Christmas-Shopping in New York: Tipps | reisereporter.de

Christmas-Shopping in New York für Fortgeschrittene

„Zum Christmas-Shopping nach New York“ – klingt mittlerweile so ausgelutscht wie „zum Spring Break nach Kroatien“. Und doch hat sich reisereporterin Christina im Dezember in ihre Lieblingsmetropole gewagt. Zwischen Traum und Albtraum liegen manchmal nur ein Straßenzug oder ein Blickwinkel.

Weihnachtlich geschmücktes Restaurant in New York.
Zwischen Graffiti, Hochhäusern und Ampeln entwickeln weihnachtlich geschmückte Restaurants einen ganz besonderen Charme.

Foto: Christina Mänz

Wer zum ersten Mal in der Weihnachtszeit nach New York fährt, der landet – wie Millionen von Touristen – unweigerlich in Midtown Manhattan. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche! Dort steht sie unerschütterlich, die Megatanne am Rockefeller Center mit der ikonischen Eislaufbahn davor. Einen Steinwurf entfernt läuft unbeirrbar die irrwitzige Christmas Spectacular Show in der Radio City Music Hall.

In der Radio City Music Hall läuft jede Weihnachten die Spectacular Show.
Eine New Yorker Weihnachtstradition: die Spectacular Show in der Radio City Music Hall. Foto: Christina Mänz

In der Umgebung verzaubern die Shoppingtempel wie Saks und Macy’s wie eh und je mit ihren opulenten Schaufenstern. Lauter, schriller, heller, exzessiver, bunter, kitschiger, verrückter, gedrängter – alles, alles, wirklich alles trifft auch in diesem Jahr auf das Festrausch-Epizentrum zu. Ein Halleluja den Christmas-Shoppern aus aller Welt! Da drücken selbst ein paar Antiterror-Betonklötze mehr am Straßenrand nicht auf die Stimmung.

Doch mit dieser Ecke der Stadt ist es so wie mit zu süßem, klitschigem Schokoladenkuchen: Irgendwann ist’s genug, schnell fürchtet man, das Frohsinnsgeläute löse Ohrensausen und das Dauergeblinke Nervenzucken aus. Zum Glück kann New York City abseits vom großen „Ho, ho, ho“ zur Weihnachtszeit auch ganz anders sein.

Weihnachtszeit in New York.
Weihnachtsbeleuchtung, wohin das Auge blickt: New York blinkt und leuchtet in der Weihnachtszeit besonders hell. Foto: Christina Mänz

Wenn zum Beispiel der erste Schnee die Kopfsteinpflasterstraßen und geschmückten Brownstone-Häuser im West Village in eine historische Kulisse verwandelt. Oder der Duft der frisch geschlagenen Weihnachtsbäume auf den Gehwegen den Gestank von Müll und Abgasen übertüncht.

Und wenn auf den kleinen Wochenmärkten wieder Hot Cider und Eggnog ausgeschenkt wird. Dann wird New York zu einer richtig melancholisch-verträumten Angelegenheit. Dann möchte man am liebsten mit Baum und Cider in einem dieser Backsteinhäuser verschwinden und es sich vor dem Kamin muckelig machen. Ist so!

Hier kommen meine aktuellen persönlichen Tipps für alle, die noch kurz vor dem Fest einen Abstecher nach New York machen:

Ausweichempfehlung 1: Wer, so wie ich, gern im verschlafenen West Village und im verwarzt-schicken Meatpacking District untwerwegs ist, wird gerade von extrem vielen Dauerbaustellen genervt. Einige kleine Läden hat das bereits ihre Existenz gekostet. Alternativen: Entweder an die Lower East Side oder nach West-Chelsea rund um die High Line ausweichen. Dort gibt es viele neue Läden, Galerien, Bars, Cafés und Hotels. Museen natürlich auch.

Die Highline in New York City.
Die High Line ist eine Parkanlage, die auf einer nicht mehr genutzten Güterzugtrasse gebaut wurde. Foto: Christina Mänz

Ausweichempfehlung 2: Die wunderschöne St. Patrick’s Cathedral an der 5th Avenue ist derzeit viel zu voll zum besinnlichen Innehalten. Alternative und einen Ausflug an die Upper West Side wert ist die Kathedrale Saint John the Divine gegenüber der Columbia University. Grandiose Konzerte in der Weihnachtszeit.

Liebenswert: Der Washington Square Park im Village; am besten mit Kaffee und Bagel. Am 24. Dezember werden hier traditionell Weihnachtslieder gesungen (Christmas Caroling). Sonst ist der Park Kulisse und Bühne für Straßen- und Lebenskünstler.

Unbedingt lassen: Sonntags in die Museen. Derzeit ist der Besucheransturm noch größer als sonst.

Unbedingt machen: Den Kollegen der „Salvation Army“ Aufmerksamkeit schenken. Die gehören zum New Yorker Weihnachtsbild einfach dazu und bitten zum Teil sehr unterhaltsam und fröhlich um Spenden.

Neu: Russ & Daughters, eines meiner Lieblingsrestaurants, hat jetzt auch eine Dependance im Jüdischen Museum an der Upper East Side. Noch ein Grund mehr, dorthin zu gehen. Derzeit wird eine sehr sehenswerte Modigliani-Ausstellung gezeigt.

Lachsbagel im Russ and Daughters in New York.
Lecker: Ein Lachsbagel bei Russ and Daughters. Foto: Christina Mänz

Unbedingt: Immer wieder mal nach oben schauen. Die Skyline verändert sich schwindelerregend schnell – und die Häuserfassaden sind zum Teil echte Kunstwerke.

Die Skyline von New York.
Die Skyline von New York verändert sich ständig. Foto: Christina Mänz

Ja, bitte: Eine unerschöpfliche Quelle für originelle Weihnachtsgeschenke sind noch immer Supermärkte, Drugstores und die Museumsshops.

Weihnachtsshopping im Supermarkt in New York.
Weihnachtsshopping im Supermarkt. Foto: Christina Mänz

Eher nicht: Tiffany hat ein neues Geschäftskonzept entwickelt und gleich mehrere neue Läden damit bestückt: Der Juwelier veredelt jetzt Profanes wie Strohhalme und Hundeaccessoires. Die Preise sind zum Heulen. Dann doch lieber auf einen feisten Ring sparen.

Weihnachtsdekoration bei Tiffany in New York.
Die Weihnachtsdekoration bei Tiffany glitzert mit dem Schmuck um die Wette. Foto: Christina Mänz

Trend bei Geschenken: Personalisieren! Kalender, Polos, Schlüsselanhänger mit Namen, Initialen oder was auch immer bedrucken lassen. Einige Läden bieten diesen Service sogar kostenlos an.

Statt großer Show: Kino! Davon gibt’s ja einige in Manhattan. Mein Lieblingskino ist das Angelika Film Center in Soho. Und derzeit laufen viele gute Streifen. Macht gar nichts, wenn man nicht jedes Wort versteht.

Und wer vom Weihnachtsbrimborium kurzzeitig die Nase voll hat, aber trotzdem die Stadt nicht verlassen möchte: Ein Spaziergang am Hudson River Park (dem Spiel- und Sportplatz der New Yorker) eröffnet ganz neue Perspektiven.

Happy Holidays, Merry Christmas und toi, toi, toi bei der Zollkontrolle am Flughafen.

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