aufgerufen. Am Dienstag und Mittwoch lag deshalb der öffentliche Personenverkehr in Bochum, Düsseldorf, Köln und Dortmund lahm. Die Gewerkschaft fordert eine deutliche Lohnerhöhung für alle im öffentlichen Dienst.

Massiver Streik bei der französischen Bahngesellschaft SNCF

An den Bahnhöfen in Frankreich könnte in der Woche nach Ostern Chaos herrschen. Die Gewerkschaften des SNCF rufen zum Streik an zwei von fünf Tagen pro Woche ab dem 3. April auf, berichtet die französische News-Seite „L’Internaute“. Der Streikplan geht bis in den Juni.

Ab 17 Uhr können Bahnfahrer am Vortag jedes Streiktages auf der Webseite des SNCF nachschauen, welche Züge fahren. Der SNCF kündigte an, dass am 3. April nur einer von jeweils acht TGVs fahren wird, schreibt „L'Internaute“. In der Region um Paris gibt es zahlreiche Verspätungen und Zugausfälle im regionalen Bahnverkehr.

Auch in anderen Regionen kommt es zu Zugausfällen. Wenn du TGV-Tickets für den 3. April hast, kannst du in einer Liste auf der Webseite des SNCF sehen, ob dein Zug fährt. Mit den aufgelisteten Zügen kann aber nur fahren, wer bereits ein Ticket hat. Sie sind ausgebucht.

Ab 8 Uhr am Donnerstag sollen alle Züge wieder normal fahren. Der Grund für den Streik: Die französische Regierung will den SNCF per Anordnung reformieren. Für die Gewerkschaften der Eisenbahngesellschaft kommt das nicht infrage, berichtete „Le Parisien“. 

Streik am Karfreitag bei Air France

Auch wenn du an Ostern mit der französischen Fluggesellschaft Air France unterwegs bist, musst du dich auf Streiks einstellen. Mehrere Gewerkschaften der Airline rufen für Karfreitag am 30. März zum Streik auf, teilt sie auf ihrer Webseite mit. Betroffen seien aber nur Flüge von Air France und der Tochtergesellschaft Joon. 

Air-France-Flüge, die von Flugzeugen anderer Fluggesellschaften wie Hop!, KLM oder Delta durchgeführt werden, fliegen planmäßig. Die Airline werde ihre Fluggäste am Vortag ihrer Reise per SMS oder Email über Flugausfälle informieren. Zudem bietet Air France ihren Fluggästen die Möglichkeit, ihre Flüge ohne weitere Kosten auf einen anderen Tag umzubuchen.

Bereits am Donnerstag und Freitag letzte Woche war es zu Streiks bei der Airline gekommen. Am Freitag konnte sie ihren Flugplan zu 75 Prozent aufrechterhalten. Die Gewerkschaften fordern mehr Lohn für Piloten, Kabinen- und Bodenpersonal.  

Streiks auch bei Ryanair?

Nachdem die Vereinigung Cockpit (VC) bereits kurz vor Weihnachten zum Streik der Piloten bei Ryanair aufgerufen hatte, könnte es über Ostern erneut zu Arbeitsniederlegungen bei Ryanair kommen, diesmal in Irland oder Portugal. Ryanair erwarte, dass seine Angestellten entweder in Irland oder in Portugal in der Osterwoche streikten, teilte die Nachrichtenagentur Reuters mit.

Geschäftsführer Michael O’Leary hatte Anfang Februar die Forderungen von Pilotengewerkschaften als „lächerlich“ bezeichnet. Er gehe lieber das Risiko ein, dass weniger Fluggäste aus Angst vor Streiks bei Ryanair buchten, als den Forderungen nachzugeben. 

VC will Tarifverträge bei Ryanair etablieren

In Deutschland sind bisher keine Streiks angekündigt. VC teilte aber mit, Tarifverträge bei der irischen Airline etablieren zu wollen, da Ryanair seinen Piloten keine Sicherheit beim Thema Gehaltserhöhungen biete.

„Der uns von der Ryanair zugesandte Tarifvertragsentwurf entspricht in keiner Weise dem, was wir als zukunfts- und rechtssicheren Tarifvertrag bezeichnen können. Echte Verhandlungen auf Augenhöhe und Tarifverträge auf rechtlich haltbarem Boden sind unser Ziel, von dem wir uns nicht abbringen lassen werden“, ergänzt Olav Leeman, Mitglied der Ryanair-Tarifkommission.

Streik – was ist mit meinem Flug?

Mit Entschädigungen können Passagiere bei Streiks nicht rechnen. Ein Streik ist höhere Gewalt, so lautet ein Urteil des Bundesgerichtshofes. Und in diesem Fall steht den Fluggästen keine Entschädigung zu, wenn der Flug ausfällt oder mehr als drei Stunden Verspätung hat.

Die Airline muss aber alles in ihrer Macht stehende unternehmen, um die Folgen des Streiks zu minimieren. Das bedeutet auch: Sie muss alternative Beförderungen ermöglichen – zum Beispiel durch eine Umbuchung auf einen anderen Flug. 

Zudem muss die Airline nach einer EU-Richtlinie die Fluggäste betreuen. Bedeutet: Ab zwei Stunden Verspätung (bei einem Flug bis 1.500 Kilometern) haben Passagiere Anspruch auf Telefonate, E-Mails, Getränke, Essen und eventuell eine Hotelübernachtung.

Wenn der Flug mindestens fünf Stunden verspätet ist oder ausfällt, können Passagiere das Ticket zurückgeben und bekommen ihr Geld erstattet.

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