Montreals hässlicher Weihnachtsbaum | reisereporter.de

Kanada feiert den hässlichsten Weihnachtsbaum der Welt

Es ist vielleicht der hässlichste Weihnachtsbaum der Welt: Die Spitze hängt krumm nach unten, zwischen den Ästen prangen große Lücken. Und trotzdem feiert ganz Kanada diesen Baum. Warum?

Der hässliche Weihnachtsbaum von Montreal.
Monteal schafft eine neue Tradition: Der hässliche Weihnachtsbaum.

Foto: Loic Romer Photography

„Challenge accepted“ – das dachte sich 2016 der Weihnachtsbaumlieferant Sapin MTL aus Montreal in Kanada. Er wollte dem Weihnachtsbaum vor dem Rockefeller Center in New York Konkurrenz machen. Sie suchten die höchste Tanne, um sie in dem Ort aufzustellen. Und ernteten Spott und Hohn.

Denn ihr Baum war, sagen wir mal, wenig spitze. Denn seine Spitze fehlte. Er war schief, hässlich und auch noch sieben Meter kleiner als die berühmte New Yorker Tanne.

„Dieser Baum sieht aus, als wäre er gerade aus der Weihnachtsbaum-Reha entlassen worden“ oder „Was für eine Schande“, lästerten Twitter- und Instagram-Nutzer.

Der Weihnachtsbaum erhielt gleich zwei eigene Parodiekanäle auf Twitter. Auch die „New York Times“ und die „Washington Post“ machten sich über ihn lustig.

In diesem Jahr dreht Montreal den Spieß um. Seit dem 24. November steht dort wieder ein Weihnachtsbaum, der dem perfekt geschmückten Riesenbaum in New York wirklich gar keine Konkurrenz macht. Mit Absicht!

Einige Nutzer feierten schon den Weihnachtsbaum 2016: „Alles, von seinen zotteligen Ästen, seinem Wirrwarr aus Lichtern bis zu seinem Flickwerk aus Deko, macht ihn einfach liebenswert“, schrieb eine Instagram-Nutzerin.

Inspiriert von solchen Kommentaren, suchten die Gründer von Sapin MTL dieses Jahr unter dem Namen „Ilot 84“ nach dem hässlichsten Baum Kanadas und stellten ihn in der 57 Rue Prince Arthur auf.

„Der Baum könnte eine Tradition in Montreal werden – anstelle eines prachtvollen, perfekten Baumes könnten wir jedes Jahr einen aufstellen, der authentisch ist, krumm, ein bisschen bizarr und mit einer originellen Persönlichkeit“, sagte Organisator Philippe Pelletier. „Wir wollen damit die ‚hässliche‘ Seite des Lebens feiern.“

Rund um den Baum sind in der Rue Prince Arthur noch andere unperfekte Weihnachtsinstallationen zu sehen: Village du Vilain Sapin de Montréal nennen die Organisatoren die Straße – das heißt auf Deutsch „Dorf des hässlichen Weihnachtsbaumes“. Die Aktion läuft noch bis 23. Dezember.  

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