Pizza soll Weltkulturerbe werden | reisereporter.de

Italiener wollen die Pizza zum Kulturerbe erklären

Die Pizza aus Neapel ist weltberühmt und die Italiener sind stolz auf ihre „Urpizza“. So stolz, dass sie sie von der Unesco schützen lassen wollen. Dafür sind zwei Millionen Unterschriften gesammelt worden. Was macht die Pizza so besonders?

Eine Pizza in Neapel wird in den Ofen geschoben.
Die Pizza aus Neapel soll Kulturerbe der Unesco werden (Symbolbild).

Foto: imago/Independent Photo Agency

Wer sich schon einmal mit einem Italiener über Pizza unterhalten hat, weiß: Ja, die Italiener sind stolz auf ihre Pizza. Und nein, nicht jeder kann Pizza machen. Und Dinge wie Ananas, Dönerfleisch und Co. gehören in gar keinem Fall und niemals auf eine echte italienische Pizza! Auf eine echte neapolitanische Pizza kommen maximal Tomatensoße, Knoblauch, Olivenöl, Oregano und Käse. Kein Firlefanz.

Um das endlich vor aller Welt klarzustellen, haben die Italiener die Kunst der traditionellen Pizzabäcker, der sogenannten Pizzaiuolo, für die Eintragung in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes der Unesco angemeldet. 

Um die Aufnahme zu unterstützen, hat die Organisation Pizza nel Mondo unter dem Motto „#PizzaUnesco“ zwei Millionen Unterschriften von Unterstützern gesammelt.

Auf der Liste des immateriellen Kulturerbes stehen kulturelle Praktiken, die das Komitee der Unesco für erhaltenswert hält. Dazu gehören zum Beispiel der argentinische und uruguayische Tango oder „El Silbo“, eine Pfeifsprache, welche die Bewohner der spanischen Insel La Gomera sprechen. 365 solcher kultureller Praktiken stehen bereits auf der Liste. Vom 4. bis 9. Dezember 2017 entscheidet das Komitee der Unesco in Südkorea nun über 36 weitere Nominierungen.

Unesco soll Pizza vor Lebensmittel-Piraterie schützen

Deutschland hat den Orgelbau und die Orgelmusik nominiert, und die Italiener eben ihre Pizza Napoletana. Die Befürworter verleihen ihrer Forderung sehr leidenschaftlich Nachdruck: Die internationale Annerkennung soll die Pizza gegen Lebensmittel-Piraterie und Veruntreuung ihrer Identität schützen, schreibt etwa Coldiretti, eine Vereinigung, die Interessen italienischer Landwirte vertritt, auf ihrer Website.

Die Aufnahme der Pizza in die Liste sei notwendig, um die Konsumenten vor Pizzen zu schützen, die mit Mehl aus ukrainischem Getreide, Mozzarella aus Litauen, tunesischem Olivenöl oder gar chinesischem Käse hergestellt seien.

Wie eine echte Pizza Napoletana auszusehen hat, ist übrigens tatsächlich schon in einer EU-Verordnung festgeschrieben: Die Pizza darf höchstens einen Durchmesser von 35 Zentimetern haben, das Innere ist 0,4 Zentimeter dick. Immerhin: Eine Abweichung von zehn Prozent ist bei dieser Angabe erlaubt.

Pizza aus Neapel: Julia Roberts liebt sie

Diese Pizza aus Neapel hat’s sogar schon auf die Kinoleinwand geschafft, unter anderem in „Eat Pray Love“. Julia Roberts genießt ihr Gericht so sehr, dass sie sagt: „Ich habe eine Beziehung mit meiner Pizza.“ 

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