Wandern in Berlin: 5 schöne Wege | reisereporter.de

Die 5 schönsten Wanderungen in und um Berlin

Wenn du an Berlin denkst, denkst du wohl eher an Großstadtdschungel als an Wälder und Wanderwege. Die gibt es dort aber auch! Wir verraten, wo. Und wir verraten dir sogar, welches die schönsten Wanderungen sind.

Der Hellsee ist einer der Lieblingswanderorte von reisereporterin Leo in Berlin und Brandenburg.
Der Hellsee ist einer der Lieblingswanderorte von reisereporterin Leo in Berlin und Brandenburg.

Foto: Leo Bartsch

Der Eindruck, dass es in der Hauptstadt kaum Natur gibt, täuscht. Tatsächlich ist Berlin eine der grünsten Städte Europas, und viele vergessen zudem oft, dass sie wie eine Insel in einem schönen Bundesland namens Brandenburg liegt, dessen Fläche zu mehr als einem Drittel von Naturparks, Wäldern und Seen besetzt ist.

Der Übergang von Berlin nach Brandenburg ist dabei durchaus fließend, und so ergibt es sich, dass du hier überraschenderweise eine Sache ganz hervorragend machen kannst: wandern! Ich habe dir die fünf schönsten Wanderungen in und um Berlin zusammengestellt:

1. Die Schlachtensee-Tour

Der Schlachtensee liegt im Südwesten Berlins im Stadtteil Zehlendorf und ist wunderbar geeignet, um einen Einstieg in die Mission „Großstadt-Wandern“ zu finden. Zwar ist es dort, da er ein beliebtes Ausflugsziel ist und eine ebenso beliebte Strecke für Jogger, nie wirklich menschenleer, aber dafür ist er leicht mit der S-Bahn erreichbar.

Der Rundweg ist mit gut sechs Kilometern zudem sehr entspannt und ein guter Anfang, wenn du länger nicht wandern warst. Dir ist das zu wenig? Dann kannst du die Route erweitern und noch zusätzlich 2,5 Kilometer um die Krumme Lanke laufen.

Während der knapp anderthalb Stunden, die du für die Wanderung brauchst, kannst du nebenbei noch davon träumen, auch einmal in einer Villa mit Seezugang zu wohnen.

Schwierigkeit: leicht
Anfahrt: Mit der S1 bis zum S-Bahnhof Schlachtensee.



2. Wanderung auf dem Havelhöhenweg

Der Havelhöhenweg ist wirklich ein außergewöhnlich schöner Wanderweg und verläuft über zehn Kilometer zwischen dem Strandbad Wannsee und der Heerstraße in Spandau. Am Ostufer der Havel entlang wanderst du hier durch den Grunewald. Das Besondere: Der Weg verläuft immer an der Abbruchkante, die bis zu 35 Meter in die Tiefe führt.

Dadurch hast du einen tollen Blick auf die Havel, und es führt zudem dazu, dass du zahlreiche Treppen steigen musst. Da wir hier ja sonst keine Berge haben, ist das eine willkommene Abwechslung – ein paar Höhenmeter haben noch niemandem geschadet.

Schwierigkeit: mittelschwer
Anfahrt: Der Weg ist in beide Richtungen begehbar. Vom Norden erreichst du ihn mit der S3 oder der S9 bis zum S-Bahnhof Pichelsberg, vom Süden fährt man am besten mit der S1 oder S7 bis Wannsee und von dort mit dem Bus 218 bis Große Steinlanke (dort ist auch ein kostenloser Parkplatz).



3. Wandern rund um den Hellsee

Immer, wenn du mal genug von Berlin hast, erscheint es wie ein Hoffnungsschimmer am Horizont: Brandenburg. Dort, wo die Luft noch nicht verschmutzt ist und du nicht im Minutentakt mit Touristen kollidierst… Hach – und diese Stille erst.

Der Hellsee ist einer dieser Flecken Brandenburgs, den ich eigentlich am liebsten für mich behalten würde, weil er so schön ist.

Die 8,3 Kilometer lange Wanderung um den See bietet verblüffend viel Abwechslung, es geht am Seeufer durch den Wald, Bäume ragen teils ins Wasser, in dem sich der Himmel spiegelt. Dann, am nördlichsten Punkt, führt der Weg durch den alten Park von Schloss Lanke, der wie ein verwunschener Märchengarten wirkt, um dann eine kleine Steigung zu machen, von der du einen tollen Blick über den Hellsee hast.

Da du anschließend ein Vogelschutzgebiet umwandern musst, geht es von der sumpfigen Landschaft durch offene Felder, und schließlich kommt man in der kleinen Siedlung Hellmühle an, die idyllischer nicht sein könnte. Wenn du dich danach nicht vom Großstadtleben erholt hast, ist dir nicht zu helfen. Einziges Manko: Diese Wanderung ist leider nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

Schwierigkeit: moderat
Anfahrt: Mit dem Pkw nach Hellmühle. Es gibt einige Parkmöglichkeiten am Ende des Hellmühler Wegs.



4. Wandern auf dem Uferweg am Müggelsee

Der Müggelsee darf in dieser Liste nicht fehlen, denn er ist der größte See Berlins und außerdem im wunderschönen Bezirk Köpenick gelegen. Allein schon, wenn du mit der S-Bahn in Friedrichshagen ankommst und die Hauptstraße Richtung Müggelsee herunterläufst, fühlst du dich wie in einer ganz anderen Welt. Dabei bist du immer noch in Berlin.

Aber alles hier ist irgendwie niedlicher. Gleich zu Beginn gehst du durch den Spreetunnel, was an sich schon ein kleines Erlebnis ist. Dann geht es immer am See entlang, so weit, wie du möchtest. Einmal ganz herum sind 17 Kilometer, also schon eine kleine Herausforderung. Das ist auch nur in den Sommermonaten möglich, denn diese Route beinhaltet eine Fährfahrt.

Schwierigkeit: mittelschwer (aufgrund der Länge)
Anfahrt: Mit der S3 bis nach Friedrichshagen.



5. Der Mauerweg

Der gesamte Mauerweg ist eigentlich 160 Kilometer lang und markiert die ehemalige Grenze von West-Berlin zur DDR. Wer ganz ambitioniert ist, kann hier natürlich eine Fernwanderung machen oder die Strecke mit dem Fahrrad abfahren. 

Wer allerdings nur ein paar Stunden Zeit hat, kann sich einen Abschnitt im Zentrum Berlins raussuchen und einmal zu Fuß ein großes Stück Geschichte erkunden.

Zum Beispiel vom Nordbahnhof zum Potsdamer Platz, unter anderem vorbei am Tränenpalast, oder vom Potsdamer Platz zur Warschauer Straße, entlang der „East-Side-Gallery“ (jeweils sieben Kilometer). So erschließt du dir wandernd eine ganz neue Perspektive auf die Stadt.

Schwierigkeit: leicht
Anfahrt: S1, S2, S25, S26, M8, M10, M12 bis Nordbahnhof oder S1, S2, S25, S26 bis Potsdamer Platz.

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