Lena & Oleg auf Weltreise: Malaysia | reisereporter.de

Lena & Oleg auf Weltreise: Die Fahrradstadt in Malaysia

Lena (25) und Oleg (27) aus Hannover haben es getan: Sie haben ein One-Way-Ticket in die Freiheit gekauft und sind auf Weltreise. Beim reisereporter lassen sie dich am Abenteuer ihres Lebens teilhaben. Dieses Mal: Die Fahrradstadt in Malaysia

Lena erkunden die Stadt auf zwei Rädern.
Die malaysische Hippie-Stadt George Town hat sogar eigene Fahrradwege. Ideal um sich gleich aufs Rad zu schwingen.

Foto: Lena Pres

Schuhe an, Kameras einstecken und los – George Town ist eine Stadt für Entdecker & Hippies. Wir fühlten uns hier ab der ersten Minute wohl und hätten in dieser Stadt durchaus eine längere Pause einlegen können.

Nicht zu groß, nicht zu klein. Nicht zu laut und nicht zu leise. Einfach eine gute Stadt. George Town ist reinste Street-Art für sich. Der Gesamteindruck aus den unzähligen versteckten Street-Art-Motiven macht’s!

George Town ist bekannt für die Street-Art und so starten auch wir an unserem ersten Tag einen „Wer-findet-die-besten-Motive?”-Stadtbummel. Es hat uns sehr gefallen und macht einfach Spaß, wie bereits in Ipoh, aufmerksam und neugierig durch die Straßen zu wandern. Jedoch – die vielen Street-Art-Motive, die beliebte Instagram-Spots darstellen, sind zum Teil sehr stark belagert. Für manch einen Spot gibt es eine Warteschlange mit mindestens sieben Personen, die geduldig auf ihren Fotomoment warten. Ich verliere schnell das Interesse an diesen Orten.

Bei manchen Spots ist es sinnvoller, sich eine Postkarte, einen Magneten oder ein T-Shirt von dem Motiv zu kaufen.

Die Fotos, die auf der Speicherkarte meiner Kamera landen, sollen einzigartig sein – in einem Lena-Stil. Es nützt mir nichts ein Foto zu machen, um ein Foto zu haben. Ehrlich? Bei manchen Spots ist es sinnvoller, sich eine Postkarte, einen Magneten oder ein T-Shirt von dem Motiv zu kaufen. Es wird weniger gequält und gestresst aussehen. Und du  hast ein positives Erfolgserlebnis beim Kauf eines Gadgets, unterstützt vielleicht sogar lokale Geschäftsleute.

Street-Art in George Town-
Auch wenn das Anstehen für das perfekte Fotomotiv lästig ist – manchmal lohnt es sich dann doch. Wie hier :-) Foto: Lena Pres

Doch das ist auch meine einzige Kritik an der Stadt! Die Stadt ist gemacht für Fahrräder und es gibt sogar eigene Fahrradwege, einige hippe Cafés, das Meer ist zum Greifen nah und auch ein paar Strände müssten erreichbar sein. Abends profitiert die Stadt von vielen Lichterketten, die überall in der Stadt verteilt sind. Vor allem in Little India ist es bunt, laut und hell.

Essen gehen: Lieber Altbewährtes als Neues

Das Marmeladentoast war geschmiert und der erste Schluck vom Tee genommen, als das Wetter für uns am zweiten Tag die Tagesplanung übernimmt. Es fing an aus Eimern zu schütten. Wir wollten gerne noch einen Strand von Penang sehen, entweder den Monkey Beach oder Turtle Beach. Für einen Strandbesuch müssen wir jedoch erstmal durch den Nationalpark wandern und bei dem Wetter hat sich das erledigt. Auch eine weitere Schlender-Tour durch diese urbane Hipster-Stadt blieb nun aus.

Oleg mit einer frischen Kokosnuss.
Auch wenn unsere Kochkünste auf der Strecke bleiben, machen es frische Kokosnüsse wieder gut. Foto: Lena Pres

Ein paar Stunden später knurrt der Magen und wollte sich nicht mehr mit dem neuen Lieblingsgetränk Teemilch stillen lassen. Die Dame an der Rezeption bestätigte uns, was wir bereits ahnten – alle Regenschirme des Gästehauses sind zurzeit unterwegs. Da wir nicht aus Zucker sind und Hunger ein starker Antrieb ist, ging es trotzdem raus.

Immer wenn wir ein gutes Restaurant gefunden haben, versuchen wir dabei zu bleiben. Doch spätestens nach dem dritten Abend im gleichen Lokal meldet sich die Neugierde auf mehr, die Hoffnung auf einen weiteren Glücksgriff und der Entdeckergeist. Immer wieder kommt diese Gefühlskombination auf und wir tauschen diese „Wie gestern?“-Blicke aus.

Ich sage euch – in Hannover hätte es für mich nichts Schlimmeres gegeben. Jedes Mal das gleiche Lokal? Ich will erleben, entdecken, testen, probieren und im besten Fall immer wieder neu positiv überrascht sein. Doch seit „Essen gehen“ keine Ausnahme, sondern der Alltag geworden ist, bleiben wir gerne bei altbewährt. Zu oft schon gab es eine Enttäuschung und immer wieder besteht das Risiko, dass mein Magen etwas nicht verträgt.

