Gartenlaube wird zum Top-Restaurant | reisereporter.de

TripAdvisor: Gartenlaube wird zu Londons Top-Restaurant

Eine schäbige Gartenlaube, ein Prepaid-Handy und ein bisschen Kreativität – viel mehr brauchst du nicht, um zum Besitzer des bestbewerteten Restaurants in London zu werden. Oobah Butler jedenfalls hat das geschafft.

Blick in das beste Restaurant Londons auf Tripadvisor: „The Shed at Dulwich“.
Der angebliche Blick in das beste Restaurant Londons auf Tripadvisor: „The Shed at Dulwich“.

Foto: archive.is/TripAdvisor.co.uk

Website: Fake. Bewertungen: Fake. Und das Essen: Fake. Eigentlich war sich der Brite Oobah Butler sicher: Auf sein Fake-Restaurant mit dem Namen „The Shed at Dulwich“ fällt die größte Bewertungsplattform TripAdvisor nicht rein. Jedoch: Es hat funktioniert.

Wie, das verrät der junge Mann, der eigentlich freier Journalist ist, im „Vice“-Magazin. Demnach habe er die Gartenhütte, in der er lebt, als Restaurant-Location gewählt, ein Prepaid-Handy gekauft, eine Website und ein besonderes Konzept entwickelt. „Um mich auf dem übersättigten Londoner Gastromarkt hervorzutun, brauche ich ein Konzept, das bescheuert genug ist, um deinen Vater zu empören. Ein Konzept wie… alle Gerichte nach Stimmungen benennen“, erinnert sich der Fake-Restaurantbetreiber.

Kleine Törtchen aus WC-Reiniger-Tabs mit einer Soße aus Honig und Pfeffer, dazu ein Sahnehäubchen aus Rasierschaum  – klingt wiederlich, aber mit diesen Fotos wurde „The Shed at Dulwich“ auf TripAdvisor beworben.

Exklusivität machte das Fake-Restaurant zur Nummer eins auf TripAdvisor

Weil er keine Adresse angeben wollte, gab er nur den den Namen der Straße an, in der seine Hütte steht. Im „Shed at Dulwich“ könnten Gäste nur mit telefonischer Reservierung essen, gab er an. Und genau das, so glaubt er, ließ die Zahl der Interessenten letztendlich durch die Decke schießen. „Die Terminvereinbarungen, die fehlende Adresse und die allgemeine Exklusivität des Ortes war so anziehend, dass die Menschen durchdrehten.“

Und Fake-Bewertungen taten ein Übriges. Oobah Butler startete mit Empfehlungen von Freunden, Bekannten und Freundesfreunden. Doch dann bekam er Bewertungen von Menschen, die er nicht einmal kannte, wie er dem „Evening Standard“ erzählt. Menschen, die natürlich auch nie in seinem „Restaurant“ essen waren.

Denn: „The Shed at Dulwich“ öffnete genau ein einziges Mal. Nachdem er sechs Monate lang allen Anrufern erzählt hatte, das Restaurant sei ausgebucht, beschloss er, es für einen Abend zu öffnen. Und zwar so, wie es in den Bewertungen beschrieben war. „Das Restaurant erinnert die Menschen an zu Hause? Dann serviere ich ihnen, womit ich aufgewachsen bin: Fertiggerichte!“

Die TripAdvisor-Seite rutschte nach dem 1. November dann allerdings schnell wieder im Ranking ab. Mittlerweile ist sie gelöscht. Heute existiert nur noch eine Archivseite.

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