Tipps für Winterurlaub an der Nordsee | reisereporter.de

Warum du im Winter statt im Sommer an die Nordsee musst

Wie romantisch ist das denn? Dick in den Wintermantel eingemummelt am Strand entlangschlendern, einen Grog am knisternden Kaminfeuer trinken und sich im Spa verwöhnen lassen. Es gibt viele Gründe, warum du auch mal im Winter an die Nordsee musst.

Zwei Spaziergänger auf einem Deich an der Nordsee.
Lange Spaziergänge am Deich, ein Grog am Kachelofen und einfach die Seele baumeln lassen – so schön ist Winterurlaub an der Nordsee. (Symbolfoto)

Foto: imago/Jochen Tack

Ich verrate dir, welches meine liebsten Aktivitäten sind – die auch du dir nicht entgehen lassen solltest:

Winterliches Insel-Hopping

Deine Gummistiefel sind sowieso ein bisschen groß? Dann zieh die dicken Wollsocken von Omi an und ab geht es zum Mega-Watt-Spaziergang zwischen den Halligen. Startpunkt für die zehn Kilometer lange Wanderung ist Dagebüll. 

An grauen Wintertagen wirkt das Watt noch mystischer und schier unendlich. Deswegen rate ich dir, eine geführte Tour zu machen. Die Wattführer gehen mit Kompass und GPS-Gerät voran. Du folgst ihnen in die geheimnisvolle Weite. Irgendwann taucht, wie ein Geisterschiff in der Ferne, die Hallig Oland auf. Auf der winzigen Erhebung leben nicht mehr als zwanzig Menschen, und trotzdem darf die Gaststätte für ein geselliges Zusammenkommen nicht fehlen. Hier gibt’s einen Friesentee zum Aufwärmen, bevor es weiter durch das Watt geht. 

Pünktlich zu Kaffee und Kuchen erreicht ihr die Hallig Langeneß. Nach einem ersten Grog beziehst du dein Hotelzimmer, und abends gibt es ein zünftiges Grünkohlessen, wie es sich im winterlichen Norden gehört. 

Eine Fähre bringt dich am nächsten Tag wieder zurück aufs Festland.

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Das wärmende Kultgetränk der Nordseeküste

Was gibt es Schöneres als ein heißes Getränk nach einer Wanderung auf dem Deich? Der Pharisäer ist das Heißgetränk schlechthin für die Norddeutschen. Dabei handelt es sich um einen Kaffee mit Sahnehaube und einem ordentlichen Schuss Rum. Erfunden wurde das Getränk in der Stube eines Bauernhauses, dass du auch heute noch besuchen kannst: dem Pharisäerhof auf Nordstrand. 

Die Geschichte zum Pharisäer ist genauso putzig wie die kleine Gaststube mit ihrem Kachelofen: Seinerzeit durfte in der Gegenwart des asketischen Pastors kein Alkohol getrunken werden. Die Einwohner Nordstrands hielten sich weitesgehend dran. Bis zu dem Tag, als sie bei einem Fest miteinander anstoßen wollten. Ganz unauffällig kippten sie einen Schuss Rum in ihren Kaffee und setzten die Sahne obendrauf, sodass man den Alkohol nicht riechen konnte. Irgendwann bekam aus Versehen auch der Pastor einen Rum-Drink in die Hand gedrückt, und als er das Trugspiel erkannte, rief er: „Oh, ihr Pharisäer!“

So bekam der Kaffee mit Schuss seinen Namen und ist seither an der gesamten Nordseeküste Schleswig-Holsteins nicht mehr wegzudenken.

Wellness am Deich mit Blick auf die Nordsee

Allein das weite Land und die Kraft des Meeres lassen uns tief durchatmen und entspannen. Ein Spaziergang am winterlichen Strand, die kalte Brise im Gesicht, und wir haben das Gefühl, dass schon die Hälfte unserer Sorgen wie von Zauberhand wegweht. 

An der Nordsee wird die Kraft des Meeres schon seit Jahrhunderten genutzt. In den vielzähligen Wellness- und Spa-Oasen entlang der Küste werden Massagen mit Meersalz angeboten. Das Material für die Behandlung mit den Schlickpackungen wird in den meisten Fällen direkt vor der Tür aus der Nordsee gewonnen. 

Sogar das „Gold des Nordens“, der Bernstein, den du am besten am Strand nach einem Wintersturm finden kannst, wird für Wellness-Zwecke verwendet. Eine Behandlung mit Bernsteinpulver und Ölen fördert die Durchblutung der Haut, ein Bernstein-Peeling strafft und glättet. 

Nicht selten sind die Saunas mit Blick auf das Meer hinaus gebaut. Wenn du mutig bist, stürzt du dich nach dem Saunagang direkt in die Nordsee. 

Das Watt bei Nacht – Führung im Museum

Du siehst die Hand vor Augen nicht. Denkst du! Denn im winterlichen Watt gibt es eine Menge zu entdecken. In den Wintermonaten zeigt sich das Nationalpark-Zentrum von seiner dunklen Seite. 

Jeweils an einem Abend im Januar, Februar und März bietet das Multimar-Wattforum in Tönning eine Nachtwanderung an. Die Tour führt im Dunkeln entlang der 37 Aquarien des Nationalparks. Jeder Teilnehmer bekommt eine Taschenlampe in die Hand gedrückt. 

Wenn die Nacht dunkel und still ist, ist es Zeit für die nachtaktiven Tiere, munter zu werden. Aale kriechen aus ihren Verstecken hervor und Katzenhaie gehen auf Futtersuche. Die Hummer krabbeln aus ihrer Höhle, um auf die Jagd nach Krebsen und Muscheln zu gehen.

Ein Paradies für Whisky-Fans

Wenn dir abends nach einem Strandspaziergang in der Kälte noch nach einem besonderen Absacker ist und du gern Whisky trinkst, solltest du bei einem Besuch auf Amrum unbedingt in der Gaststätte Blaue Maus zwischen Wittdün und Süddorf einkehren. 

Was sich zunächst ein bisschen wie eine skurrile Schlagerkneipe anhört, ist eine der besten Whisky-Bars in Deutschland. Die große Leidenschaft von Wirt Jan von der Weppen sind schottische Whisky-Sorten. Nachdem der Wirt die urige Gaststätte 1970 von seinen Eltern übernommen hatte, baute er das Angebot kontinuierlich aus. Mittlerweile gibt es mehr als 400 verschiedene Sorten Whisky. 

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