Chocoversum Hamburg: Die Welt der Schokolade

Chocoversum Hamburg: Im siebten Schokoladenhimmel

Nächster Halt: Schokoladenhimmel. Im Chocoversum in Hamburg ist nicht nur Anfassen, sondern auch Probieren erlaubt. Das ließ sich reisereporterin Nina nicht zweimal sagen.

Nina Gottschalk
Stadtführerin Susan Prahl hält mit ihren Gästen auch am Chocoversum.
Stadtführerin Susan Prahl hält mit ihren Gästen auch am Chocoversum.

Foto: Hachez Chocoversum

Auf 1.200 Quadratmetern Ausstellungsfläche mit drei Themenwelten sind in dem Museum in Hamburg historische Gerätschaften, Maschinen und ein Schokobrunnen zu sehen. Wie ein Schrein steht er in der Mitte des Raumes, an den Wänden ist „glücklich“ und „himmlisch“ zu lesen.

Aus den Hähnen des Brunnens tropft dickflüssige Schokolade

Der Brunnen ist abgedeckt (sicher ist sicher), doch aus seinen Hähnen tropft dickflüssige Milchschokolade auf kleine Waffeln, die Rieke Becker uns reicht. Ihr Tipp: „Wenn ihr sie ableckt und nicht gleich aufesst, könnt ihr sie mehrmals benutzen.“ Den Tipp nehm ich mir doch gleich zu Herzen!

Nächster Halt ist der südamerikanische Dschungel. Dort zeigen dunkelgrüne Pappaufsteller anhand von Zeichnungen die ersten Schritte der Kakaoverarbeitung: Frucht pflücken, aufschneiden, Fruchtfleisch samt Kernen auf Palmblättern auslegen, luftdicht bedecken, fermentieren lassen.

Frische Kakaobohnen schmecken kein bisschen nach Schokolade

Kakaofrüchte sind 15 bis 25 Zentimeter groß und rund ein amerikanisches Pfund (454 Gramm) schwer. Das Innere ist weiß und sieht frisch geerntet ziemlich unspektakulär aus.

Das süßsäuerliche Fruchtfleisch ist essbar, die je 30 bis 50 Bohnen schmecken jedoch in diesem Zustand bitter und kein bisschen nach Kakao. Ich will mehr Schokolade!

Miriam Suhr schnuppert an den fermentierten und getrockneten Kakaobohnen.
Miriam Suhr schnuppert an den fermentierten und getrockneten Kakaobohnen. Foto: Nina Gottschalk

Nach dem Gärprozess, der Fermentation, werden die Bohnen in der Sonne getrocknet und für den Schiffstransport in Jutesäcke verpackt.

Ein Bereich des Chocoversums ist einer Hafenanlage nachempfunden – passt auch zu Hamburg. Hier simuliert Rieke Becker mit uns eine Qualitätskontrolle. Wir brechen die Bohnen auf und betrachten sie im Querschnitt. Sind sie violett oder grau, war die Fermentation nicht erfolgreich.

Röstung der Kakaobohnen: Es riecht nach Schokolade

Sind die Bohnen braun, ist alles gut gegangen. Die Probe wird durchgewinkt. Im nächsten Schritt werden die Kakaobohnen geröstet, aufgebrochen und von der Schale befreit. Der Duft ist schon sehr schokoladig. Der entstandene Kakaobruch wird im Melangeur weiterverarbeitet. Die Maschine vermischt den Kakao mit Zutaten wie Vollmilchpulver und Zucker.

Dabei entsteht eine feinkörnige Paste, die sich auf der Zunge etwas sandig anfühlt. Walzen lassen die körnige Struktur jetzt mehr und mehr verschwinden. Dann ist die Masse bereit für die Conche. Das ist ein Becken, in dem die Kakaomasse für bis zu 72 Stunden erwärmt und gerührt wird, bis sie flüssig und ihr Geschmack vollendet ist.

Früher tranken die Menschen Kakao nur

Rieke Becker taucht eine Kelle in die Conche. Meike Bücker (31) seufzt und guckt mich ein bisschen verklärt an. „Darin könnte ich baden!“, sagt die Rostockerin. Bis ins 19. Jahrhundert hinein genossen die Menschen Kakao als Getränk. Dann veränderten sich die Produktionsprozesse, Tafeln und Pralinen entstanden.

Die letzte Maschine im Museum formt und verpackt die Schokolade zu Täfelchen. Zart schmilzt die süße Sünde im Mund. Rieke Becker ist nicht anzusehen, dass sie ständig all die Köstlichkeiten um sich herum hat. Vielleicht is(s)t sie einfach diszipliniert. „Ich nasche nicht mehr oder weniger Schokolade, seit ich hier arbeite, aber ich achte mehr auf die Qualität“, sagt die 27-Jährige.

Anfassen, schnuppern und probieren ist erlaubt

In der Schokowerkstatt gestaltet Miriam Suhr gerade ihre eigene Schokolade. Behälter mit Kokosflocken, rotem Pfeffer und Krokant stehen zum Dekorieren und zur Geschmacksveredelung bereit. Die 32-Jährige entscheidet sich für Kaffeebohnen und eine Gewürzmischung mit Kardamom. Dann werden die dicken Tafeln gekühlt und verpackt. „Hier werden alle Sinne angesprochen“, sagt die Lübeckerin.

Genau so etwas wäre direkt beim Schokoladenhersteller Hachez aus hygienischen Gründen unmöglich. Deshalb betreibt das Unternehmen seit 2011 die Hachez Chocoversum GmbH.

Tipps für deinen Besuch im Chocoversum

Das Chocoversum befindet sich in der Hamburger Innenstadt an der U-Bahn-Sstation Meßberg (Eingang in der Straße Pumpen). Geöffnet ist es montags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Der Rundgang ist nur im Rahmen einer 90-minütigen Führung möglich. Es empfiehlt sich, vorab online einen Termin zu buchen. An der Tageskasse kostet der Eintritt 17 Euro für Erwachsene, wer vorab online bucht, bekommt Rabatt.

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