Wenn einer den Larry machen darf, dann er: Captain Larry. Das Mikrofon lässig in der einen, abwechselnd Gashebel und Steuerrad seiner „Never Never Land“ in der anderen Hand, schippert der 61-Jährige den Hillsborough River hinauf und füttert seine Gäste mit Informationen. Und die schmecken nicht nur den Touristen, für die er Bootstouren in Tampa anbietet, sondern auch den Einheimischen, die ihn als Wassertaxi-Captain lieben. Seit acht Jahren ist er hier.

 
Mit Laurence „Larry“ Salkin erleben Besucher die 355.000-Einwohner-Stadt entspannt fernab des Verkehrsgewusels in Floridas aufgeheizten Straßenzügen. Es geht vorbei an der Skyline mit Sun-Trust- und PNC-Tower, dem Convention Center und der University of Tampa, einem Prachtbau in maurischem Stil mit glänzenden Minaretten und Virginia-Eichen im parkähnlichen Garten.

 

 

„Das war nicht immer eine Uni – 1891 errichtete Eisenbahn-Mogul Henry B. Plant hier das Tampa Bay Hotel“, erzählt Larry. 519 Zimmer, umgerechnet auf heutige Verhältnisse eine Milliarde Dollar teuer „und in der Weltwirtschaftskrise den Bach runtergegangen“.

 

 

Den Bach geht’s auch mit uns Touristen runter – im positiven Sinne. Entlang dem River Walk, Tampas Prestige-Promenade, die sich nachts als leuchtendes Band wechselnder Farben zum Museum of Art schlängelt. Ein Kunstwerk bereits von außen dank Leo Villareals Fassaden-LED-Installation.

 

 

Eine weltoffene, besonders für junge Leute schnell wachsende Stadt sei Tampa, erklärt Larry. „Hier schert sich niemand um die Herkunft, wir leben mittlerweile nebeneinander statt in Communities.“ Der Ethnien-Mix in der Stadt ist vielfältig: Außer wenigen Asiaten und Indianern leben hier rund 25 Prozent Afroamerikaner sowie rund 24 Prozent Hispanics und Latinos – rund 63 Prozent bezeichnen sich als „Weiße“.
 
Pflanzenrückstände färben den Hillsborough River fast schwarz, vielleicht ist das der Grund, weshalb wir an diesem Tag keine Manatees sehen. Die gutmütigen Seekühe sind wie Palmen und Krokodile ein Wahrzeichen Floridas und der Region Tampa. Unter der stählernen, von Graffiti übersäten Zugbrücke hindurch geht es zum Anleger am Ende des River Walks.
 
Ulele – es kann kein Zufall sein, das Captain Larry uns hier abgesetzt hat. Das Restaurant mit angeschlossener Brauerei ist eine der angesagtesten Adressen in Sachen Essen und Trinken in Tampa. Die Backsteinmauern des 112 Jahre alten Gebäudes haben schon viel gesehen. Einst Pumpstation, Werkstatt für Polizeiautos und TV-Studio ist dort seit rund einem Jahr das Ulele zuhause.

 

 

Bereits heute zählt das nach der angrenzenden Quelle benannte Restaurant zu den Top 100 der USA. Der einmalige Mix aus industriellem Chic, Biergarten mit Brauerei, Bar und erstklassigen Speisen aus offener Küche war der Garant für den raschen Aufstieg des Uleles.
 
Wer gern gut isst, wird sich auch im Oxford Exchange wohl fühlen. Das Restaurant am West Kennedy Boulevard gegenüber der Uni ist dem Ulele in Sachen Style und Qualität mindestens ebenbürtig. Die einstigen Stallungen des Tampa Bay Hotels bestechen mit ihrem britischen Charme. Die Innenarchitekten haben sich unter anderem vom Wolseley am Londoner Piccadilly inspirieren lassen. Im integrierten Buch- und Geschenkladen können Besucher ein paar Schätzchen ergattern.