Boston: Die perfekte Radtour zu den Geheimtipps | reisereporter.de

Mit dem Rad zu den Geheimtipps von Boston

Boston gilt mittlerweile als echte Fahrradstadt mit weitläufigen Radwegen durch Parks und entlang der Küste. Der reisereporter verrät, wie du bei einer Radtour die schönsten und skurrilsten Orte erfährst.

Boston Bike Lane
Wenn die Radwege in Boston nicht sowieso am Wasser entlang- oder durch Parks führen, sind sie immerhin schön breit.

Foto: Landmeedchen

Sonnenaufgang auf dem Forest Hill Cemetery

Auch wenn es ein bisschen morbide klingt: Du kannst deinen Tag im Licht der ersten Sonnenstrahlen ganz entspannt auf dem Friedhof beginnen. Im schnuckeligen Stadtteil Forest Hill säumen bunte Holzhäuser die Straßen. Ganz oben auf dem Hügel liegt der riesengroße Forest Hill Cemetery

Der Friedhof wurde 1848 eröffnet mit dem Wunsch, dass es die Hinterbliebenen besonders schön haben sollen, wenn sie an ihre verstorbenen Liebsten denken. Das gelang der Stadt. Grünes Efeu rankt sich um moosbedeckte Engelsfiguren. Im Zentrum des Parks gibt es sogar einen See mit einem Wasserfall. 

Forest Hill Cemetery, Boston
Schon das Tor zum Forest Hill Cemetery ist wunderschön. Foto: Landmeedchen

Die U-förmige Sitzbank am Jamaica Pond

Vom Friedhof aus radelst du durch den Stadtteil Jamaica Plan weiter zum Jamaica Pond, wo du eine Pause auf der wohl eigenartigsten Bank der Welt machen kannst. Matthew Hincman, ein Professor des Massachusetts College of Art & Designs, fühlte sich vom Anblick der immer gleich aussehenden Parkbänke am See so gelangweilt, dass er die U-förmige Parkbank designte und in einer Nacht-und-Nebel-Aktion gegen die normale Parkbank austauschte.

Der Stadt gefiel diese Aktion nicht und sie entfernte das nicht genehmigte Kunstprojekt wieder. Matthew ließ jedoch nicht locker, und nach wochenlangen Verhandlungen wurde letztlich beschlossen, dass die U-Bank offiziell aufgestellt werden darf.

Boston U Bench
Okay, sehr gemütlich sieht die U-Bank nicht aus, aber durchaus witzig! Foto: Landmeedchen

Ohne Ticket in die erste Reihe beim Baseball

Vom Jamaica Pond aus geht’s immer weiter durchs Grüne an Seen entlang, bis du schließlich Richtung Fenway Park, dem Baseballstadion der Boston Red Sox, abbiegst. 

Wenn du die Möglichkeit hast, bei einem Major-League-Baseball-Spiel dabei sein zu können, solltest du das unbedingt machen. Es ist faszinierend, mit wie viel Trara die Amerikaner ihre Lieblingssportarten feiern. Leider sind die Tickets zu diesen Großveranstaltungen meist sehr teuer. 

Hier in Boston ist das kein Problem, denn im Fenway Park Stadium kannst du auch ohne Ticket das Spiel aus erster Reihe sehen. Im Nordflügel des Stadions liegt die Bleacher Bar. Ein paar Tische stehen direkt an einem großen Garagentor. Wenn dieses hochgezogen wird, sitzt du fast auf dem Spielfeld drauf. 

Während eines Spiels gilt hier jedoch: First come, first serve. Wenn du also vor einem Spiel früh genug da bist, kannst du dein Geld in Bier statt in Eintrittskarten investieren.

Bleacher Bar, Boston
Gut, dass ein Gitter die Bleacher Bar vom Spielfeld trennt, ansonsten wäre die Gefahr groß, dass ein Baseball mitten im Gesicht der Barbesucher landet. Foto: Landmeedchen

Der geheime Sneaker-Laden

Von dem Baseballstadion aus ist es nur ein Katzensprung zu dem wohl geheimsten Sneaker-Laden der Welt. Der Bodega Shop sieht von außen aus wie ein gammeliger Späti in Berlin. Wenn du reinkommst, siehst du nichts außer Regale voller Süßigkeiten und Haushaltswaren. Hinten rechts in der Ecke steht ein Getränkeautomat – der aber gar keiner ist. Er ist die geheime Schiebetür zu dem Sneaker-Laden.

