Lena & Oleg auf Weltreise: Erdbeerliebe | reisereporter.de

Lena & Oleg auf Weltreise: Im Erdbeer-Paradies

Lena (25) und Oleg (27) aus Hannover haben es getan: Sie haben ein One-Way-Ticket in die Freiheit gekauft und sind auf Weltreise. Beim reisereporter lassen sie dich am Abenteuer ihres Lebens teilhaben. Dieses Mal: Rundreise durch Malaysia.

Lena und Oleg auf der BOH Plantage.
Cameron Highlands: Du hast uns verzaubert!

Foto: Lena Pres

Verlassene Straßen, Street-Art und überteuertes Essen – das waren die ersten Eindrücke aus Malaysia, von denen Lena und Oleg im letzten Teil des Reisetagebuchs erzählt haben. Und so erlebten sie den fünften und den sechsten Tag in Malaysia:

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Heute geht es weiter! Zwei Stunden Busfahrt trennen Ipoh und die Cameron Highlands voneinander. Am Nachmittag erreichen wir nach einer holprigen Busfahrt den Ort Tanah Rata. Die Cameron Highlands sind eine bergige Hochland-Region, die für ihre Plantagen jeglicher Art bekannt ist. Anders als in meiner Vorstellung hat hier der Tourismus überhandgenommen.

Lena mit Blick auf die Teeplantagen der Cameron Highlands.
Zeit zum inne halten: Lena genießt den Moment der Ruhe. Foto: Lena Pres

Nichtsdestotrotz sind bereits bei unserer Ankunft die Kulissen hinter meiner dreckigen Fensterschreibe einzigartig schön. Es gibt Dinge, die sind überall auf der Welt gleich hübsch und trotzdem, oder gerade deswegen, möchten wir sie uns gerne anschauen – der Strand, die Berge, Sonnenuntergänge. Oder Tropfsteinhöhlen? Zu genüge gesehen, danke. Bei diesen Dingen wissen wir, dass uns etwas Sehenswertes erwartet, das jedes Mal die Chance hat auf die Spitze der Top-Liste zu rutschen.

Der schönste Strand, der atemraubendste Sonnenuntergang und so weiter. Doch diese hügelige Landschaft bestückt mit Plantagen aus Tee, Erdbeeren und Co. war neu. Ein neuer Anblick für meine Augen, der mich faszinierte. Nach unserer Ankunft und dem Check-In in das Hostel wollten wir deshalb unbedingt herausfinden, wie wir diese riesig erscheinende Region am besten erkunden können. Vorgeschlagen wird uns die Half-Day-Tour für 50 Ringgit pro Person, die von morgens 8.15 Uhr bis 13 Uhr geht und wirklich positives Feedback bekommt, wie ich vorab gelesen habe.

Wer sich die Google-Bilder-Recherche für den nächsten Ort spart, wird sehr häufig überrascht.

Als wir unseren Hostel-Besitzer fragen, ob wir die Tour auch auf die eigene Faust umsetzen können, war er begeistert von der Idee. Wir sind in der Map Travelodge untergekommen, ein neues Hostel. Der Besitzer ist super freundlich, aufgeschlossen und hilfsbereit. Und sehr überarbeitet. Das Schild „Staff wanted“ sollte er stärker verbreiten, denn wir haben ihn jeden Tag und zu jeder Uhrzeit hinter der Rezeption gesehen. Häufig saß er schlafend auf dem Boden.

Doch die harte Arbeit scheint sich zu lohnen – das Hostel war quasi ausgebucht. Er gibt uns alle nötigen Informationen für eine eigenständige Roller-Erkundungstour und es stellt sich heraus, dass wir in keine Richtung weiter als 15 km fahren zu brauchen. 

Teefeld-Arbeiter auf der BOH Plantage.
Teefeld-Arbeiter auf der BOH-Plantage in den Cameron Highlands. Foto: Lena Pres

Die Gegend um die Cameron Highlands wirkt viel belebter als Ipoh und ich bin wirklich überrascht wie touristisch diese Gegend letztlich ist. In meiner Vorstellung würden Oleg und ich ein paar nette Tage in ruhiger Nationalpark-Atmosphäre verbringen, die Seele baumeln lassen. Wer sich die Google-Bilder-Recherche für den nächsten Ort spart, wird sehr häufig überrascht.

Bei der Anreise fuhr unser Bus zwanzig Minuten lang durch viele Plantagengegenden mit Touristenattraktionen, Bussen, Fotomotiven, Hotels etc. Es ist wie eine große Freizeitanlage und wirkt so viel unnatürlicher als in meinem Kopf. Das Touristenparadies für Alt und Jung bietet in zwei kleinen Orten Unterkünfte jeglicher Art: Tanah Rata und Brinchang. 

