Flugzeug-Mythen im Check | reisereporter.de

Aufgeklärt: Die größten Mythen rund ums Fliegen

Schmeckt Tomatensaft im Flieger besser und ist ein Blitzeinschlag eigentlich gefährlich? Schluss mit Halbwissen! Wir verraten dir, welche Flugmythen wirklich stimmen – und welche nicht.

Ein Kind drückt einen Knopf über dem Sitzplatz im Flugzeug.
Viele Flugmythen halten sich hartnäckig – obwohl sie nicht stimmen (Symbolfoto).

Foto: unsplash.com/Steven Thompson

Mythos eins: Beste Flugroute = kürzeste Strecke

Falsch. Für eine Airline ist es nämlich am wichtigsten, so schnell wie möglich das Ziel zu erreichen, da jede zusätzliche Minute Hunderte Euro Mehrkosten verursacht. Und die schnellste Route ist nicht unbedingt auch die kürzeste. 

Grund dafür ist die Windrichtung auf der Erde: Flugzeuge, die von Westen nach Osten fliegen, sind schneller, weil sie quasi mit Rückenwind fliegen. Für Langstreckenflüge, die fast einmal um den Globus führen, ist das besonders ausschlaggebend. So änderte beispielsweise Air India ihre Route nach San Francisco und fliegt jetzt zwar fast 1.500 Kilometer extra, spart aber trotzdem mehr als 10.000 US-Dollar Flugkosten und zwei Flugstunden ein, berichtete die „Washington Post“

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Mythos zwei: Fliegen macht krank

Nein, das ist definitiv ein Mythos. Auch wenn viele vielleicht meinen, sie würden nach dem Fliegen krank: Das liegt nicht an der Lüftung im Flugzeug, die Bakterien und Viren lustig durch die Kabine pustet. Im Gegenteil: Du solltest die Lüftung im Flieger nicht ausschalten.

Wenn du nach einem Flug trotzdem krank wirst, liegt das vielleicht daran, dass dein Nachbar dich angeniest hat, oder an Bakterien auf Tisch und Klotür – das sind allerdings auch nicht mehr als auf jedem Aufzugknopf.

Mythos drei: Bei Turbulenzen fällt das Flugzeug Hunderte Meter

Ganz so schlimm sind Turbulenzen meistens nicht, es sind üblicherweise nur wenige Meter, maximal 30, nach unten. Unsere Wahrnehmung spielt uns da ganz einfach Streiche. Es fühlt sich schlimmer an, als es ist.

Nur in absoluten Ausnahmefällen kann es passieren, dass ein Flugzeug durch Turbulenzen mehr als Hundert Meter absackt. Wie gefährlich können Turbulenzen werden? Der reisereporter hat bei Experten nachgefragt

Mythos vier: First Class ist besser als Economyclass

Stimmt nicht – nun ja, zumindest nicht, was die Sicherheit angeht. Statistiken zeigen nämlich, dass die Wahrscheinlichkeit, bei einem Flugzeugabsturz ums Leben zu kommen, im vorderen Teil des Flugzeugs am größten ist. Also da, wo meistens die gehobenen Sitzklassen untergebracht sind. Die sichersten Plätze im Flugzeug sind übrigens die mittleren in der letzten Reihe. 



Mythos fünf: Die Flugzeugtür lässt sich während des Fluges öffnen

Zum Glück nicht! Die Vorstellung, aus 3.000 Metern Höhe zu fallen, wenn du die Tür wirklich mitten im Flug öffnen könntest, ist auch ziemlich gruselig. Weil aber zwischen Flugzeug und Umgebung ein zu großer Druckunterschied liegt, ist das gar nicht erst möglich.



Mythos sechs: Flugzeugklos werden über dem Meer ausgeleert

Stell dir vor, du liegst auf dem Sonnendeck deiner Segeljacht mitten im Atlantik und plötzlich… Lassen wir das. Denn Flugzeugtoiletten werden natürlich nicht einfach während des Flugs ausgelehrt, sobald sich der Flieger über einem Meer befindet.

Flugzeugtoiletten sind so genannte Vakuumklos – der Inhalt der Schüssel wird durch Unterdruck weggesaugt und in einem Tank gesammelt. Und dieser wird ganz ordnungsgemäß am Flughafen entleert, so der „Telegraph“.

Mythos sieben: Blitzeinschläge in das Flugzeug sind gefährlich

Mit dem Flugzeug ist es wie mit dem Auto: Du bist hier während eines Gewitters (ziemlich) sicher aufgehoben. Weil es sich bei beiden Transportmitteln um sogenannte Faradaysche Käfige handelt, können Blitze nicht in Flugzeuge eindringen.

Trotzdem können sie in seltenen Fällen einigen Schaden anrichten. Spektakulär sieht ein Blitzeinschlag ins Flugzeug allemal aus, wie ein Video vom Flughafen Amsterdam zeigt



Mythos acht: Wenn alle Motoren ausfallen, stürzt das Flugzeug sofort ab

Nein. Selbst für den unwahrscheinlichen Fall, dass bei einer Maschine alle Motoren ausfallen, kann ein Flugzeug auf Flughöhe noch für mehr als 100 Kilometer weitergleiten, bevor es landen muss. 

Mythos neun: Tomatensaft im Flugzeug schmeckt besser

Das stimmt tatsächlich. Der Hauptgrund, warum viele Nahrungsmittel im Flieger anders schmecken als auf dem Boden, ist der Niedrigdruck. Durch den schmecken wir alles in etwa so, als wären wir verschnupft – außer Würziges wie Tomatensaft.

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