Vor fünf Jahren schickte das Unternehmen den ersten grünen Bus auf die Strecke und kontrolliert inzwischen praktisch den gesamten Fernbusmarkt in Deutschland. Jetzt will es Flixbus auch auf der Schiene wissen.

Nach einer mehrmonatigen Testphase steigt der Fernbusanbieter nun in den Bahnverkehr in Deutschland ein. Die Bahn muss damit ab Ende März nicht mehr nur gegen Zugausfälle und Verspätungen kämpfen, sondern auch gegen den ersten ernstzunehmenden Konkurrenten im Fernverkehr.

Flixbus: Erster Flixtrain startet am 23. März

Am 23. März geht der erste Flixtrain auf der Strecke Hamburg–Köln in den Linienbetrieb. Zwischenstopps macht der Zug in Osnabrück, Münster, Gelsenkirchen, Essen, Duisburg und Düsseldorf. Er soll außer mittwochs täglich pendeln, teilte das Unternehmen heute Morgen mit. Flixbus schafft damit zunächst eine Fortsetzung der Linie des HKX (Hamburg-Köln-Express). Mit ihm hatte der Fernbusriese bereits über Weihnachten im vergangenen Jahr zusammengearbeitet

Im April folgt dann die Strecke Berlin–Stuttgart mit Halt in Wolfsburg, Lehrte, Hannover, Göttingen, Kassel, Fulda, Hanau, Frankfurt, Darmstadt, Weinheim, Heidelberg und Vaihingen. 

Flixbus verkauft Tickets, BTE und Locomore betreiben die Züge

Der Zug werde analog zum Flixbus-Geschäftsmodell betrieben, teilt das Münchner Unternehmen mit. Heißt im Klartext: Flixbus kümmert sich um den Ticketverkauf und organisiert das Streckennetz. Betrieben wird der Zug aber nicht von dem Fernbusanbieter, sondern auf der Strecke Hamburg–Köln vom BTE (BahnTouristikExpress) aus Nürnberg.

Zwischen Berlin und Stuttgart ist der Betreiber Locomore. Mit dem Hipster-Zug hatte Flixbus bereits kooperiert, nachdem das Bahnunternehmen im August 2017 Insolvenz angemeldet hatte

Flixtrain: Ticketpreise sind Kampfansage an die Bahn

Flixbus plant aber noch mehr: „Mit der Premiere von Flixtrain wird der Zug stufenweise in das deutschlandweite Mobilitätsangebot von Flixbus integriert“, teilt das Unternehmen mit. Aber auf der Schiene ist es nicht ganz so einfach wie im Straßenverkehr. Denn neue Anbieter können Bahnstrecken nur dann anbieten, wenn es dort freie Slots gibt. Flixtrain übernimmt nun zunächst die Slots von Locomore und HKX. Der Betrieb auf jeder weiteren Strecke muss bei der DB Netz beantragt werden.

Die Preise sind eine Kampfansage an die Bahn, die Tickets gibt’s ab 9,99 Euro über www.flixtrain.de. Es gilt wie bei den Bussen: Früher buchen ist günstiger.