Reiseblogger: Schönste Begegnungen | reisereporter.de

Reiseblogger verraten ihre schönsten Begegnungen weltweit

Ich habe das Glück, durch meinen Beruf an die schönsten Orte der Welt zu reisen. Tropische Wälder, paradiesische Strände, pulsierende Metropolen – alles dabei. Doch für mich sind es vor allem die Menschen und ihre Geschichten, die ich unterwegs treffe.

Reisende lernen einander am Feuer kennen.
Es sind die Menschen und ihre Geschichten, die eine Reise ausmachen. (Symbolbild)

Foto: unsplash.com/Phil Coffman

„Manchmal ist es die beste Idee, den Rückflug zu verpassen“, hatte mir mal ein Weltreisender in einem Café in Mumbai geraten. Und dann gezwinkert. Ich hatte mich zu dem Zeitpunkt längst in Indien verliebt, wollte nicht nach Hause zurück, und sein Satz fühlte sich an wie eine geheime Botschaft. Bleib doch einfach. Ginge das denn?

Obwohl ich mich damals nicht traute, meinen Rückflug einfach zu ignorieren, imponierte mir seine Gelassenheit, seine Lebensfreude, seine Spontanität. All das strahlte er aus, und für all das stand dieser eine Satz. Und weil ich es liebe, Geschichten über solche Menschen zu lesen, habe ich vier Reisebloggerinnen nach ihren spannendsten Begegnungen unterwegs befragt.



Franziska Reichel: Coconut Sports

Franzi liebt die schönen Dinge im Leben – als Teilzeitflugbegleiterin hat sie schon viel von der Welt gesehen, nebenbei arbeitet sie als Onlineredakteurin. Auf ihrem Blog finden sich neben klassischen Reiseberichten auch Artikel, in denen sie spannende Fragen zum Fliegen beantwortet oder so witzig-herzerwärmende Texte wie „20 schlaue Reisetipps an mein 20-jähriges Ich“. Franzis Artikel zu lesen ist, wie mit einer guten Freundin Kaffee trinken zu gehen.



Franzi erzählt:

„Als ich Jub vor zwei Jahren auf den Philippinen kennenlernte, wusste ich sofort, dass wir nichts gemeinsam haben. Er ist das, was man gern abfällig als ‚Gutmenschen‘ bezeichnet: All-time-Yogi, Hippie, Veganer, Weltverbesserer. Jub hasst absolut nichts und niemanden. Aber wenn er etwas hassen würde, wäre es alles, was ich liebe: schöne Hotels, ausschweifende Shoppingtouren, Großstädte – noch nicht einmal beim Sport werden wir uns einig.

Inzwischen haben wir gemeinsam sieben Länder bereist. Und auch wenn es mir immer ein Rätsel bleiben wird, wie zwei so unterschiedliche Seelen zueinanderfinden können, möchte ich Jub in meinem Leben nie mehr missen.“



Elisa Model: Take an adVANture

Elisa muss raus, und zwar immer. Wer Elisa sucht, sollte schauen, ob ihr Van in der Garage steht, was er ziemlich sicher nicht tut, denn damit düst sie auch mal auf die Lofoten. Auf „take an adVANture“ geht es deshalb um genau das: Abenteuer suchen, in die Natur gehen, unterwegs sein. 2017 hat die Architektin weniger das Weite vor der Haustür gesucht, sondern ist vielmehr mit ihrem Mann im Rahmen der Allgäu-Orient-Rallye bis nach Jordanien gefahren!



Elisa erzählt:

„Auf Reisen, egal ob nah oder fern, trifft man oft die interessantesten Menschen. Man muss sich nur darauf einlassen. Wie vor ein paar Jahren auf Fuerteventura, als ein Tag auf dem Surfbrett mit ein paar Bierchen auf einem selbst gebauten großen Katamaran endete.

