Die Briten waren bereits 2015 mit dem Reiseanbieter in einer Hotelanlage in der Türkei. Im Jahr darauf wendeten sie sich an einen Anwalt. Der Grund: Sie seien im Urlaub krank geworden und wollten Schadensersatzansprüche geltend machen. Das hätte TUI bis zu 50.000 Pfund (etwa 56.000 Euro) kosten können.

Doch das Unternehmen und dessen Anwälte witterten Betrug. Ermittler hatten bei Facebook nämlich Fotos des Paares entdeckt, auf denen die beiden gemütlich am Pool lagen, Wein tranken und glücklich beim Essen in die Kamera schauten. Keine Spur von einer Lebensmittelvergiftung, Durchfall oder Krankheit.

Statt der erhofften Entschädigung bekamen die beiden Facebook-Poser jeweils Bewährungsstrafen von zwölf Monaten. Zudem müssen sie 200 Stunden an gemeinnütziger Arbeit leisten und die Gerichtskosten in Höhe von 1115 Pfund (etwa 1250 Euro) zahlen. 

Laut dem britischen „Mirror“ sagte der Richter, dass falsche Verdächtigungen kein Kavaliersdelikt seien. Der Vorwurf richte sich nicht bloß an ein Unternehmen, die Schäden durch solche Betrugsfälle seien enorm.

TUI kündigte derweil an, weiterhin alle Fälle von Schadensersatzansprüchen genau prüfen zu wollen. Auch andere Reiseanbieter berichten von massiven Problemen mit Klägern.