Laos-Reise: Dschungel & Lichterfest | reisereporter.de

Reise nach Laos: Tiefer Dschungel und magische Lichter

Laos ist bekannt für seine bergige Natur und seine gelassenen Menschen. Plane für deine Reise in das südostasiatische Land unbedingt auch einen Besuch in Luang Prabang ein – am besten, wenn dort Lichterfest ist. 

Lisa Neumann
Von der Tempelanlage des Tempels Vat Phou kann man über die Anlage fast bis zum Mekong schauen.
Von der Anlage des Tempels Vat Phou kann reisereporterin Lisa fast bis zum Mekong schauen.

Foto: privat

Grün, so weit das Auge reicht. Die Kaffeepflanzen, die Bananenstauden und Regenwaldbäume leuchten im diffusen Licht des laotischen Dschungels, von hell- bis tiefgrün. Die Luftfeuchtigkeit ist so hoch, dass sich Wolken zwischen den Baumkronen verfangen.

Die Kleidung ist nass vom Regen und vom Schweiß, und die Füße schmerzen. Langsam müssten wir am Ziel sein – einem 120 Meter tiefen Wasserfall des Bolaven-Plateaus im Südwesten von Laos.

Wir sind mit Sinxang unterwegs, der Fremdenführer stammt aus Nonglaung, einem Dorf mit 130 Familien am Rande des laotischen Regenwaldes, etwa zwei Stunden außerhalb von Pakse im südlichen Laos.

Teil des Bolaven-Plateaus mitten im Dschungel: Der Wasserfall, zu dem eine kleine Treppe führt, ist nur nach fünfstündigem Fußmarsch erreichbar.
Teil des Bolaven-Plateaus mitten im Dschungel: Der Wasserfall, zu dem eine kleine Treppe führt, ist nur nach fünfstündigem Fußmarsch erreichbar. Foto: Lisa Neumann

Die Familien leben hier vom Kaffeeanbau. Aus diesem Dorf, mit seinen Holzhütten auf Stelzen und schlammigen Wegen führt der Weg in den Dschungel. Vor 20 Jahren war Laos noch zu etwa 70 Prozent von Dschungel bedeckt.

Heute sind es nur noch 40 Prozent. Grund dafür sind Rodungen. Das exklusive Holz wird für den Möbelbau benutzt. Dennoch haben wir große Mühe, den Wald zu durchdringen.

An einer Zipline geht es über eine Schlucht mitten im Urwald

Am Nachmittag sollen wir unser Nachtquartier, ein Baumhaus am Rande eines Wasserfalls, erreichen. Doch der Weg dorthin ist beschwerlich, führt über Steine und glatte Wurzeln, durch kleine Bäche und steigt steil an.

Um noch tiefer in den Dschungel zu gelangen, haben wir uns zu Beginn ein Klettergeschirr umgeschnallt, mit dem wir uns nun in fingerdicke Stahlseile hängen. Nacheinander sausen wir an dieser Zipline über eine tiefe Schlucht, die wie eine Schneise durch den Urwald führt.

Die Wucht der Natur ist im wahrsten Sinne des Wortes berauschend.

Zwar neigt sich die Regenzeit langsam dem Ende zu, dennoch überrascht uns ein plötzlich beginnender Wolkenbruch. Nach einer Stunde hört der Regen so abrupt auf, wie er begonnen hat. Die Luftfeuchtigkeit ist nochmals angestiegen.

Nach fünf Stunden und mehreren Ziplines erreichen wir endlich unser Ziel. 120 Meter tief stürzt das Wasser des tosenden Wasserfalls in die kleinen Becken. Die Wucht der Natur ist im wahrsten Sinne des Wortes berauschend.

Die Luftfeuchtigkeit im Dschungel ist immens.
Die Luftfeuchtigkeit im Dschungel ist immens. Foto: Lisa Neumann

Schlafen am Wasserfall, mitten im Dschungel

Auch ich bin berauscht, vom Dschungel und von der Wanderung. Ich stehe da, im Herzen des Dschungels,und fühle ein Glücksgefühl in mir aufsteigen, das ich so zuvor noch nicht kannte. Der Bann des Urwaldes lässt auch in der Nacht nicht nach, als wir in den schlichten Baumhäusern liegen und dem Wasserfall lauschen.

Das Camp ist nur zu Fuß erreichbar. Also packen wir am nächsten Morgen unsere klammen Sachen in den Rucksack, steigen in die nassen Schuhe und stapfen den Weg zurück. Und als ob das noch nicht genug wäre, bricht auf dem Rückweg erneut ein Platzregen über uns herein. Der Weg wird immer schlammiger und rutschiger.

Zum Abschluss erwartet uns noch ein kleines Abenteuer: Unser Weg endet an einer Felswand. Nur kletternd erreicht man den Weg, der zurück ins Dorf führt. In strömendem Regen erklimmen wir den Fels. Auf halber Strecke wagen wir einen Blick über die Schulter: Der gesamte Dschungel liegt uns zu Füßen. Dieser atemberaubende Ausblick lässt uns alle Strapazen vergessen.

Luang Prabang, das Unesco-Welterbe von Laos

Am nächsten Tag geht’ nach Luang Prabang. Die Stadt im Norden des Landes war bis zur Unabhängigkeit von Laos und der Abschaffung der Monarchie 1975 französische Königsstadt.

