Brände in Kalifornien: Reise stornieren? | reisereporter.de

Waldbrände in Kalifornien – was ist mit meiner Reise?

Die Waldbrände in Kalifornien sind nicht zu stoppen. Im Promi-Stadtteil Bel Air sind zahlreiche Villen abgebrannt. Nun sind auch die Orte Santa Barbara und Ventura von Evakuierungen betroffen. Touristen können ihre Flüge trotzdem nicht stornieren.

Feuer in Kalifornien.
Ein Feuerwehrmann überwacht die Flammen im Ort Carpinteria. Über 8.500 Brandbekämpfer sind im Einsatz.

Foto: imago/ZUMA Press

Seit zwei Wochen wütet nun schon das Thomas Fire in Kalifornien. Mehr als 8.500 Feuerwehrleute sind im Einsatz, mehr als 1.000 Gebäude hat das Feuer bereits zerstört. Jetzt mussten mehr als 100.000 Menschen auch die Touristenorten Santa Barbara, Ventura, Summerland und Montecito verlassen, nachdem der Promi-Stadtteil Bel Air bereits geräumt wurde.

Das Feuer sei zwar mittlerweile zu 45 Prozent unter Kontrolle, könne sich aber möglicherweise weiter ausbreiten. Die Feuerwehr rechnet erst im Januar 2018 mit einer endgültigen Bekämpfung der Flammen. Das Thomas Fire ist mittlerweile der drittgrößte Brand in der Geschichte des Bundesstaates.

Die Rauchschwaden und Aschewolken werden immer wieder von starken Winden in die Siedlungsgebiete getrieben. Nun bereitet sich auch der Zoo von Santa Barbara auf eine Evakuierung vor. Zahlreiche Zootiere sind bereits in geschlossenen Räumen untergebracht, um sie vor dem Rauch zu schützen.

Zudem sind nach wie vor zahlreiche Highways gesperrt. Videos zeigen regelrechte Flammeninfernos, die an ausbrechende Vulkane erinnern.

Touristen müssen auf Touren durch das Villenviertel Bel Air oder Ausflüge nach Santa Barbara verzichten. Die Feuerwehr informiert online über die aktuellen Evakuierungsgebiete. Außerdem können Touristen auf einer Google-Map der Feuerwehr genau sehen, ob ihr Urlaubsziel betroffen ist. 

Waldbrände in Kalifornien: Reise stornieren?

Wer jetzt seinen Flug stornieren möchte, hat allerdings wohl Pech. Waldbrände fallen zwar unter „höhere Gewalt“, wie der Anwalt für Flugrecht Paul Degott erklärt.

Aber: Los Angeles ist nicht umringt vom Feuer, der Flughafen ist weiterhin geöffnet, und die gefährlichen Gebiete können gemieden werden. Bel Air beispielsweise ist etwa 15 Quadratkilometer groß, Los Angeles misst ganze 1.290 Quadratkilometer. Viel Platz zum Ausweichen. 

Eine kostenlose Stornierung bei höherer Gewalt ist nur dann möglich, wenn die Reise erheblich beeinträchtigt ist und es sich um eine Pauschalreise handelt. Bei selbst organisierten Reisen trägt der Urlauber das Risiko.

Bei einer Naturkatastrophe wie einem Waldbrand muss tatsächlich das Ziel der Reise – Hotel oder Infrastruktur vor Ort – betroffen sein, sodass der Reiseveranstalter seine Leistungen nicht mehr erbringen kann. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn Flughafen oder Luftraum gesperrt wären oder das Hotel nicht zugänglich wäre. Es gibt aber keine Regel und kein Gesetz, die oder das vorschreibt, wie nah ein Feuer dem Urlaubsort sein darf. 

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
#Trending
Zur
Startseite