Tipps für den Roadtrip an der Costa de la Luz | reisereporter.de

Costa de la Luz: Die schönsten Roadtrip-Stopps

Ein Roadtrip entlang des wilden Atlantiks von Tarifa bis in die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Andalusiens: Cádiz. reisereporterin Dörte nimmt dich mit zu ihren Highlights an der Costa de la Luz.

Blick auf die Dächer der Provinz Cádiz.
Weiße Häuser liegen in der Provinz Cádiz entlang der Atlantikküste.

Foto: Dörte Nohrten

Malaga, Marbella, Estepona, Gibraltar… Die Mittelmeerküste scheint kein Ende zu nehmen, weit und breit kein bisschen Grün, alles ist zubetoniert. Doch dann, dann wird es plötzlich ruhiger, stiller, grüner, es geht eine Bergstraße hinauf. Und ganz oben, am Mirador del Estrecho, geht schließlich dein Herz auf.

Verweile hier ein wenig und sauge die Stimmung ein, denn da drüben, da liegt Afrika. Schiffe passieren die Straße von Gibraltar, die Meerenge zwischen Mittelmeer und Atlantik, Wind kommt auf. Fährst du ein Stückchen weiter, öffnet sich der Blick ein weiteres Mal.

Vor dir leuchtet Tarifas kilometerlanger Playa de Los Lances, Europas Kitesurfing-Mekka. 300 Tage Wind im Jahr. Im Himmel eine Wolke von bunten Kitesegeln, im Hinterland erhebt sich schützend die Sierra. Stell dein Auto ab, lauf hinunter an den Strand, atme tief ein und aus und staune: Willkommen an der Costa de la Luz.

Kitesurfen an der Playa de Los Lances in Andalusien.
Perfektes Wetter zum Kitesurfen: In Tarifa an der Playa de Los Lances siehst du schon von Weitem die bunten Kitesegel. Foto: Dörte Nohrten

Tarifa: Ein Hauch von Afrika

In dieser Traumkulisse könntest du dich gleich in eine der vielen Surfschulen einquartieren – oder wie wäre es mit einem privaten Strandbungalow direkt am Meer? Auch der Traum von einem Strandausritt liegt von hier nur ein Pinienwäldchen entfernt. 

Im Ort selbst geht es international und quirlig zu. Lass dich kreuz und quer durch die Gassen der weißen Altstadt von Tarifa treiben. Von mittelalterlichen Mauern ist sie umgeben, und überall kannst du die einstige Herrschaft der Mauren spüren. Wie wäre es, dich nun selbst aufzumachen in das Land, aus dem sie einst kamen! Täglich verkehren Fähren hinüber ins marokkanische Tanger. (Hierfür brauchst du einen Reisepass, der noch ein halbes Jahr gültig ist.)

Oder findest du es schöner, dem Singen der Wale und Delfine zu lauschen? Von einer zweistündigen Forschungsausfahrt bis hin zum einwöchigen Intensivkurs kannst du den Meeresbewohnern hier ganz nah sein.

Du siehst, dieses Fleckchen Erde allein ist schon so vielfältig, dass du gar nicht weiterfahren bräuchtest. Doch lies selbst, was dir dann alles entgehen würde.

Mirador del Estrecho mit Blick nach Afrika.
Was für eine Aussicht: Am Mirador del Estrecho kannst du bis nach Afrika gucken. Innehalten und genießen! Foto: Dörte Nohrten

Bolonia: Megadüne und römische Spuren

Über Valdevaqueros und Punta Paloma (großartiger Campingplatz, auch mit Bungalows) geht es weiter. Von der Landstraße links abzweigend, kurvst du auf schlängeligen Wegen weiter durch viel Grün und Braun, bergauf und bergab bis an die traumhafte Bucht von Bolonia. Eine riesige Düne erhebt sich am Ende dieses goldenen Strandes.

Kraxel hinauf und genieß die 360-Grad-Aussicht von ihrem Gipfel aus über die Küste, den Atlantik, die Pinienlandschaft. Lass dich dann hinunterrollen wie ein Weinfass, und zwar direkt hinein die brausenden Wellen. Und: Fahr nicht weiter, bevor du die römische Ruinenstadt Baelo Claudia erkundet hast. Bereits im zweiten Jahrhundert vor Christus gründeten die Römer diese Stätte für die Thunfischverarbeitung. 

Wer es so ruhig und abgeschieden mag wie hier in Bolonia, wird im familiären Hostal La Hormiga Voladora ein bezauberndes Übernachtungsplätzchen finden. Unbedingt nach einem Zimmer mit Terrasse und Meerblick fragen.

Vejer de la Frontera: Das Sahneschnittchen

Zurück auf der Carretera geht es weiter durch die sanfte Hügellandschaft Andalusiens, vorbei an unzähligen Windrädern und so manchem furchteinflößenden Stier. Mal ist er lebensecht, mal prahlt ein Toro in Übergröße. Schließlich taucht wie aus dem Nichts ein Berg vor dir auf. Seine Spitze schimmert weiß wie ein Sahnehäubchen.

Doch dies ist weder ein Tortenguss noch ist es Schnee. Dies ist Vejer de la Frontera, die Schöne, die wohl jedes andere Dorf an diesem Küstenstreifen in den Schatten stellt. Wie Zuckerwürfel kleben die typischen kubischen, weiß getünchten Häuser dieser Region voreinander, aneinander, übereinander.

