Ein halbes Jahr an der europäischen Atlantikküste entlangfahren und surfen – das war mein Plan dieses Jahr. Voller Vorfreude fuhr ich mit meinem Wohnmobil 15 Stunden am Stück nach Südfrankreich. Am Zielort schien die Sonne und die Wellen waren perfekt, also ging es ab ins Wasser. 

Drei Stunden später kam ich zurück zu meinem Auto, wollte die Tür aufschließen – doch nichts passierte. Nach fünf weiteren Versuchen checkte ich endlich, dass die Tür schon offen war. Zuerst fand ich mein Portemonnaie auf der Rückbank, leer, sogar das Kleingeld war mitgenommen worden. Sämtliche Schranktüren waren aus den Angeln gerissen, meine Klamotten im ganzen Bus verstreut. Unfassbar. Und so saß ich dann also da, auf der Straße, sprachlos.

Monatelang hatte ich für diesen Trip gespart. Und dann am ersten Tag das?! War der Urlaub vorbei, bevor er überhaupt richtig angefangen hatte?

Erst nach dem ersten Schock merkte ich, dass mein Küchenfenster aufgebrochen und das Rollo zerschnitten war. Zugegeben: Ich war vollkommen überfordert und fing an, nach meinen Wertsachen zu kramen. Lautsprecherbox, Leatherman (das Taschenmesser war nicht billig), Bargeld, iPhone, Navi – fast alles, was irgendwie einen Wert hatte, war weg. (Glück im Unglück: Meinen Laptop hatten sie nicht gefunden!) 

Monatelang hatte ich für diesen Trip gespart... und dann am ersten Tag das?! War der Urlaub vorbei, bevor er überhaupt richtig angefangen hatte? Nein, auf keinen Fall, wie dir folgende Schritte zeigen, die ich gegangen bin – und die dir im Ernstfall vielleicht ein bisschen helfen:

  • Der Behördengang: Ich habe ein paar Strandbesucher angesprochen, die für mich die Polizei gerufen haben. Die erschien sogar (obwohl sie gesagt hatten, ich müsse zu ihnen kommen). Hilfreich waren die Beamten trotzdem nicht. „Das passiert oft. Da können wir nichts machen“, lautete die Aussage. (Danke für nichts an dieser Stelle!) Am nächsten Tag saß ich ungefähr vier Stunden im Kommissariat von Biarritz, wurde kurz vor Feierabend in ein Zimmer gebeten und bekam meinen Zettel für die Versicherung in die Hand gedrückt, auf dem stand, was geklaut worden war. Au revoir…
  • Erreichbarkeit: Da ich allein unterwegs war, musste ich irgendwie erreichbar sein, um alles Notwendige zu klären. Also kaufte ich mir das billigste Handy, das ich finden konnte, und eine SIM-Karte eines französischen Anbieters. (Gar nicht so leicht mit extrem schlechtem Französisch.)
  • Bankkarten sperren: Trotzdem klappte es irgendwie und ich ließ sofort sämtliche Bankkarten sperren. Natürlich brauchte ich neue Karten, die ich zu einem Freund in Portugal schicken lassen konnte. Um den Sprit für die Fahrt nach Portugal zu bezahlen, musste ich meine Familie bitten, mir per Western Union Geld zu schicken. Hat geklappt.
  • Das kaputte Fenster: Jetzt musste nur noch das Fenster repariert werden. Aber: Keine Chance! Das Plastik ließ sich nicht kleben, aber ein freundlicher Mechaniker rettete mich und klebte mir eine Plastikfolie drüber. Damit war das Fenster zwar dicht, aber weit entfernt von sicher. Ich musste ein neues Fenster in einem deutschen Onlineshop bestellen. (Das kam nach zweieinhalb Monaten auch an.)
Letztendlich war der Einbruch ein krasser Schock für mich. Ehrlich. Nach ein paar Tagen hatte ich aber verstanden, dass sich alles irgendwie regeln lässt und so ein Vorfall keineswegs das Ende des Urlaubs bedeutet. Deshalb mein Ratschlag: Versuch, einen kühlen Kopf zu behalten, erledige die Dinge, die erledigt werden müssen – und genieß deinen Trip vor allem so, wie du ihn geplant hast.