Katzen-Cafés: Käffchen mit Kätzchen | reisereporter.de

Katzen-Cafés weltweit: Zum Käffchen ein Kätzchen

Nichts entspannt dich mehr, als mit einem schnurrenden Fellbündel zu schmusen? Aber dein Vermieter, Partner oder Hund verbieten es, dir eine eigene Katze anzuschaffen? Die Lösung: Kuscheln beim Käffchen in Katzen-Cafés! Und das geht auf der ganzen Welt.

Im „Stubentiger Café“ in Hannover gibt’s zum Käffchen ein Kätzchen.
Im „Stubentiger Café“ in Hannover gibt’s zum Käffchen ein Kätzchen.

Foto: Felix Horstmann

Händewaschen (damit die Tiere nicht krank werden), Fotos gern (aber ohne Blitz) und schlafende Katzen soll man bitte nicht wecken… Die Regeln werden uns beim Besuch des „Stubentiger Cafés“ in Hannover direkt am Anfang verraten.

Und dann ist es so weit: Eine der hier insgesamt fünf anwesenden Miezen begrüßt uns mit einem skeptischen Blick – und straft uns anschließend mit Nichtbeachtung. Katzen halt. Die junge Frau am Eingang hatte da offensichtlich mehr Glück: Auf ihrem Schoß lässt sich ein Stubentiger genüsslich kraulen.

Katzen-Cafés sind im Trend. Das „Stubentiger Café“ in Hannover war das erste in Niedersachsen, das vierte in Deutschland. Und jetzt sprießen diese besonderen Cafés, in denen es ein Kätzchen zum Käffchen gibt, in der ganzen Republik – und in der ganzen Welt.

In Hamburg etwa hat im Sommer 2017 das erste Katzen-Café der Stadt eröffnet: das Café Katzentempel in Eimsbüttel. Und der erste Ansturm verrät: Die Stadt scheint nur auf das Konzept „Katze zum Kaffee“ gewartet zu haben. Aber: Was ist überhaupt ein Katzen-Café? Und warum ist das Konzept ein weltweiter Erfolg?

Katzen gegen Stress

Im Grunde sind Katzen-Cafés ganz normale Cafés – nur eben, dass dort auch Katzen wohnen, mit denen die Gäste schmusen können. Was genau daran reizvoll ist, können nicht nur wahre Katzenliebhaber nachvollziehen, sondern auch Wissenschaftler.

Denn die positive Auswirkung von Katzenhaltung auf die Gesundheit – darunter gesenktes Schlaganfallrisiko, weniger Stress und Angstzustände – wurde bereits in Studien nachgewiesen.

Ein paar Stunden Auszeit in schnurrender Begleitung können also nicht schaden. Genau darauf setzen die Katzen-Cafés. Und natürlich auf all die Katzenverrückten, die sich selbst aus unterschiedlichen Gründen keine eigene Katze zulegen können.

Neben dem Hamburger Café gibt es noch zwei weitere „Katzentempel“, einen in Nürnberg und einen in München. Mit der Münchner Filiale holte Gründer Thomas Leidner im Mai 2013 den Katzen-Café-Trend als Erster nach Deutschland.

Die Philosophie? „Mit Herz, aber auch Verstand und Wirtschaftlichkeit den Gästen den Tier- und Umweltschutzgedanken näherzubringen,“ Die „Katzentempel“-Cafés servieren nämlich nicht nur Katzen zum Kuscheln, sondern auch vegane Speisen und Getränke. Andere deutsche Städte mit Katzen-Cafés sind Bremen, Köln, Aachen, Berlin, Hannover und Bielefeld.

Katzen-Café – Woher kommt dieser Trend?

Das weltweit erste Katzen-Café eröffnete vor fast 20 Jahren in Taiwan. Besonders beliebt ist das Konzept aber in Japan, allein in Tokio gibt es mittlerweile mehr als 40 Katzen-Cafés, berichtet die „Daily Mail“.

Nach Europa schaffte es die besondere Symbiose aus Katzen und Kaffee dank Takako Ishimitsu, einem geborenen Japaner, der in Wien Europas erstes Katzen-Café, das Café Neko, eröffnete. Das war im Mai 2012, seitdem verbreitet sich das Katzen-Café-Fieber rasant.

Ebenso vielfältig wie die Städte, in denen Katzen-Cafés mittlerweile zu finden sind, sind die Namen der Cafés – gern mit mehr oder weniger kreativen katzeninspirierten Wortschöpfungen: The Cat Café Purrth in Perth (Australien), Catmosphere Café in Sydney und Chiang Mai (Thailand), KitTea Cat Café in San Francisco, Meowtropolitan in Seattle oder das Café Schnurrke in Köln sind nur einige Beispiele.

Om und miau: Yoga mit Katzen

Besonders in den amerikanischen Cat Cafés hat sich dazu noch ein anderer Trend etabliert: Katzen-Yoga. Für die doppelte Dosis Entspannung empfehlen die Katzenenthusiasten, dich bei einer Yogastunde katzengleich auf der Matte zu räkeln, während die flauschigen Vierbeiner um dich herumstreichen.

Um das Wohl der Katzen musst du dir übrigens in der Regel keine Sorgen machen: In Deutschland gibt es bestimmte Vorlagen, die zum Beispiel vorschreiben, dass sich die Katzen auch während der Öffnungszeiten in einen eigenen Raum zurückziehen können, wenn sie mal eine Pause von den Gästen brauchen. Außerdem arbeiten viele Katzen-Cafés, egal ob in Europa, Amerika oder Australien, mit Tierschutzorganisationen zusammen und schenken den Katzen in den Cafés ein liebevolles Zuhause.

Und: Oft kannst du die samtpfotigen Vierbeiner sogar adoptieren, solltest du mal dein Herz so sehr an ein Kätzchen verlieren, dass du es nicht mehr mit anderen Café-Besuchern teilen möchtest. Da muss nur noch der Vermieter/Partner/Hund vom neuen Mitbewohner überzeugt werden…

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