Eine Flugverspätung: ärgerlich. Noch ärgerlicher: im Flieger statt im Flughafencafé ausharren. Absolut nervenzehrend: vor Kälte bibbernd im Flugzeug warten müssen. Genau das erlebten die Fluggäste der Airline Pobeda in Krasnojarsk. 

Eigentlich sollte Flug DP-418 um 8.15 Uhr Ortszeit aus dem sibirischen Ort nach Moskau starten. Doch die Passagiere mussten gut zwei Stunden lang am Startflughafen Jemejanowo in der Boeing 737 ausharren – und das bei geöffneten Türen und minus 16 Grad Außentemperatur!

Wir sitzen hier, frieren und warten.

Grigory Skarchenko

Auf Twitter kursierten Fotos von den in Jacken, Decken und Schals eingemummelten Passagieren. Und Passagier Grigory Skarchenko schrieb aus dem Flieger auf Facebook: „Wir sitzen hier, frieren und warten.“

„Zuerst war alles wie immer, wir wurden mit dem Bus zum Flugzeug gebracht. Wir haben uns auf unsere Plätze gesetzt. Dann kam ein Flugbegleiter und sagte, dass wegen der Ankunft von Putin der Flughafen geschlossen werden muss“, sagte er Radio Svoboda. Der russische Präsident wollte in Krasnojarsk die örtlichen Wirtschaftsgrößen treffen und an Gesprächen über die dortige Ausrichtung der Winter-Universiade 2019 teilnehmen.

Minus 16 Grad im Flieger: Flugbegleiter durften Türen nicht schließen

Selbst die Mitarbeiter hätten nicht mehr aus dem Flieger steigen dürfen und deshalb auch nicht die Gangways wegfahren und die Flugzeugtüren schließen können. Doppeltes Pech: Die Heizung im Flieger war defekt. Die Stimmung im Flugzeug sei resigniert bis angespannt gewesen, so Skarchenko: „Die Leute waren entweder ganz still oder haben geflucht.“

Mit insgesamt drei Stunden Verspätung hob der Flieger schließlich ab. Skarchenko nimmt die ganze Situation im Nachhinein mit Humor: „Draußen waren es minus 16 Grad. Das ist ja gar nicht so kalt, wir hatten Glück.“ In Krasnojarsk sind im Winter auch minus 40 Grad keine Seltenheit.