Ryanair will weniger Handgepäck in der Kabine. Airline-Finanzchef Neil Sorahan fühlte sich im vergangenen Jahr von den Passagieren „verarscht“, weil vor allem Familien verstärkt einen Trick nutzten, um mehr Handgepäck mit an Bord zu nehmen. Aus diesem Grund kündigte der Billigflieger an, die Handgepäckregelungen zu verschärfen. 

Ryanair: Nur noch kleines Handgepäck in Kabine

Die neuen Regelungen gelten seit dem 15. Januar. Nur, wer Priority (inklusive Flexi Plus, Family Plus oder Plus) gebucht hat, darf weiterhin zwei Handgepäckstücke mit in die Kabine nehmen.

Alle anderen dürfen nur noch eine kleine Tasche mit den Maßen 35×20×20 Zentimeter mitnehmen – das ist maximal eine mittlere Handtasche. Trolley, Handgepäckskoffer und Rucksäcke dürfen nicht mehr mit an Bord.

Handtasche mit Lineal liegt auf einem Tisch.
Wer kein Priority Boarding gebucht hat, darf nur noch eine kleine Tasche mit in die Kabine nehmen. Foto: Geißler

Großes Handgepäck muss in den Frachtraum

Das größere Handgepäcksstück – darf bis zu zehn Kilogramm schwer sein und maximal die Maße 55×40×20 Zentimeter haben – muss beim Gate abgegeben werden und wird dann kostenlos im Frachtraum transportiert.

Diese Prozedur solle das Boarding beschleunigen, teilt Marketing-Chef Kenny Jacobs mit.

Auf Facebook gibt es allerdings viele kritische Kommentare. „Es wird einen Stau an Passagieren geben, die non-priority gebucht haben und ihr Gepäck kurz vor Abflug abgeben wollen. Das wird zu Verspätungen führen“, glaubt etwa Nicola Kearns. 

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Ryanair: Nachträglich Priority Boarding buchen

Passagiere können Priority Boarding hinzubuchen – für 5 Euro bei der Buchung oder für 6 Euro bis zu zwei Stunden vor Abflug.

In der Hoffnung, dass mehr Fluggäste ihre Koffer aufgeben und nicht mit in die Kabine nehmen, senkt Ryanair außerdem die Preise für Aufgabegepäck: Ein Koffer bis zu 20 Kilogramm kostet seit dem 15. Januar 2018 25 Euro, bisher zahlten Passagiere 35 Euro für 15 Kilogramm.

Das gilt aber nur für Aufgabegepäck, das direkt bei der Flugbuchung hinzugefügt wird. Wenn Aufgabegepäck im Nachhinein hinzugebucht wird oder am Flughafen aufgegeben wird, kostet es 40 Euro pro Koffer. 

Eigentlich sollten die neuen Gepäckregeln bereits im November in Kraft treten. Der Start wurde dann jedoch verschoben.