Seit 1995 ist Luang Prabang als Unesco-Welterbe anerkannt. Die Stadt sei ein bemerkenswertes Beispiel der Verbindung traditioneller Architektur und laotischer städtischer Kultur, die im 19. und 20. Jahrhundert unter europäischer Herrschaft gebaut wurde.

baut wurde die Tempelanlage zwischen dem 6. und 14. Jahrhundert.
Der Tempel Vat Phou liegt in der südlichen Provinz Champasak. Foto: Lisa Neumann

Luang Prabang ist ein Hauptreiseziel in dem Sieben-Millionen-Einwohner-Staat. Zum Zeitpunkt unseres Besuches ganz besonders: Die Buddhisten feiern das Boun Ok Phansa, das Lichterfest zum Ende ihrer Fastenzeit.

Luang Prabang liegt auch im Dschungel – im Touristendschungel

Und schlagartig sind wir wieder im Dschungel – dem Touristendschungel der Stadt, im Getümmel von Menschen aus der ganzen Welt. Die Gebäude aus der Zeit der französischen Herrschaft ergeben mit den laotischen Häusern ein harmonisches Stadtbild, das mit den buddhistischen Tempeln eine gewisse Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt.

Die wird auch durch das allmorgendliche Gewühl auf dem Wochenmarkt nicht gestört. Männer und Jungen in orangefarbener Kleidung und marschieren barfuß in hierarchischer Ordnung mit einem Topf durch die kleine Stadt – es ist der Almosengang der Mönche von Luang Prabang.

Beim Opfergang der Mönche am Morgen in Luang Prabang ist es nicht erlaubt, die Männer anzuschauen, während man ihnen ein Gabe in die Körbe legt.
Beim Opfergang der Mönche am Morgen in Luang Prabang ist es nicht erlaubt, die Männer anzuschauen, während man ihnen eine Gabe in die Körbe legt. Foto: Lisa Neumann

Was im ersten Moment wie eine Touristenattraktion wirkt, ist alltäglich und Bestandteil der buddhistischen Kultur. Bei der täglichen Prozedur gehen die, die ihr Leben Buddha gewidmet haben, ab 6 Uhr durch die Straßen und sammeln die Gaben der Bevölkerung ein.

Auf den Straßen scheint die Zeit für einen Moment stehenzubleiben. Niemand spricht, langsam geht die Sonne auf. Die Mönche und Novizen, angehende Mönche, ziehen sich nach etwa eineinhalb Stunden wieder in einen der unzähligen Tempel zurück. Sie müssen noch die restlichen Vorbereitungen für das Lichterfest treffen.

Boun Ok Phansa: Lichterfest in Luang Prabang

Zum Boun Ok Phansa ist die Stadt mit Lampions und Papiersternen in jeglichen Größen geschmückt. Den ganzen Tag hängen die Einwohner weitere Lampen auf und basteln noch an Papierdrachen, die die Umzugswagen schmücken sollen. Kurz nach der Dämmerung zieht der farbenfrohe Zug mit seinen prächtigen Wagen durch die Straßen.

Bei einem abendlichen Umzug anlässlich des Lichterfests begleiten die Laoten einen großen leuchtenden Drachen aus Papier.
Bei einem abendlichen Umzug anlässlich des Lichterfests begleiten die Laoten einen großen Drachen aus Papier. Foto: Lisa Neumann

Begleitet von Tausenden Lichtern, Gesang und Tanz laufen die Menschen durch die Stadt bis zum Mekong. Dort setzen die Gläubigen eine Opfergabe aus orangefarbenen Blumen und Kerzen ins Wasser.

Die Form des Gestecks ähnelt einer Stupa, einem buddhistischen Turm, in dem im frühen Buddhismus die Reliquien des Buddha oder herausragender Mönche aufbewahrt wurden.

In der Nacht sehen wir immer mal wieder kleine helle Lichtpunkte auf dem Mekong dahinschwimmen, die die Wünsche der Menschen in die Welt hinaustragen. Noch bis tief in die Nacht feiern die Menschen, die den Abend sonst eher daheim verbringen, auf den Straßen der kleinen Stadt, angestrahlt von unzähligen Kerzen.

Das Fest strahlt eine eigenartige Magie aus, nicht zuletzt dank der Fröhlichkeit und der gewissen Gelassenheit der Laoten...

Tipps für die Reise nach Laos

Anreise: Von Frankfurt am Main, München und Düsseldorf fliegt Singapore Airlines nonstop nach Singapur. Von dort geht es mit der Tochtergesellschaft Silk Air weiter nach Luang Prabang oder Vientiane.

Einreise: Für die Einreise sind ein Visum und ein Passbild nötig. Das Visum erhalten Reisende am Flughafen für etwa 50 US-Dollar. Der Reisepass muss noch mindestens sechs Monate gültig sein.

Beste Reisezeit: In Laos herrscht ein tropisches Klima mit hohen Temperaturen. Die Regenzeit endet im Oktober. Die beste Reisezeit ist zwischen November und Februar. Die Temperaturen liegen dann bei etwa 25 Grad Celsius.

Gesundheit: Für einen kurzen Aufenthalt in Laos sind keine Impfungen vorgeschrieben. Zu empfehlen sind jedoch, zusätzlich zu den Standardimpfungen, Typhus und Hepatitis A. Gegen Malariamücken sollte man Schutzmittel mit dem Wirkstoff DEET mitnehmen. Wasser sollte man nur aus geschlossenen Flaschen trinken. Für Krankenhausaufenthalte empfiehlt es sich, nach Thailand zu fliegen.

Währung: In Laos zahlt man mit laotischen Kip. Der Wechselkurs ist etwa eins zu 10.000.

Sonstiges: Buddhastatuen sollten nicht als Mitbringsel gekauft werden – die Ausfuhr ist verboten.

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