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7 Gründe, warum wir die Toskana so lieben

Wie keine andere Region steht die Toskana für „Bella Italia“ und „Dolce Vita“. Doch warum fasziniert uns der sonnige Garten Italiens wie kaum ein anderes Ferienziel? Der reisereporter kennt die sieben besten Gründe für (mindestens) einen Urlaub in der Toskana.

Das Val d’Orcia in Contignano in der Toskana ist ein Grund, warum wir die italienische Region so lieben.
So sieht Sehnsucht aus… Die Landschaft in der Toskana ist ein Grund, warum wir die italienische Region so lieben.

Foto: imago/Dieter Mendzigall

Sanfte Hügel mit tiefgrünen Zypressen, malerische Dörfer, historische Städte und uralte Weingüter: Für viele Deutsche ist die Bilderbuchlandschaft der Toskana das Sehnsuchtsziel schlechthin – und oft eine Liebe fürs Leben. Warum? Hier kommen sieben Gründe:

Die Landschaft

Die Region hat den Ruf luxuriös zu sein, doch in großen Teilen ist die Toskana, deren Größe ungefähr der von Mecklenburg-Vorpommern entspricht, wild und ursprünglich. Die überwiegend dünn besiedelte Landschaft ist von beeindruckender Schönheit: Mit ihren grünen Hügeln, Zypressenalleen und historischen Gütern und Dörfern wirkt sie oft wie gemalt.

Als Kontrastprogramm zu den im Sommer stets vollen Stränden findest du in der Toskana menschenleere, bis zu 2.000 Meter hohe Berge und einsame Täler, durch die noch Wolfsrudel streifen. Neben diesen fast unberührt wirkenden Naturparadiesen gibt es archäologische Schätze von Weltruhm, das Erbe der Griechen, Etrusker und alten Römer, deren Spuren die Toskana bis heute prägen.

So waren es die Römer, die die Region einst vermessen und zur Untergliederung reihenweise Zypressen pflanzen ließen, die der Gegend bis heute ihr charakteristisches Aussehen geben.

Hügel mit historischem Gut in der Toskana.
Mit ihren grünen Hügeln, Zypressenalleen und historischen Gütern wirkt die Landschaft der Toskana oft wie gemalt. Foto: pixabay.com/kasabubu

Die Unterkünfte

Viele der alten Landhäuser, Villen und Höfe, die in der immer noch weitgehend unveränderten Landschaft verstreut liegen, sind renoviert und oft zu luxuriösen Feriendomizilen umgebaut. Jenseits der größeren Orte findest du hier absolute Ruhe und Erholung.

Manche Häuser liegen so einsam, dass sich als Nachbarn nur Füchse, Wildschweine und Rehe blicken lassen. Wer hier Urlaub macht und nicht mit dem eigenen Auto angereist ist, benötigt einen Mietwagen, um die vielen Facetten der Region zu erleben.

Ihrem Ruf entsprechend gibt es in der Toskana etliche schicke Boutiquehotels und hochwertig ausgestattete Agriturismo-Höfe mit persönlicher Betreuung und großartiger Küche. Besonders empfehlenswert sind Übernachtungen in einem der zahlreichen alten Weingüter, beispielsweise im Chianti. Hier wohnst du meist hinter dicken Steinmauern, mit antiken Möbeln, viel Platz – und herausragenden Weinen, die direkt vor Ort noch besser schmecken als im Restaurant oder zu Hause.

Die Strände

Die Toskana hat einige der schönsten Strände Italiens; sie sind in einzelne Abschnitte eingeteilt, in der Landessprache Bagni genannt. Im Norden finden sich lange Sandstrände, die bis zu 200 Meter breit sind.

Der Lido di Camaiore etwa, der familienfreundlich flach ins Wasser abfällt, ist einer der beliebtesten Sommertreffs am Tyrrhenischen Meer. Wie aus dem Bilderbuch wirkt der kleine Badeort Marina di Pietrasanta mit seinem kristallklaren Wasser und den Pinienwäldern hinter dem fünf Kilometer langen Strand.

An der felsigen Küste des Monte Argentario dagegen urlauben die Reichen und Berühmten. Die längste Bucht liegt bei Follonica an der etruskischen Küste, als schönster Ferienort gilt Castiglione della Pescaia mit seiner eindrucksvollen Burg oberhalb des Strandes. Übrigens: Nach dem italienischen Ferienende ab September gehören die im Hochsommer stets vollen Strände fast allein den ausländischen Touristen.

Die Städte

Florenz: An Florenz, der „Wiege der Renaissance“, führt bei einem Toskana-Urlaub kein Weg vorbei – auch wenn es hier im Sommer schon mal ziemlich voll werden kann. Das Zentrum der prächtigen Stadt wirkt wie ein riesiges mittelalterliches Freilichtmuseum und wurde schon 1982 zum Weltkulturerbe der Unesco ernannt. Das Original von Michelangelos berühmtem David, Ikone der Renaissance, steht in der Galleria dell’Accademia. Die Uffizien zeigen in den 39 Sälen des oberen Stockwerks eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt.

Pisa: Vor dem Schiefen Turm von Pisa haben seit Generationen Millionen von Touristen posiert – der „Platz der Wunder“ mit dem weißen Dom, dem Baptisterium und eben dem berühmten Turm gilt als das schönste Kirchenensemble Italiens.