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Cameron Highlands – macht euch hübsch! Wir haben die Kameras im Gepäck und wollen euch von eurer Schokoladenseite sehen. Der Kostenvorteil brachte uns mal wieder auf einen gemieteten Roller. Meine Nacht im Dorm war unruhig und zu kurz: 24 Betten in einem Raum sorgen für schlechte Luft und machen Ohropax unabdingbar.

Genau deswegen gibt es sie kostenlos am Tresen der Rezeption. Als wir unsere Entscheidung für den Roller getroffen haben, merkten wir an der Reaktion unserer Hostel-Besitzers, dass es nicht die Wahl der meisten Touristen sein würde.

Die meisten Traveller entscheiden sich letztlich für die genannte Halbtags-Tour ab 8:15 Uhr – so auch 85 Prozent unserer Zimmergenossen. Das Badezimmerdrama (drei Toiletten und drei Duschen für ca. 40 Menschen) kann man sich vorstellen ohne es gesehen zu haben. Wir entscheiden, die Reisegruppe um 8:15 Uhr aufbrechen zu lassen und erst dann unsere morgendliche Badezimmerroutine zu starten.

Aussicht auf die Teefelder der BOH Plantagen.
Ein Bilderbuchmoment: Grüne Teefelder soweit das Auge reicht! Foto: Lena Pres

Eine halbe Stunde später sind wir startklar und hoffen, dass unsere Roller-Idee so laufen würde wie wir es uns erhoffen. Und das tut sie. Alles läuft reibungslos und der Roller ist der bergigen Landschaft der Cameron Highlands absolut gewappnet. Das Abenteuer kann starten! 

Zuerst wollen wir die wohl bekannteste Teeplantage sehen – die BOH Plantage. Als wir diese erreichen, ist die Reisegruppe aus unserem Hostel bereits dabei Selfies im Teefeld zu machen. Was wir auf Bildern gesehen hatten, wirkt wie eine gemalte Kulisse. Und was wir in der Realität sahen kann dabei sowas von mithalten – wow! Die bergige Landschaft, befüllt mir wunderschön tief glänzend grünen Teeplantagen ist ein Anblick, den ich mir niemals so schön hätte vorstellen können. Es war atemberaubend. 

Meine innere Erdbeerprinzessin wurde sofort zum Leben erweckt, nachdem sie sich schon in den Winterschlaf begeben hatte.

Sehr schnell bemerken wir den Vorteil unseres Rollers – während die Reisebusse, Jeeps und Minivans die Touristen für 15 Minuten an einem Fotospot rauslassen und dann wieder weiter düsen, haben wir an jedem Punkt so viel Zeit wie wir wollen. Zeit um die Augen zu schließen, tief durchzuatmen und sie wieder zu öffnen. Zeit um festzustellen, dass das real ist und gerade passiert. Zeit um zu realisieren, dass wir uns sehr glücklich schätzen können gesund zu sein, Familie und Freunde zu haben, auf die wir uns verlassen können, und die Chance genutzt zu haben diese Reise zu machen.

Wir verbringen knapp zwei Stunden bei der BOH-Teeplantage und besichtigen die Gegend aus jedem möglichen Winkel. Die Cameron Highlands bieten neben Tee jedoch auch noch einige andere Plantagen – zum Beispiel Bienen, Schmetterlinge, Blumen, Erdbeeren.

Erdbeer-Eis am Stiel!
Erdbeer-Eis und der Tag ist gerettet! Foto: Lena Pres

Meine innere Erdbeerprinzessin wurde selbstverständlich sofort wieder zum Leben erweckt, nachdem sie sich schon in den Winterschlaf  begeben hatte. Das Signalwort Erdbeeren erweckt in mir ein Bedürfnis, das kaum zu stillen ist. So gab es für mich auf dem Markt vor dem Ort Brinchang Erdbeereis, Erdbeershake und Erdbeeren pur. Frische Erdbeeren im November – das schmeckte gleich doppelt gut.

Die Temperatur in den Cameron Highlands ist verhältnismäßig niedrig und laut Reiseführer steigt sie nie über 24 Grad. Perfektes Erdbeerwetter! Während ich mir gedanklich vorstelle für immer in den Cameron Highlands zu bleiben um immer Erdbeeren essen zu können, wird die Zeit langsam knapp. Am Ende hätten wir den Roller sogar noch für ein, zwei Stunden länger haben können, aber wir mussten unseren Bus nach George Town bekommen.

Und es gilt bereits nach einer Nacht wieder Abschied zu nehmen vom Erdbeerparadies. Unser Fazit? Die Cameron Highlands sind ein absolutes Must-See in Malaysia!

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