Airbnb boomt – und Städte wehren sich | reisereporter.de

Jeder Sechste nutzt Airbnb – und die Städte wehren sich

Airbnb boomt, jeder sechste Europäer nutzt die Plattform, um dort eine Unterkunft zu suchen oder die eigene zu vermieten. Gleichzeitig wächst in Metropolen der Widerstand. Vorwurf: Airbnb-Touris überlasten die Stadtviertel.

Eine Hand hält ein Smartphone, auf dem eine Airbnb-App mit Unterkünften in Amsterdam geöffnet ist.
Jeder sechste EU-Bürger nutzt Sharing-Plattformen für Unterkünfte – Amsterdam wehrt sich gegen die Airbnb-Touristen-Massen. (Symbolfoto)

Foto: imago/Paulo Amorim

Sharing-Plattformen wie Airbnb werden immer beliebter. Im Durchschnitt nutzt sie jeder sechste EU-Bürger. Vorreiter sind die Briten, dort ist es knapp jeder Vierte. Auch Deutschland liegt über dem Durchschnitt, knapp jeder Fünfte bucht so eine Unterkunft.

Metropolen wie Paris, Berlin, Barcelona und Amsterdam wehren sich gegen die Entwicklung von Airbnb und anderen Sharing-Plattformen.

Infografik: Jeder 6. nutzt Airbnb und Co. | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Die Stadtverwaltung von Amsterdam kämpft etwa gegen die Überlastung von Stadtvierteln durch Airbnb-Touristen. Sie hat mitgeteilt, dass Vermieter ihre Wohnungen in der niederländischen Hauptstadt ab dem 1. Januar 2019 nur noch 30 Tage im Jahr vermieten dürfen. Bisher sind es 60 Tage.

Erst im Jahr 2017 hatte die Stadt eine Meldepflicht für Vermieter angekündigt. Diese schreibt vor, dass Privatleute künftig vorab der Kommune melden müssen, dass sie eine Wohnung bei Airbnb oder einer ähnlichen Sharing-Plattform anbieten wollen. Tun sie das nicht, droht eine Strafe von bis zu 20.500 Euro. 

Die Zahl der Airbnb-Unterkünfte in Amsterdam ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen: „Im Jahr 2013 wurden rund 4.500 Wohnungen angeboten, 2017 waren es 22.000. Dieser Anstieg verursacht zunehmend (unerwünschten) Einfluss auf verschiedene Amsterdamer Viertel und Nachbarschaften“, so die Stadtverwaltung.

In Paris müssen seit Dezember 2017 Unterkünfte, die über Airbnb vermietet werden, eine offizielle Registrierungsnummer haben. 

Bereits seit dem Jahr 2012 müssen in Barcelona alle Immobilien, die bei Airbnb angeboten werden, in einem regionalen Touristenregister gelistet sein. Aber: Viele Inserate halten sich offenbar nicht an das Gesetz. Deshalb musste Airbnb nach Angaben des Portals „The Local“ im Jahr 2016 rund 600.000 Euro Strafe an die Stadt Barcelona zahlen.

In deutschen Großstädten gibt es unterschiedliche Regelungen. In Berlin etwa brauchen nach dem „Zweckentfremdungsverbot“ Vermieter eine Sondererlaubnis, um ihre Wohnung gegen Geld als Ferienwohnung anbieten zu dürfen. Ab Mai 2018 sollen auch Privatleute wieder ohne Genehmigung auf Airbnb vermieten können, für 60 Tage im Jahr. In München, Frankfurt am Main und Hamburg gibt es ähnliche Zweckentfremdungsgesetze – der Grund dafür ist der hart umkämpfte Wohnungsmarkt.

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