Siena: Auch jenseits des weltberühmten Pferderennens im Stadtzentrum ist die Stadt einen Besuch wert – am besten außerhalb der Hochsaison. Dann kehrt der ursprüngliche Charme in die pittoreske Stadt zurück, deren mittelalterlich-gotischem Zauber sich kaum jemand entziehen kann. Die Piazza del Campo, umgeben von einem wahren Labyrinth von Altstadtgassen, ist einer der schönsten Plätze Italiens.

San Gimignano: Das sogenannte „Manhattan der Toskana“ bietet spektakuläre Ausblicke. Im Mittelalter standen hier auf einem Hügel mehr als 70 bis zu 54 Meter hohe festungsartige Wohntürme, die den Ort auch heute noch aus weiter Entfernung unverkennbar machen und im Sommer für einen steten Zustrom von Touristenbussen sorgen. Wer vom Domplatz hügelabwärts durch die Seitengassen läuft, wird mit einem großartigen Panoramablick über die Landschaft belohnt. Fast so legendär wie sein Wein ist auch die Festung von Montalcino. Einst gegen die Gegner aus dem großen Florenz gebaut, lassen sich heute im Innenhof toskanische Weine und Spezialitäten verkosten, während klassische Musik für die richtige Stimmung sorgt.

Die bis zu 54 Meter hohen festungsartigen Wohntürme machen San Gimignano heute noch aus weiter Entfernung unverkennbar.
Die bis zu 54 Meter hohen festungsartigen Wohntürme machen San Gimignano heute noch aus weiter Entfernung unverkennbar. Foto: pixabay.com/bogitw

Die Kultur

Im Mittelalter war die Region eines der geistigen Zentren Europas. Einige der größten Künstler und Wissenschaftler lebten und arbeiteten hier: Leonardo da Vinci, Michelangelo und Galileo Galilei. Vier Fünftel aller Kunstschätze Italiens finden sich noch heute in der Toskana, zahllose Kunstwerke aus der damaligen Epoche können bestaunt werden, insbesondere die vielen Meisterwerke der Architektur, detailverliebt gestaltete Skulpturen und meisterhafte Gemälde.

Auch jenseits der allgegenwärtigen Renaissance hat die Toskana kulturelle Schätze zu bieten: Das „Centro per l’arte contemporanea Luigi Pecci“ in Prato ist das größte Museum für zeitgenössische Kunst und stellt die Exponate auf 12.000 Quadratmetern teilweise im Freien, teils in zehn großen Räumen aus.

Das Essen

Kulinarischer Schnickschnack wie Molekularküche und andere Gastro-Experimente haben sich in der Toskana nie durchsetzen können. Warum auch? Die Gerichte sind auf die jeweilige Saison abgestellt und bringen die rustikalen Aromen der Region perfekt auf den Tisch.

Das gastronomische Motto wird am besten in einem toskanischen Sprichwort zusammengefasst: „Wie deine Mutter zu kochen ist gut – wie deine Großmutter zu kochen ist besser.“ Traditionen in Form von seit Generationen überlieferten Rezepten bilden die Grundlage einer unverwechselbaren Küche, die neben dem Wein wesentlich für den Ruf der Toskana als „Heimat des guten Geschmacks“ verantwortlich ist.

Gegrillte Bisteccas vom Chianina-Rind gehören zu den besten Steaks der Welt, an der toskanischen Küste sollte man auf jeden Fall Cacciucco probieren, einen köstlichen Fischeintopf, und auf keinen Fall fehlen darf natürlich die Spezialität der Region: Wildschwein in allen Variationen.

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Die Weine

Die Anbaugebiete zählen zu den besten und bekanntesten der Welt: etwa das wilde Chianti mit seinen dicht bewaldeten Hügeln und dem gleichnamigen Wein, der aus der Sangiovese-Traube gewonnen wird. Montalcino ist das Heimatdorf des Brunello, Italiens berühmtestem Rotwein. Er kommt erst im sechsten Jahr nach der Ernte in den Handel und trägt das Gütesiegel der höchsten Qualitätsklasse DOCG.

Am stilvollsten kannst du ein Glas Brunello wohl in der majestätischen Mittelalterfestung Rocca mit ihrer Weinbar probieren.

Die schönste Art, die großen Tropfen der Toskana kennenzulernen, ist sicherlich eine Reise auf einer der 14 Weinstraßen der uralten Kulturlandschaft. Die Fahrt entlang der Chiantigiana (SR 222) von Florenz nach Siena ist eine der schönsten Autorouten in Italien und führt mitten durch die sanften Hügel des Anbaugebiets des berühmten Chianti Classico mit seinem schwarzen Hahn am Flaschenhals-Etikett.

Die beste Reisezeit ist die Erntezeit im September, wenn etliche Städte im Chianti das Einbringen der Sangiovese-Trauben mit Festen feiern, auf denen eine große Auswahl an regional produzierten Weinen probiert werden kann.

Weinberge in Chianti, einem der bekanntesten Weinanbaugebiete der Toskana.
Das Chianti ist eines der bekanntesten Weinanbaugebiete der Toskana. Foto: imago/allOver-MEV

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