Bodega Shop, Boston
Ja, das ist der High-End-Sneaker-Laden! Der ist so geheim, dass das Fotografieren drinnen nicht erlaubt ist. Foto: Landmeedchen

Minihäuser und Heiliger Nippes im North End

Vom Bodega Shop aus sind es nur wenige Minuten auf der großen Massachusetts Avenue, bis du das Ufer des Charles River erreichst. Hier radelst du nach Westen weiter. Es gibt zahlreiche Pontons, auf denen du eine kleine Pause machen und übers Wasser blicken kannst. 

An der Boston North Station wird es etwas wuselig, aber am Ende solltest du dich in der Hull Street wiederfinden. Hier gibt es ein schönes Fotomotiv: das Skinny House. Es macht seinem Namen alle Ehre und ist tatsächlich wahnsinnig schmal. Zwischen den großen Klinkerbauten wirkt es noch zierlicher.

Mittlerweile befindest du dich im ältesten Viertel Bostons, dem North End. Es waren hauptsächlich italienische Einwanderer, die sich hier niedergelassen haben. Deswegen heißt das Viertel auch Little Italy. Eine süße Pause solltest du hier im Café Vittoria einlegen, dem ältesten italienischen Café in Boston. Zu einem ordentlichen Kaffee oder Cappuccino unbedingt die berühmten Cannoli probieren!

Caboli Cafe Vittoria, Boston
Kaffeepause im North End mit Cappuccino und Cannoli. Foto: Landmeedchen

Dass Italiener oft sehr gläubig sind, zeigt auch der „All Saints Way“ in der Battery Street. Der in die Jahre gekommene Signore Peter Baldassari hat schon als Kind heiligen Schnickschnack gesammelt. Irgendwann wurde seine Wohnung zu klein für sein Sammelsurium und er begann, den kleinen Innenhof zwischen der Battery Street 4 und 8 damit zu dekorieren. 

Eine Holztür verschließt leider den Weg in das heilige Glitzerland, aber du kannst klopfen. Vielleicht ist Signore Baldassari da und lässt dich rein. Ansonsten siehst du auch von außen schon eine Menge Bling-Bling. 

All Saints Way, Boston
… und das ist nur die Spitze des heiligen Sammelsurium-Eisberges. Foto: Landmeedchen

Seafood-Dinner am Hafen  

Vom North End aus fährst du immer weiter am Wasser entlang und überquerst bei der Congress Street eine kleine Bucht. Am Ende der Brücke steht ein Eisladen in Form einer überdimensionale Milchflasche, die Hood Milk Bottle. Hier gibt’s Eis und ein Selfie und dann auf zum großen Finale: dem Hummer-Dinner. 

Keine Angst, Hummer muss in Boston nicht teuer sein. In einem Kreisel vor dem Industriegebiet steht das kleine Seafood-Restaurant Yankee Lobster, in dem das Seafood günstiger ist als in den großen Restaurants, die eher Tourifallen sind. 

In der Vitrine neben der Kasse ist frischer Fisch ausgelegt, der von den Schiffen, die direkt vor der Tür ankern, stammt. Du hast die Qual der Wahl zwischen leckeren Combos, Lobster Rolls und vielem mehr. Am besten isst du dich ganz satt und fällst danach einfach glücklich in dein Bett. Seien wir ganz ehrlich: mehr Boston geht nicht. 

Yankee Lobster, Boston
Hummer-Restaurants müssen nicht immer teuer und superschick sein. Bei Yankee Lobster bekommst du den Lobster direkt vom Schiff auf deinen Teller in ganz entspannter Atmosphäre. Foto: Landmeedchen

Die Boston-Radtour ist knapp 20 Kilomter lang und damit in ein paar Stunden (inklusive Pausen) locker mach- oder besser radelbar. Einen Plan kannst du dir unter diesem Link ansehen: Boston-Radtour.

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