Die kleine Republik in Westafrika steht bei vielen wahrscheinlich nicht zuoberst auf der Reiseliste. Das Projekt „New Gambia“ soll das ändern und verfolgt große Ziele für die Zukunft des Landes. Eines der Ziele: Die Qualität der Touristen in Gambia soll besser werden. 

Denn der Tourismus- und Kulturminister Hamat Bah benannte in einem Interview Anfang dieses Jahres ein großes Problem: Gambias Image als Sexdestination. Obwohl die Gesetze sehr streng seien und jeder, der geschnappt werde, ins Gefängnis müsse, würden viele Gambia mit Sextourismus verbinden. 

Wir sind keine Sexdestination. Wenn Sie das wollen, gehen Sie nach Thailand.

Hamat Bah, Tourismus- und Kulturminister von Gambia

Für diese Art von Tourismus findet Hamat Bah drastische Worte: „Wir sind keine Sexdestination. Wenn Sie das wollen, gehen Sie nach Thailand.“ Und weiter: „Wir können es uns nicht leisten, unser Land auf dieses Niveau sinken zu sehen“, sagte er nach Angaben des Reisenachrichtenportals „eTurboNews“. 

Der Außenminister des Landes entschuldigte sich den „Travel Wire News“ zufolge später für die Worte seines Ministerkollegen. Das Außenministerium habe bereits über die thailändische Botschaft im Senegal, die auch für Gambia zuständig ist, ein Schreiben in Auftrag gegeben, in dem es sich von der Aussage des Tourismusministers distanziere. Es solle kein schlechtes Licht auf Thailand geworfen werden.

Wir müssen Pattaya und andere Reiseziele hochwertiger gestalten und vom Sextourismus befreien.

Prayut Chan-o-cha, thailändischer Premierminister

Die gekränkten Thais reagierten mit einem Beschwerdebrief an die gambische Regierung, der thailändische Außenminister zeigte sich nach Hamat Bahs Aussage „unzufrieden“.

Die „Bangkok Post“ berichtet außerdem, Premierminister Prayut Chan-o-cha wolle Thailands Image als Sexdestination entgegenwirken. Außerdem müsse sich die Regierung näher mit den Problemen der Menschen befassen, die in diesem Beruf ihr Geld verdienen. Offiziell ist Prostitution in Thailand seit 1960 verboten.