Die Lage auf Bali wird immer dramatischer: Nachdem es am Samstag nach einigen Wochen Rumoren zu mehreren Dampfexplosionen kam, wird die Gefahr eines größeren Ausbruchs immer akuter. Die Behörden rufen etwa 100.000 Menschen in einem Umkreis von zehn Kilometern zur Flucht auf.

„In Candidasa wurden aufgrund des starken Ascheregens die Hotels teilweise evakuiert. Ich war den Tag über auf Gili Air, und als ich zurückkam, war ich komplett allein im Hotel“, berichtet reisereporterin Franziska Horstmann, die seit dem 19. November eine Rundreise macht. 

Der rauchende Mount Agung auf Bali vom Batur aus.
Dieses Bild vom rauchenden Mount Agung hat reisereporterin Franziska vom Batur aus gemacht. Foto: Franziska Horstmann

Ihre ursprüngliche Route musste sie ändern: Eigentlich wollte sie nach Tulamben, der Ort liegt aber zu nah am Vulkan. In ihrem aktuellen Ferienort Ubud sei die Lage derzeit noch ruhig.

Gunung Agung: Gefahr eines größeren Ausbruchs ist groß

Der Vulkan spuckt Rauch und verglühte Asche in bis zu 3.000 Meter Höhe. Die Nationale Behörde für Katastrophenmanagement schreibt auf Facebook, dass das Aufsteigen der dichten Aschewolke gelegentlich von „explosiven Eruptionen“ und einem „Dröhnen“ begleitet werde. Nachts würden außerdem zunehmend Feuerstrahlen beobachtet. Das bedeutet, dass ein größere Ausbruch wahrscheinlich unmittelbar bevorstehe.

Nach mehreren „phreatischen Eruptionen“ – kein klassischer Vulkanausbruch, sondern Dampfexplosionen – sei der Vulkan in die „magmatische Phase“ eingetreten, so die Behörde.

Vulkanausbruch auf Bali: Was Touristen jetzt wissen müssen

Der Flughafen Denpasar ist bis zum 29. November um 7 Uhr morgens geschlossen. Die Vulkanasche zieht in südwestliche Richtung und es wird befürchtet, dass sie die Triebwerke der Flugzeuge beschädigen könnte. Mehrere Tausend Touristen sitzen deswegen auf der Insel fest. 

In den rund 70 Kilometer entfernten Urlaubsorten Kuta, Seminyak und Nusa Dua bestehe zwar nach aktuellen Infos keine Gefahr. Aber je nach Windrichtung und Stärke des Ausbruchs sei auch in diesen Touristengebieten ein Niederschlag von Vulkanasche nicht ausgeschlossen.

Das Auswärtige Amt rät Reisenden, sich „rechtzeitig mit ihren Fluggesellschaften und Reiseunternehmen in Verbindung zu setzen“. Sie werden außerdem dringend gebeten, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, so die Deutsche Botschaft in Jakarta. So werde im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme ermöglicht. Die Botschaft hat auch eine Liste mit Sicherheitshinweisen veröffentlicht.