Obertauern: Ski-Opening mit Bourani | reisereporter.de

Mein Ski-Urlaub, äh… Ski-Opening mit Andreas Bourani

Jedes Jahr feiert das österreichische Skigebiet Obertauern den offiziellen Start der Skisaison mit einem großen Opening. Als Skineuling war reisereporterin Seden natürlich hautnah dabei – und durfte Andreas Bourani treffen.

Andreas Bourani live auf der Bühne in Obertauern.
Ski-Opening 2017 mit Andreas Bourani in Obertauern – und ich war mittendrin, statt nur dabei.

Foto: TVB Obertauern

Das Ski-Opening in Obertauern ist langjährige Tradition und gehört, sowohl für Einheimische, als auch für viele Touristen zum jährlichen Pflichtprogramm. Kein Wunder also, dass die Unterkünfte im Ort fast komplett ausgebucht und auch die Stadt brechend voll ist. „Wir sind allein für das Ski-Opening angereist“, erzählt mir eine Dame am Abend an der Hotelbar.

Als bekennender Ski-Neuling ist das hier natürlich auch mein erstes Ski-Opening. Was mich erwartet, weiß ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Nur, dass ich in Eiseskälte feiern werde. Ah… und dass ich Andreas Bourani treffen werde.

Presseausweis für das Interview mit Andreas Bourani.
Für reisereporter.de darf ich Bourani gleich ein paar Fragen stellen und bin dank Ausweis ganz nah beim Sänger. Foto: Seden Aydogdu

Alle waren sie schon hier zum Ski-Opening: Herbert Grönemeyer, Silbermond, Andreas Gabalier, The Boss Hoss. Und dieses Jahr ist es der deutsche Popsänger Andreas Bourani, der mit mir und 3.000 skiverrückten Fans den Winterstart feiern wird.

Mittendrin statt nur dabei

Doch bevor hier die Feier startet, geht’s zu meinem Date mit Andreas Bourani. Ja, okay… Date ist übertrieben. Genau genommen ist es ein Pressetermin. Aber hey, ich lerne ihn persönlich kennen und kann ihm mal die Hand schütteln.

Ich muss zugeben: Seine bekanntesten Lieder kenne ich. „Auf uns!“ (Weltmeisterschaft 2014 – ihr erinnert euch?!) „Hey“, die einfühlsame Balade, und „Nur in meinem Kopf“. Das war es dann aber auch schon. Deutsche Musik war noch nie so meins. 

Lässig und cool: Andreas Bourani.
Lässig und cool posiert Andreas Bourani vor der Kamera für einige Aufnahmen im Schnee. Foto: Seden Aydogdu

An der Location angekommen, steht er bereits mit seiner Band auf der Showbühne. Soundcheck. Es ist tierisch kalt, um die minus acht Grad, und die gesamte Band ist dick eingepackt. Viel kriege ich nicht mit, nur ein wenig Summen und einige Ausschnitte seiner Lieder, denn es geht direkt hinter die Bühne. 

Ein wenig lässt der Sänger auf sich warten, kommt dann aber gelassen auf uns zu. Die Hand reicht er nur zwei der anwesenden Pressevertreter – mir nicht. Minuspunkt, Andreas! „Andreas, erst einmal ein paar Fotos, und dann geht es mit den Interviews weiter“, wird ihm mittgeteilt. Immer im Stress, diese Stars und Sternchen… Dann geht alles ganz schnell.

Es beginnt die Fragerunde. Bourani erklärt, dass ihm die Kälte nicht viel ausmache („Kalt fühlt es sich an, mit meiner Band habe ich ein bisschen Mitleid. Aber ich finde es cool!“), dass er bereits mit drei Jahren auf Skiern stand („Es gibt keine Sportart, bei der Natur und Sport so nah verbunden sind…“), er voll auf Backpacking steht und sein nächstes Reiseziel sein Studio am Prenzlauer Berg in Berlin sei („Ich bin dieses Jahr genug gereist, und jetzt wird mal wieder ein wenig Musik gemacht!“).

Bourani wirkt distanziert, lächelt ab und an, aber selten. Auch als er nach der Fragerunde für Erinnerungsfotos bereitstehen muss. 

Nach dem verpassten Händeschütteln kann ich mir das natürlich nicht entgehen lassen. Und er macht den Minuspunkt wett: Das Foto mit mir und meiner Freundin Katharina ist das einzige, auf dem der Sänger auch lächelt.

Ein Lied kann ich sogar mitsingen

Um Punkt 21 Uhr beginnt das Konzert pünktlich. Gemeinsam mit Katharina und anderen quetschen wir uns bis in die zweite Reihe, tanzen und singen – so gut die Texte eben bekannt sind – zu Bouranis Musik. Seine Stimme? Er klingt live tatsächlich wie auf CD und im Radio. Pluspunkt: Das kann man nämlich nicht von jedem Musiker behaupten! Ich bin überrascht, wie sympathisch und aufgeschlossen er rüberkommt.

Perfekte Sicht auf die Bühne: Direkt von der zweiten Reihe aus singen Freunde und ich laut mit zur Musik.
Auch für Bourani und Band war es der letzte offizielle Auftritt des Jahres. Foto: Seden Aydogdu

Seine Blicke wandern oft in die ersten Reihen, und kurz habe ich das Gefühl, dass er mich von unserer Begegnung heute Nachmittag her erkennt. Wobei: Das denken die kreischenden Mädels neben mir bestimmt auch – und die waren nicht dabei.

Die Scheinwerfer zeigen, wie kalt es auf der Bühne sein muss. Mit jedem Wort bilden sich kleine Nebelwolken seines warmen Atems. Die Kälte spüre ich jedoch kaum. Im Gegenteil: Ich habe lange nicht mehr so eine Stimmung auf einem Konzert erlebt. Die Österreicher wissen, wie man feiert. 

Automatisch tanze ich mit, und als Bourani dann seinen Klassiker „Auf uns!“ singt, kann die Menschenmasse nichts mehr halten.

Ski-Opening in Obertauern.
Gemeinsam mit Katharina und Christina (von links) erlebte ich den Abend direkt aus der zweiten Reihe. Foto: Christina Handcock

Das Konzert endet nach über eineinhalb Stunden, aber Obertauern denkt gar nicht daran, ihn gehen zu lassen. „Zugabe! Zugabe! Zugabe!“, schreien rund 3.000 Menschen im Chor.

Ich habe nicht mehr damit gerechnet, dass er zurückkehrt auf die Bühne. Zu oft wurde ich von Musikern enttäuscht. Aber gefühlt geht es dann erst so richtig los: Bourani und Band stehen wieder auf der Bühne und spielen eine ganze weitere Stunde, bis am Himmel das Feuerwerk erstrahlt.

Auch für Bourani und Band war es der letzte offizielle Auftritt des Jahres.
Grandioser Abschluss: Mit Feuerwerk und einer langen Zugabe verabschiedet sich Andreas Bourani samt Band von Obertauern. Foto: Seden Aydogdu

„Danke, Obertauern! Das war genial!“, bedankt sich Bourani. Und ich muss zugeben: Auch wenn er auf den ersten Eindruck nicht der sympathischste Mensch der Welt gewesen ist, hat er mit dieser unvergesslichen Show alles wettgemacht. Danke, Andreas!

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