Vejers herausgeputzte Gassen gleichen einem Labyrinth. Und in diesem verbergen sich tolle Tapasbars und jede Menge Kunsthandwerk. Einen herrlich weiten Ausblick auf andalusische Weiten genießt du tagsüber am Rande des Ortes in der Calle de la Corredera.

Wie wäre es mit landestypischem Pulpo (Tintenfisch) im angesagten Las Delicias oder einem Café con Leche in der Bar Corredera 55, bevor es weiter geht ins Wellenreiterparadies? Auf dem Weg dorthin solltest du übrigens dringend einen Abstecher an das geschichtsträchtige Kap Trafalgar einplanen.

El Palmar: Yoga, Surf, Sleep – Repeat

Ach, El Palmar, du weißt eben einfach, wie es geht beziehungsweise wie es auch einfach geht. Schlummerst da so bescheiden vor dich hin mit deinen entspannten Bars, deinen Surfschulen und Yogacamps, wie „La Luz Surf“, „Nexo Surfcamp“ oder „A-Frame“.

Das Meer steht dir mindestens genauso gut wie all diese entspannten Menschen, denen du täglich ein Lächeln in ihre sonnengebräunten Gesichter zauberst. Du weißt ja nicht, wie gut du es hast. Allabendlich dieser hypnotische Sonnenuntergang, untermalt von chilliger Ambient Music, die aus den Bars rieselt.

Gut, vielleicht hättest du auch gern ein paar Kirchen oder historische Gebäude oder überhaupt ein wenig mehr Infrastruktur, als deine staubigen Wege es hergeben. Das verstehe ich gut. Aber mach dir nichts draus, nach Conil ist es ja nicht weit, und hier, ein wenig ab vom Trubel, hast du immerhin noch halbwegs deine Ruhe – und fast immer die perfekte Welle. Bleib so, wie du bist.

Conil de la Frontera: „Hola, cómo estas?“

Kaum ein Spanier, der Conil nicht kennt. In den Sommerferien platzt der Ort förmlich aus allen Nähten. Kein Wunder, denn das schneeweiße alte Fischerörtchen mit seinen gut 20.000 Einwohnern schmiegt sich einfach so perfekt an diesen traumhaft weiten, unendlichen Sandstrand, dass hier bisweilen sogar Kühe einen Strandspaziergang genießen.

Betörende Sonnenuntergänge tauchen diese Kulisse regelmäßig in ein goldenes Licht. Nirgendwo wirst du die Sonne schöner ins Meer hinabtauchen sehen als von Conils legendären Strandbars, genannt Chiringuitos. 

Du möchtest endlich eine spanische Speisekarte verstehen oder mit Andalusiern ins Gespräch kommen? Dann musst du dich jetzt nur noch zwischen zwei ansässigen Sprachschulen entscheiden, in eine ihrer Schul-WGs ziehen, und du kannst sofort mit dem Vokabelbüffeln beginnen. Deine Hausaufgaben nimmst du am Nachmittag einfach mit an den Strand und probierst neu erworbene Spanischkenntnisse am Abend direkt aus, etwa in der kleinen, feinen Tapasbar Camelo

Es mag sein, dass dir das Aufstehen am nächsten Morgen nach einem ausgiebigen Bummel durch Conils quirlige Bars ein wenig schwerer fällt. Doch für diesen Fall wurde schließlich die Siesta erfunden.

Hier sind zwei empfehlenswerte Sprachschulen:

Academia Andaluza“, geöffnet von März bis November. Die Schule bietet auch Englisch und Französisch. Wohnen in Gastfamilien ist ebenfalls möglich.

Academia Atlantika“, geöffnet von Februar bis November. Dies ist eine etwas größere Schule, die auch öfter mal von deutschen Schulklassen besucht wird.

Kühe am Strand in Conil.
Ein altes Fischerörtchen: Nicht nur Touristen, sondern auch Kühe genießen die Strände von Conil. Foto: Dörte Nohrten

Cádiz: Andalusiens Atlantikperle

Nach so viel Sand, Strand und Meer möchtest du endlich wieder etwas Stadtluft schnuppern? Dann auf nach Cádiz! Ganz am Ende der ins Meer ragenden Landzunge liegt die Altstadt wie eine Schmuckschatulle inmitten des Atlantikblaus.

Herrlich, bei Meeresrauschen an ihrer sonnigen Promenade entlangzuschlendern, orientierungslos in den verwirrenden Altstadtgassen verloren zu gehen. Wenn du magst, frage einen Gaditano (so nennen sich die Bewohner von Cádiz) nach dem Weg zum Torre Tavira. Denn einen schöneren Rundumblick auf das weiße Häusermeer, die Kathedrale aus dem 18. Jahrhundert und den Hafen wirst du in Cádiz nicht finden.

Schon Jahrhunderte vor Christus haben Phönizier sich hier niedergelassen, bevor später die Römer übernahmen. Im Museum erfährst du mehr über die jahrtausendealte Geschichte dieser Stadt, in der Kreuzfahrtschiffe vor Anker gehen und Fähren ihre Leinen Richtung Kanaren losmachen.

Alternativ kannst du dich durch die Gassen shoppen und schon mal für einen feurigen Flamencoabend aufhübschen, zum Beispiel in der Taberna La Cava. Olé!

Eingangstor in Tarifa.
Hereinspaziert: Das sehr gut erhaltene Eingangstor führt direkt in die Altstadt. Foto: Dörte Nohrten

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