Die Flieger der insolventen Airline Niki sollen im März wieder starten – unter dem Motto „The Lauda way to fly“. Formel-1-Legende Niki Lauda kaufte die Airline zurück, die er vor 15 Jahren gegründet hat, und benannte sie um in „Laudamotion“. Jetzt gerät er wegen des Einsatzes von Leiharbeitern in die Kritik.

Er bietet künftigen Mitarbeitern zwei Arbeitsverträge an, einen direkten bei „Laudamotion“ und einen Leihpersonalvertrag bei einer neu gegründeten Personal-Leasing-Tochterfirma namens „Laudamotion Operations“.

Flugbegleiter verdienen nur 959,20 Euro

Bei dieser solle nach dem Handwerker-Brachenkontrakt bezahlt werden. Das bedeutet konkret: Ein Flugbegleiter würde mit einem Grundgehalt von 959,20 Euro brutto pro Monat beginnen. 

Bei langjährigen Niki-Mitarbeitern sorgt das für Ärger und Verunsicherung, denn es handelt sich hierbei um das ursprüngliche Einstiegsgehalt der insolventen Billig-Airline. Die Mitarbeiter wandten sich daher an die österreichische Gewerkschaft Vida.

Und die kritisiert das Vorgehen scharf. „Wir empfehlen den Leuten, solche Verträge nicht zu unterschreiben“, sagte Johannes Schwarcz, Vorsitzender des Vida-Fachbereiches Luftfahrt, dem österreichischen „Kurier“. Diese Leihpersonalkonstruktion hatte Lauda ursprünglich schon bei der Niki Luftfahrt GmbH genutzt. Im Januar hatte der Manager noch angekündigt, auf Leiharbeiter verzichten zu wollen.

Schwarcz sagte, er verstehe nicht, warum der Manager nun doch wieder ein solches Konstrukt nutze. „Mit solchen Modellen werden die Arbeitnehmerrechte ausgehebelt.“

Niki Lauda hingegen versteht die Aufregung nicht. Das Modell diene dazu, Steuern zu sparen. „Wir haben den Mitarbeitern angeboten, bei der ‚Laudamotion Operations‘ einen Vertrag zu unterschreiben, dann zahlen sie für die Diäten und Zulagen keine Steuern. Das sind 300 bis 400 Euro im Monat. Gleichzeitig haben wir ihnen eine Direktanstellung angeboten, wenn das gewünscht ist“, sagte der dem österreichischen „Kurier“.

Die Verträge mit der „Laudamotion Operations“ seien außerdem nur eine Übergangslösung, bis ein neuer Kollektivvertrag vorliege. Über diesen wird ab dem 13. März verhandelt.