Partytouristen saufen Sangria mit Plastikstrohhalmen, Plastikbecher und Plastikteller werden einfach am Strand liegen gelassen, Hotelmülleimer quellen über vor Kaffeekapseln.

Immer mehr Touristen auf Mallorca produzieren immer mehr Müll – und nur ein kleiner Teil des Abfalls landet in Recycling-Tonnen. Das führt dazu, dass vielerorts die Straßen, Strände und das Meer verdreckt sind. Damit soll bald Schluss sein.

Die Regionalregierung der Balearischen Inseln hat ein Gesetz auf den Weg gebracht, das dem Plastikmüll den Kampf ansagt. 

„Wir haben nur ein begrenztes Gebiet, dessen Umwelt empfindlich ist. Und zugleich haben wir eine überwiegend touristische Industrie, die den Gebrauch von Plastikprodukten in die Höhe treibt“, sagt Sebastià Sansó vom balearischen Umweltministerium der Zeitung „El País“. 

Mallorca verbietet Kaffeekapseln und Plastikbecher

Das neue Gesetz soll unter anderem gegen Wegwerfprodukte vorgehen. Das wird vor allem am Ballermann zu spüren sein. Denn nicht nur Plastiktüten werden verboten, auch die zum Eimersaufen beliebten Strohhalme sowie fürs Strandpicknick genutzte Utensilien wie Kunststoffbecher, Partygeschirr und Plastikbesteck.

Auch die Kaffeekapseln sollen nicht mehr verkauft werden dürfen. Das trifft zum einen viele Privathaushalte auf der Baleareninsel, aber auch in Hotels werden immer mehr Filtermaschinen durch Kapselgeräte ersetzt.

Das sieht der Gesetzentwurf konkret vor:

  • Der Verkauf von Einweg-Wasserflaschen aus Plastik soll in öffentlichen Gebäuden verboten werden, Restaurants müssen Kunden gratis Leitungswasser ausgeben.
  • Ab dem 1. Januar 2019 dürfen keine Einweg-Plastiktüten mehr verteilt werden.
  • Plastikteller, Plastikbesteck, Plastikbecher und Plastikstrohhalme sollen ab 1. Januar 2020 verboten sein, außer sie sind recyclebar. Das Verbot gilt auch für Restaurants.
  • Kaffeekapseln sind ab dem 1. Januar 2020 sind ​verboten, es sei denn, sie sind einfach zu recyclen oder mehrfach verwendbar.
  • Feuchttücher werden verboten.

80 Prozent der Abfälle, die an Mallorcas Stränden eingesammelt werden, sind aus Plastik. Einen Strand trifft es besonders hart: „Can Pere Antoni“ in Palma wird regelmäßig zur Müllhalde.

Das hängt zum einen mit der allgemeinen Verschmutzung des Meeres durch Plastik zusammen, zum anderen mit den Kläranlagen auf Mallorca. Bei starkem Regen laufen die Becken der Kläranlagen der Stadt über, ungeklärtes Abwasser gelangt direkt ins Meer, berichtet die „Mallorca-Zeitung“. So landen auch Feuchttücher, die ins Klo gespült werden, in Massen an dem Strand.