Bevor du in deinen nächsten Urlaub aufbrichst, solltest du überprüfen, ob sich das Land nicht gerade im Ausnahmezustand befindet. So eine Situation bedeutet für dich als Reisenden nämlich oft Einschränkungen und Gefahren. Das Tübinger Unternehmen „A3M“ hat untersucht, welche Länder ihren Ausnahmezustand zum Dauerzustand machen.

Wenn der Ausnahmezustand immer wieder verlängert wird

Dazu gehören Tunesien, die Türkei und Ägypten. Die drei Länder verlängern ihren ausgerufenen Ausnahmezustand immer wieder. 

Tunesien befindet sich seit November 2015 im Notstand, nach dem terroristischen Anschlag auf einen Bus der Präsidentenwache. Er gilt mindestens noch bis zum 10. Oktober 2018. Es sei mit vermehrten Polizeikontrollen zu rechnen, so das Auswärtige Amt. Die tunesischen Sicherheitskräfte haben ihre Präsenz saisonbedingt in den Touristengebieten verstärkt. Sie seien in den Sommermonaten an touristischen Anlaufpunkten, Stränden und öffentlichen Plätzen im Einsatz.

Die Türkei befindet sich seit Juli 2016, als der Putschversuch gegen Erdogans Regierung scheiterte, im Ausnahmezustand. Seitdem regiert der türkische Machthaber per Dekret und verlängerte den Zustand bereits sechsmal. Am 19. April läuft der aktuelle Notstand aus, er soll aber erneut verlängert werden. Anhänger der Oppositionspartei demonstrieren in der Türkei dagegen.

Das Auswärtige Amt warnt weiterhin vor willkürlichen Festnahmen und Inhaftierungen in der Türkei und rät zur Vorsicht. Terrorismusexperte Florian Pfeil sagt, vor allem in den Regionen entlang der syrischen Grenze und in den Großstädten Istanbul und Ankara bestehe erhöhte Terrorgefahr. Besonders gefährdete Orte sind Flughäfen, Sehenswürdigkeiten und öffentliche Plätze.

In der tunesischen Hauptstadt Tunis finden immer wieder Proteste statt, die in gewaltsamen Ausschreitungen enden.
In der tunesischen Hauptstadt Tunis finden immer wieder Proteste statt, die in gewaltsamen Ausschreitungen enden. Foto: imago/Xinhua

Auch Ägypten hat den seit April 2017 bestehenden Ausnahmezustand verlängert, nachdem der „Islamische Staat“ dort Anschläge verübt hatte. „Die Maßnahme geht mit erhöhten Eingriffsbefugnissen für Sicherheitskräfte und Militär einher“, teilt das Auswärtige Amt mit. Bei Reisen in das Land rät die Behörde zur Vorsicht. 

Terrorismusexperte Florian Pfeil rät: Je weiter südlich Touristen den Urlaub verbringst, am besten südlich von Hurghada, desto sicherer ist es.

„A3M“ beobachtete in jüngster Vergangenheit weitere Länder, die den Zustand ausriefen. Paraguay sowie Teile Argentiniens und Boliviens waren von Überschwemmungen betroffen, Jamaika hatte mit erhöhter Kriminalität zu kämpfen, und in Tonga sorgte Zyklon „Gita“ für einen Ausnahmezustand. 

Ausnahmezustand: Was bedeutet das für meine Reise?

Viele Notstände sind nicht von langer Dauer, so „A3M“. Sie werden meist von akuten und oftmals nicht lang anhaltenden Ereignissen ausgelöst.

Für Reisende kann so ein Ausnahmezustand ganz unterschiedliche Folgen haben. Von verschärften Einreisebestimmungen über Ausweiskontrollen bis hin zu akuten Gefährdungen der Sicherheit sei alles möglich.

Das Auswärtige Amt gibt Auskunft über Ausnahmezustände und Reisesicherheit.
Das Auswärtige Amt gibt Auskunft über Ausnahmezustände und Reisesicherheit. Foto: imago/Stylbruch

Ein Ausnahmezustand wird in der Regel dann ausgerufen, wenn das Land in durch Unruhen, Anschläge oder Naturkatastrophen gefährdet ist.

Wenn du Zweifel an der Sicherheit in deinem Urlaubsland hast, informier dich vorher zum Beispiel auf der Websete des Auswärtigen Amtes.