Niki bleibt ab dem 14. Dezember 2017 am Boden! Zuvor war der Rückzug des Lufthansa-Angebots aufgrund der „ablehnenden Haltung der EU-Kommission gegen eine Übernahme der österreichischen Airline aus wettbewerbsrechtlichen Gründen“ bekannt geworden. Daraufhin sstellte Niki am 13. Dezember einen Insolvenzantrag.

Ab sofort bleiben alle 21 Niki-Flieger am Boden: Der Flugbetrieb von Niki ist seit dem 14. Dezember 2017 eingestellt, teilte die österreichische Airline mit. Der Flugplan ist nicht mehr gültig, Flüge unter dem IATA-Airline-Code HG wird es nicht mehr geben. Tickets können auch nicht mehr gebucht werden.

Niki-Insolvenz: Tausende Urlauber gestrandet

Rund 400.000 Buchungen sind offenbar von dem Stop des Flugbetriebes der Air-Berlin-Tochter betroffen. Die Folge der Insolvenz: Tausende Passagiere sind gestrandet. Vor allem Flüge nach Mallorca, auf die Kanaren und nach Portugal sind betroffen.  

„Für Passagiere, die ihren Flug direkt bei Niki gebucht haben, organisieren mehrere Fluggesellschaften derzeit eine Rückholaktion auf Standby-Basis gegen ein geringes Entgelt aus dem Ausland nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz“, schreibt die Airline auf ihrer Webseite. Wer den Flug bei einem Reiseveranstalter gebucht hat, solle sich direkt mit ihm in Verbindung setzen, so Niki.

An den Rückholaktionen beteiligen sich Condor, Eurowings, Germania, Tuifly und die Lufthansa. Condor kündigte zum Beispiel an, Fluggäste, die im Ausland gestrandet sind und direkt bei Niki gebucht haben, auf Condor-Flügen bis zum 31. Dezember kostenlos nach Hause zu fliegen, wenn es noch freie Plätze in den Fliegern gibt (Standby). Andere Airlines bieten einen Rabatt von 50 Prozent auf ihre Flüge, wenn Urlauber zuvor bei Niki gebucht haben.

Die Passagiere sollen sich an die Check-in-Schalter am jeweiligen Flughafen wenden. Weitere Optionen und Infos gibt es auf der Webseite von Condor.

Was ist mit meinem Niki-Ticket?

Rund 410.000 haben noch Tickets von Niki für die kommenden Tage, Wochen und Monate. Bei Pauschalreisen musst du nicht mit Mehrkosten für deine Reise in den Urlaub oder die Rückreise rechnen. „Wenn der Flug Teil einer Pauschalreise ist, können Kunden beruhigt sein“, sagt Reiserechtsanwalt Paul Degott.

Dann gibt es eine gesetzliche Absicherung, der Reiseveranstalter steht in der Verantwortung. Er muss dafür sorgen, dass die Beförderung sichergestellt ist. „Jeder Pauschalreiseveranstalter ist gegen Insolvenz und Zahlungsunfähigkeit abgesichert“, so Degott. So sei auch das Kundengeld sicher. Rund 210.000 Tickets wurden über Reiseveranstalter gebucht. 

Insolvenzverwalter: Passagiere werden entschädigt

Für Passagiere, die ihren Flug direkt bei der Airline gebucht haben, gibt es der Erfahrung von Rechtsexperten weniger Hoffnung. Denn dann gibt es diese gesetzliche Absicherung nicht. „Das Geld ist vermutlich weg“, so Degott. Denn Kunden stünden in der Gläubigerkette hinter Arbeitnehmern und Banken. Das gelte normalerweise auch, wenn Passagiere einen Flug über Portale wie Opodo oder Expedia buchen. „Denn das sind nur Vermittler, der Vertragspartner ist die Airline“, so Degott.

Rund 200.000 Passagiere haben nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Dr. Lucas Flöther ihre Tickets direkt bei Niki gebcht. Und die meisten könnten tatsächlich Glück haben. Sie „erhalten – sofern sie ihre Tickets nach dem Insolvenzantrag von Air Berlin Mitte August 2018 erworben haben – den Reisepreis voraussichtlich voll erstattet. Dies gilt für alle diese Tickets mit Reisezeitraum bis Ende Oktober 2018“, teilt Flöther mit.

Neue Kaufinteressenten für Niki

Die Rettung von Niki könnte noch gelingen. Es gibt immer mehr Interessenten, die die insolvente Airline kaufen wollen. Unternehmensründer Niki Lauda sagte dem ORF, dass er sich gute Chancen ausrechnet, Niki zu übernehmen.

Ihm folgten Reiseveranstalter Thomas Cook, die Billig-Airline Ryanair, eine Bietergruppe um den Berliner Logistiker Zeitfracht und die Wartungsfirma Nayak. Dem Insolvenzverwalter bleiben aber nur wenige Tage, um einen Käufer zu finden. Sonst laufen die Start- und Landerechte von Niki aus.