Immer mehr Menschen fliegen, gleichzeitig ereignen sich immer weniger Unglücke im Flugverkehr: Im vergangenen Jahr gab es keinen schweren Absturz ziviler Verkehrsflugzeuge in Europa, auch weltweit wurden die wenigsten Unfälle und Todesfälle seit Beginn der Datenaufzeichnung der zivilen Luftfahrt verzeichnet.

Das bedeutet: 2017 war das sicherste Flugjahr, das es je gab.

Eine Studie des „Aviation Safety Network“ (ASN) zeigt, dass im Jahr 2017 bei insgesamt zehn Unglücken mit Flugzeugen im zivilen Einsatz 79 Menschen gestorben – bei rund 36,8 Millionen Starts weltweit.

Fünf Unfälle betrafen Passagierflüge, fünf Frachtflüge. 44 der Todesopfer waren Passagiere oder Crew-Mitglieder an Bord einer Maschine, 35 verloren ihr Leben am Boden. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 verzeichnete ASN 16 Unfälle mit insgesamt 303 Todesopfern.

Von der Statistik ausgenommen sind Unglücke mit Militärmaschinen oder kleineren Flugzeugen mit weniger als 14 Passagiersitzen an Bord.

Das schlimmste Flugzeugunglück 2017 ereignete sich in Kirgistan. Ein Frachtflugzeug (eine Boeing 747-412F) verfehlte im Januar die Landebahn, zerschellte am Boden und ging in Flammen auf. Vier Besatzungsmitglieder sowie 35 Bewohner eines nahen Viertels starben. 

Das war das tödlichste Flugjahr 

Fliegen ist heute 350-mal sicherer als noch in den 70er-Jahren. Die statistische Wahrscheinlichkeit, durch einen Flugzeugabsturz ums Leben zu kommen, lag in den 70ern noch bei 1 zu 264.000, 2017 lag sie bei rund 1 zu 92.750.000. 

Diese Grafik des BDL zeigt: Während das Passagieraufkommen über die Jahre stetig ansteigt, sinkt die Anzahl der Unfälle.
Diese Grafik zeigt: Während das Passagieraufkommen über die Jahre stetig ansteigt, sinkt die Anzahl der Unfälle. Foto: BDL

Seit der ASN-Aufzeichnungen im Jahr 1946 gab es in der zivilen Luftfahrt 3.180 Unglücke mit 82.412 Toten. Das bislang tödlichste Flugjahr war 1972: Damals starben 2.469 Menschen bei insgesamt 55 schweren Unglücken. Und das bei vergleichsweise nur 9,4 Millionen Starts.

Das schlimmste Unglück auf deutschem Boden war der Flugzeugabsturz bei Königs Wusterhausen in Brandenburg im August. Eine Maschine der DDR-Fluggesellschaft Interflug stürzte kurz nach dem Start in Berlin-Schönefeld ab, alle 156 Menschen an Bord starben.