Vorweg: Wer bei Ryanair bucht, muss nicht zwangsläufig für einen Sitzplatz zahlen. Aber wenn Paare, Familien oder Gruppen die kostenlosen Plätze in Anspruch nehmen, werden sie mit einer ziemlich hohen Wahrscheinlichkeit getrennt sitzen. Das zeigt zumindest eine aktuelle Studie der Civil Aviation Authority (CAA).

Die britische Luftfahrtbehörde hat etwa 4.300 Passagiere von zehn Airlines zu ihren Erfahrungen mit der Sitzplatzvergabe befragt. Die Teilnehmer reisten alle in einer Gruppe aus zwei oder mehr Personen und hatten keine kostenpflichtigen Sitzplätze reserviert.

35 Prozent der Ryanair-Passagiere sitzen getrennt

Das Ergebnis der Umfrage: Fluggäste von Ryanair sind am unzufriedensten. 35 Prozent gaben an, dass sie bei Flügen mit der Billig-Airline nicht zusammen gesessen haben. Das sind 17 Prozentpunkte mehr als der Durchschnitt.

Die Zweitschlechtesten im Ranking, Emirates, liegen deutlich dahinter mit 22 Prozent. Die anderen acht Airlines – darunter British Airways, Easyjet und Tui Airways – liegen zwischen 12 und 18 Prozent.

Die Ergebnisse im Überblick:

British Airways: 15 Prozent 
Easyjet: 15 Prozent
Emirates: 22 Prozent
Flybe: 12 Prozent
Jet2.com: 16 Prozent
Monarch Airlines: 12 Prozent
Ryanair: 35 Prozent
Thomas Cook: 15 Prozent
Tui Airways: 12 Prozent
Virgin Atlantic: 18 Prozent

Nur die Hälfte der Airlines informierte die Passagiere vor der Buchung, dass sie dafür zahlen müssten, um gemeinsame Sitzplätze sicherzustellen. Die Befragten waren jedoch optimistisch: Fast die Hälfte glaubte, dass ihnen auch ohne kostenpflichtige Reservierung automatisch Sitze nebeneinander zugewiesen würden.

„Die Untersuchung zeigt, dass die Unsicherheit darüber, ob die Gruppe von der Fluggesellschaft getrennt wird, die Verbraucher dazu bringt, für einen Sitzplatz zu zahlen“, so CAA-Chef Andrew Haines.

So viel kostet ein Sitzplatz bei Ryanair

Bei Ryanair zahlen Fluggäste bis zu 20 Euro für ihren Wunschplatz – etwa, wenn sie mehr Beinfreiheit wollen. Für einen Platz im vorderen Bereich sind nach Angaben von Ryanair mindestens 13 Euro fällig. Und wer weiter hinten sitzen, es aber vermeiden will, auf einem Mittelplatz zu landen, zahlt mindestens 3 Euro. 

Wir haben aktuell nachgeschaut und müssten für einen Flug von Bremen nach Fuerteventura jedoch mindestens 5,24 Euro pro Sitzplatz auf den Tisch legen. 

Bis zu 20 Euro müssen Passagiere bei Ryanair für einen Sitzplatz zahlen.
Bis zu 20 Euro müssen Passagiere bei Ryanair für einen Sitzplatz zahlen. Foto: Ryanair.com (Screenshot)

Die CAA will die Sitzplatzvergabe bei den in der Studie untersuchten Airlines nun überprüfen. „Wir werden prüfen, wie Fluggesellschaften entscheiden, wo Passagiere untergebracht werden sollen, die als Teil einer Gruppe gebucht haben, und ob Airlines proaktiv Gruppen aufteilen, obwohl sie zusammengesetzt werden könnten“, so Haines. 

Ryanair: „Sitzplatzvergabe erfolgt zufällig“

Auf reisereporter-Anfrage bestreitet Ryanair, dass Gruppen proaktiv getrennt würden. „Kunden, die keine Sitzplatzreservierung hinzubuchen möchten, wird kostenlos ein zufälliger Sitzplatz zugewiesen“, so Ryanair-Kommunikationschef Robin Kiely.

Familien mit Kindern unter zwölf Jahren haben keine Wahl – sie müssen zahlen! „Hierfür reserviert sich ein Erwachsener einen Sitzplatz für 4 Euro, und die Kinder erhalten kostenlos reservierte Plätze“, so Kiely.

Der irische Billigflieger beteilige sich „gern an den Untersuchungen der CAA zu den Sitzplatzbestimmungen“.

Musste deine Reisegruppe auch schon mal getrennt sitzen?