Ich reagiere, wie ich seit jetzt weiß, sensibel auf die Schärfe der asiatischen Gerichte. Und auf schlechte Mayo. Und wer weiß worauf noch. Das „Essen gehen” ist nicht mehr Freizeitaktivität, sondern Alltag. Sehr gerne würde ich häufiger kochen, doch dafür bräuchten wir eine entsprechende Unterkunft und der Einkauf von Lebensmitteln gestaltet sich zum Teil auch schwieriger. Frühstück haben wir uns bereits häufiger selbst gemacht – Eier, Müsli, Obst, Brot. Für die Erhaltung meiner Kochkünste blieb bisher kaum Spielraum.

George Town unter Wasser.
Nach ununterbrochenen Regenfällen steht George Town unter Wasser – und unsere Knöchel auch. Foto: Lena Pres

An diesem regnerischen Tag konnte nur unser Bedürfnis trocken zu bleiben die Neugierde überwiegen. Wir landeten in einem nahe gelegenen indischen Lokal und zahlten für mindere Qualität mehr Geld als bei unserem Stamm-Inder. Noch immer hungrig blieb uns keine Wahl – ab durch den Regen und auf zu unseren favorisierten Naan‘s. 

Die Pfützen waren zum Teil bereits knöcheltief. Als wir drei Stunden später versuchten zu schlafen, knallte und krachte es viel. Unser urbanes Hostelgebäude war zugleich ein altes Haus mit viel Freiraum für luftige Ecken und Wellblech. Das Geräusch von prasselndem Regen gefällt mir, vor allem wenn ich in einem trockenen, warmen Bett liegen darf. Doch an diesem Abend kam dazu ein wenig Sorge – Sorge um das Haus, Sorge um die Stadt auf einer Insel, Sorge um eine Überflutung.

Die Straßen in George Town standen unter Wasser.
Selbst im Paradies kann es mal regnen. George Town blieb da nicht unverschont. Foto: Lena Pres

Unser dritter Morgen in George Town: Das Haus ist trocken, die Nacht ist überstanden. Trotzdem fällt es mir heute besonders schwer lange zu schlafen. Warum? Weil es keinen Plan für den Tag gibt. Keinen „Was essen wir heute? Was machen wir heute? Wie wird das Wetter heute“-Plan, nein viel wichtiger. Es lässt mich nicht zur Ruhe kommen, wenn ich nicht weiß, wo wir an diesem Tag schlafen werden.

Als ich an diesem Sonntagmorgen aufwache und feststelle, dass Vergangenheits-Lena und Vergangenheits-Oleg zu wenig Zeit in Unterkunftsrecherche investiert haben, bin ich hellwach. Check-Out war um zwölf, gepackt hatten wir nicht, kein Busticket, keine Unterkunft. Sollte das der Tag sein, an dem wir nach Langkawi fahren würden?

Schnell griff ich zum Handy und durchstöberte Agoda, Booking und Co. Als Oleg zehn Minuten später die Treppe runterschlurft, habe ich bereits beschlossen, dass wir, um Stresspotenzial zu vermeiden, lieber eine Nacht länger in George Town bleiben sollten. Und so macheen wir es auch.

Oleg erkunden die Stadt auf dem Fahrrad.
George Town ist eine absolute Fahrradstadt. Perfekt für unsere bereits angeschwollenen Füße. Foto: Lena Pres

Wir nutzen die Zeit, um erneut die Stadt zu besichtigen, eine Unterkunft auf Langkawi rauszusuchen und zu packen. Der schwarz-weiße Zeitungsflyer, der an der Rezeption unseres Hostels liegt, verrät uns, dass am Sonntag zwei Märkte in George Town stattfinden sollen.

Ich liebe Märkte! Nachdem unser Füße bei unserem letzten Erkundungsmarsch ganz schön gelitten hatten, beschlossen wir dieses Mal ein Fahrrad zu nehmen. Jede Stadt, die dafür geeignet ist, sie mit einem Rad zu erkunden, gefällt mir gut. Amsterdam, Münster, Hannover – ich liebe euch. Und George Town? Du bist auch klasse!

Eine Stadt unter Wasser

Der Regen hatte sich noch nicht endgültig von der Insel verabschiedet und immer wieder nieselte es während unserer Fahrradtour. Wir suchten nach dem ersten Markt und konnten ihn nicht finden. Nach Auskunft einer Café-Besitzerin waren wir zu spät dran, schade.

Aber es gab ja noch einen zweiten Markt – unsere Hoffnung! Bereits auf dem Weg zu der Ecke, in der der Markt stattfinden sollte, gab es Probleme. Der 20-Stunden-Regenschauer hatte die Stadt verwüstet, Schaden angerichtet und Straßen überflutet. Viele Straßen waren gar nicht befahrbar für Roller und Fahrräder. Und wir vermuten, dass dies auch der Grund dafür war, dass wir den zweiten Markt ebenso nicht finden konnten.

Wir standen vor einer verschlossenen Halle. Kein Markt für uns. In der Straße davor stand alles unter Wasser und in der Straße dahinter lag ein riesiger Baum quer auf der Straße, gelandet auf einem parkenden Bus. Die Wurzeln des Baumes waren aus der Erde gerissen. Bei diesem Anblick war schnell vergessen, dass wir keinen der beiden Märkte besichtigten konnten. Uns wurde schnell klar, dass wir glücklich waren, dass der Sturm uns heil gelassen hatte.

Viele verschiedene Eindrücke und Erfahrungen haben wir in Malaysia sammeln können. Ihr überlegt noch dieses Land zu bereisen? Wir können es unbedingt weiterempfehlen!

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