Instagram macht Schluss mit Tier-Selfies | reisereporter.de

Instagram reicht’s: Schluss mit Tier-Selfies!

Selfies mit Koalas und Tigern, Faultierbabys in den Händen von Touristen – auf Instagram gibt es Tausende solcher Fotos. Das Netzwerk will damit jetzt Schluss machen und warnt vor der Tierquälerei, die oftmals dahintersteckt.

Paris Hiltons Selfie mit einem Koalabären.
Prominentes Negativbeispiel: Paris Hiltons Selfie mit einem Koalabären.

Foto: instagram.com/parishilton

„Du suchst gerade nach einem Hashtag, der möglicherweise zu Tierquälerei oder zur Zerstörung der Umwelt ermutigt“, steht in der Meldung, die seit wenigen Tagen aufploppt, wenn Instagram-Nutzer nach bestimmten Hashtags suchen.

Wer zum Beispiel „#koalaselfie“, „#elephantride“ oder „#dolphinkiss“ eintippt, sieht statt Tier-Selfies erst einmal eine Warnnachricht. Die Tierschutzorganisation World Animal Protection hatte Instagram bereits mehrfach dazu aufgerufen, Tiere in seinem Netzwerk zu schützen. Jetzt hat Instagram reagiert.

Dieser Hinweis ploppt auf, wenn man die fragwürdigen Hashtags in der Suche eingibt.
Dieser Hinweis ploppt auf, wenn man die fragwürdigen Hashtags in der Suche eingibt. Foto: privat (Screenshot)

„Wir wollen eine sicherere und freundlichere Welt fördern, sowohl auf Instagram als auch über die App hinaus“, erklärt das soziale Netzwerk diesen Schritt. Man wolle damit „die Community anregen, verantwortungsbewusst mit Tieren umzugehen“.

Die Lektion: Wilde Tiere für Selfies zu benutzen ist Tierquälerei

Seit dem Jahr 2014 ist die Zahl der Selfies mit wilden Tieren laut der Welttierschutzorganisation World Animal Protection um 292 Prozent (!) gestiegen. Nutzer, die solche Bilder posten, „reißen die Tiere aus ihrer natürlichen Umgebung“ oder, schlimmer noch, „gefährden sie aktiv“.

Erst im August gab es einen schrecklichen Fall, bei dem Touristen mit einem Delfinbaby lieber Selfies machten, als es zu retten – am Ende starb es.

Instagram löscht die Tier-Selfies nicht

Instagram löscht die Fotos zwar nicht, aber Menschen, die gezielt nach solchen Aufnahmen suchen, werden zumindest für einen Moment gestoppt und auf den Hilfebereich von Instagram verwiesen.

Dort finden sich Links auf die Seiten des WWF, des Wildlife Trade Monitoring Networks und von World Animal Protection mit mehr Informationen zu dieser Tierquälerei. 

Die Instagram-Gemeinde applaudiert

Wer in der aufploppenden Nachricht auf „Beiträge anzeigen“ klickt, sieht neben Koala-Selfies inzwischen vor allem Posts, die einen Screenshot der Benachrichtigung zeigen. „Danke, Instagram“, schreibt eine Nutzerin dazu. „Der beste Post, den ich seit Langem gesehen habe“, eine andere.

Auch neu: Richtlinien für tierfreundliche Selfies

World Animal Protection findet, das keiner „Teil dieser häßlichen Fotos“ sein muss. Deshalb sollen sich Menschen künftig zu den gewaltfreien Selfies bekennen. Dafür hat die Welttierschutzorganisation jetzt einen „Wildlife Selfie Code“, also „Richtlinien für Wildtier-Selfies“, aus Wildtiersicht veröffentlicht:

Mach kein Selfie mit mir, wenn…

  • …ich festgehalten, umarmt oder gefesselt werde.
  • …du mich mit Essen ködern musst.
  • …ich dir wehtun könnte.

Mach ein Selfie mit mir, wenn…

  • …du genug Abstand von mir hältst.
  • …ich in meinem natürlichen Zuhause bin.
  • …ich mich frei bewegen kann und nicht gefangen bin.
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