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Airbnb investiert verstärkt in barrierefreies Reisen

Reisen, die schönste Sache der Welt, sollte für jeden Menschen möglich sein. Auch Airbnb will offener werden für Menschen mit einer Behinderung. Die Plattform hat dafür das Start-up „Accomable“ gekauft. 

Der Gründer von „Accomable“ Srin Madipalli bei einem Urlaub in San Francisco.
Der Gründer von „Accomable“ Srin Madipalli.

Foto: Accomable

Die britische Plattform „Accomable“ arbeitet ähnlich wie Airbnb: Haus- oder Wohnungsbesitzer können ihre Unterkunft dort anbieten und vermieten. Der Unterschied: Auf „Accomable“ werden nur Unterkünfte angeboten, die mindestens  teilweise barrierefrei sind. Stufenfrei sind alle, hinzu kommen Merkmale wie Duschsitze, befahrbare Duschen oder Haltegriffe. 

„Wir glauben, dass Airbnb unsere Mission unterstützt, jedem zu helfen, überallhin reisen zu können“, sagt Srin Madipalli. Er hat das Start-up vor zwei Jahren gemeinsam mit einem Freund gegründet. Eine Herzensangelegenheit. Beide haben spinale Muskelatrophie – eine Muskelschwundkrankheit – und sitzen im Rollstuhl. Sie kennen die Probleme, auf die Menschen mit einer Behinderung bei der Suche nach einer barrierefreien Unterkunft stoßen. 

Airbnb: Selten wirklich barrierefreie Wohnungen

Tobias Streitferdt vom Portal rollstuhlreisen.de hatte dem reisereporter seine Erfahrungen mit Airbnb geschildert. Er sagte, dass das Angebot in den vergangenen Jahren gestiegen sei, unter anderem, weil auch immer mehr ältere Menschen die Unterbringung in Privatunterkünften bevorzugten. „Zwar gibt es selten wirklich barrierefreie Wohnungen, allerdings stehen meist viele Fotos auf Portalen wie Airbnb zur Verfügung, sodass man einen guten Eindruck gewinnen kann, ob die Unterkunft den eigenen Bedürfnissen genügt.“ 

Doch eine Studie aus diesem Jahr hat ergeben, dass Airbnb-Gastgeber Menschen mit einer Behinderung deutlich häufiger abweisen als andere. Und das auch, wenn sie ihre Unterkunft als rollstuhlfreundlich markiert haben.

Dieser Entwicklung könnte durch die Zusammenarbeit von Airbnb und „Accomable“ entgegengewirkt werden. Srin Madipalli ist nun Produktmanager für Barrierefreiheit und entwickelt unter anderem neue Richtlinien und Filter, um die Infos zur Zugänglichkeit der Unterkünfte zu verbessern.

Airbnb: Checkliste zur Barrierefreiheit

„Auch wir arbeiten schon seit einiger Zeit an einer Checkliste zur Barrierefreiheit der Unterkünfte“, so ein Airbnb-Sprecher gegenüber dem reisereporter. Mit dem neuen Feature können Gastgeber angeben, wie barrierefrei ihre Unterkunft ist. „Wir haben bereits damit angefangen, das Feature einzuführen, damit Gäste nach den für sie wichtigen Kriterien suchen können“, so der Sprecher. 

Srin Madipalli sagt: „Bei Accomable hatten wir manchmal Schwierigkeiten, Menschen mit Behinderungen zu versorgen, die über Mobilitätseinschränkungen hinausgingen. Mit Airbnb verfügen wir nun über die nötigen Ressourcen, um Infos für so viele Behinderungen wie möglich anzubieten.“

Am Ende des Prozesses geht  das Start-up in Airbnb auf – alle auf „Accomable“ bestehenden Hosts werden kontaktiert, sie sollen künftig auf Airbnb ihre Unterkunft anbieten können.

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