Das hölzerne Boot, das mich ein bisschen an den Film ‚Waterworld‘ erinnerte, gehörte Hans, der sein bisheriges Leben auf den Meeren dieser Welt verbracht hat. Nicht aber auf einer Jacht oder einem Kreuzfahrtschiff, sondern immer auf einem Boot, das er mit seinen eigenen Hände geschaffen hat. Frei von Terminzwängen, Meetings und jeglichem Luxus unserer heutigen Zeit, dafür aber mit Freiheit und einem Leben bestimmt durch die See und die Widrigkeiten der Natur.“



Marianna Hillmer: Weltenbummler Mag

Der Blog von Marianna ist ein Urgestein der Reisebloggerszene – zu Recht. Die Hamburgerin hat sich durch so zauberhafte Ideen wie „Paris für Naschkatzen“ und ihren detailverliebten Blick auf Texte längst in mein Herz geschrieben. Marianna sagt: „Reisen macht glücklich und darüber lesen auch.“ 

Deshalb verschlägt es die Autorin, Fotografin und Webdesignerin häufig an ausgefallene Orte; ein Buch über die „111 Gründe, um die Welt zu reisen“ hat sie ebenfalls geschrieben.



Marianna erzählt:

„In Albanien gibt es kein ausgeprägtes öffentliches Busnetz, also greift man auf die dort üblichen Minibusse zurück. Abfahrt ist immer dann, wenn der Bus voll ist. Treffpunkte sind über verschiedene Plätze in der Stadt verstreut. Das System kennen nur die Einheimischen.

Für alle anderen wirkt es zufällig und ordnungsfrei.
 Auf der Busfahrt von Tirana Richtung Küste kam ich mit einer Studentin ins Gespräch, die sich dann ganz großartig um meine gesamte Weiterfahrt kümmerte. Sie rief einen Freund an, der wiederum einen Busfahrer kannte, fand heraus, wo und wann der nächste Bus nach Himara abfahren würde und überzeugte den ersten Busfahrer, extra für mich einen Umweg zu fahren, um mich an exakt der richtigen Bushaltestelle abzusetzen.


Damit ich dann auch wirklich an der richtigen Stelle wartete (es gibt keine Haltestellenschilder), stieg sie mit aus und setzte mich auf den richtigen Fleck, instruierte einen weiteren Wartenden, wohin ich wollte, und stattete mich noch mit einer lokalen Spezialität aus ihrer Heimatstadt aus, damit ich die Wartezeit genussvoll überbrücken konnte.“



Kathrin Heckmann: Fräulein Draußen

Wenn eine Reisebloggerin das Fernwandern in den letzten Jahren geprägt hat, dann wohl Kathrin. Nach ihrem großen Abenteuer, 1.500 Kilometer durch Großbritannien zu wandern, packt sie immer wieder den Rucksack und läuft los. Wahlweise auch am anderen Ende der Welt, so wie dieses Jahr in Westaustralien.

Das Schöne daran: Sie nimmt sich selbst dabei nicht zu ernst. Deswegen gibt es rund um ihre tollen Eindrücke auch selbstironische Instagram-Storys und Anekdoten aus einem Leben in Wanderschuhen.

Kathrin erzählt:

„Meine schönsten Begegnungen auf Reisen sind immer die, die ich auf meinen Wanderungen erlebe. Vor Kurzem war ich zum Beispiel auf einem 1.000 Kilometer langen Fernwanderweg im Süden Westaustraliens unterwegs und habe in diesen zwei Monaten so viele wunderbare Menschen kennengelernt, mit ihnen Lagerfeuer, Schokoriegel und ganz viele Geschichten geteilt.

Ich habe mit ihnen über unsere Ausrüstung genauso wie über den Sinn des Lebens philosophiert. Über Blasen gejammert und über unsere Fortschritte jubiliert. Wenn man während einer Ausnahmesituation wie einer Fernwanderung andere Menschen trifft, die tagsüber genau die gleichen Berge überqueren und Flüsse durchwaten müssen, dann trifft man sich direkt als Freund und nicht mehr als Fremder.“



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