Lena & Oleg auf Weltreise: Malaysia | reisereporter.de

Lena & Oleg auf Weltreise: Das gemütlichste Bett der Welt

Lena (25) und Oleg (27) aus Hannover haben es getan: Sie haben ein One-Way-Ticket in die Freiheit gekauft und sind auf Weltreise. Gerade sind sie auf Rundreise durch Malaysia. Beim reisereporter lassen sie dich am Abenteuer ihres Lebens teilhaben.

Lena sitzt auf einer Schaukel in Ipoh.
Lena genießt die kurze Auszeit.

Foto: Lena Pres

Hyperaktive Hunde, die schwierige Suche nach einer Unterkunft und die noch schwierigere Suche nach leckerem Essen – das waren die ersten Eindrücke aus Malaysia, von denen Lena und Oleg im letzten Teil des Reisetagebuchs erzählt haben. Und so erlebten sie den dritten und den vierten Tag in Malaysia:

Malaysia-Rundreise: Tag 3

Das Galaxy Inn hat uns nicht enttäuscht und wir haben einiges an Schlaf nachgeholt. Drei Minuten vor letztmöglichem Check-out geben wir unsere Schlüssel ab und begeben uns für einen Mittagssnack zum indischen Buffet (Nasi Kander).

Heute geht es weiter nach Ipoh! Wir haben uns den Zeitplan für die Busse von Lumut nach Ipoh nicht vorher angeschaut und werden bestraft. Um zwei Minuten verpassen wir unseren Bus und verschaffen uns weitere anderthalb Stunden in Lumut. In diesem Abstand fahren regelmäßig und täglich Busse für 11 Ringgit (rund 2,20 Euro) pro Person nach Ipoh.

Auch dieser Bus ist absolut akzeptabel – etwas älter, aber klimatisiert und recht sauber. Aus unerklärlichen Gründen muss es unseren Herrn Busfahrer entspannen, dem Rauschen des Radios zu lauschen. Dem Rauschen, wenn das Radio keine Sender findet und andere Menschen das Radio ausschalten. Nicht er. Nach zwei Stunden rauschender Fahrt werden wir am Busbahnhof Amanjaya in Ipoh abgesetzt.

Auch in Ipoh hatten wir uns keine Unterkunft reserviert, aber vorher eine im Internet rausgesucht. Wir fragten noch bei ein paar anderen Unterkünften an, entschieden uns dann aber für unsere Vorauswahl: das Container Hotel Ipoh. Und mit dieser Wahl sind wir superzufrieden. Ich bezweifle, dass es eine bessere Unterkunft in unserem Budget in Ipoh gibt. Wir landen in einem Dorm: Es ist superbequem, modern und neu, sehr sauber.

Letztlich geht es in Ipoh immer um das richtige Timing: Die Stadt hat ihren eigenen Rhythmus.

Auf dem Weg zum Hostel wirkt die Stadt eher verlassen und leer – nicht wie eine Großstadt. Immer mal wieder gibt es Straßen, in denen wir weder Menschen noch Autos sehen. Als fünftgrößte Stadt in Malaysia wundert uns das, überrascht uns aber nicht. Wir haben bereits in anderen Reiseberichten davon gelesen und unsere Erwartungen niedrig gehalten.

Letztlich geht es in Ipoh immer um das richtige Timing: Die Stadt hat ihren eigenen Rhythmus, den du nach ein paar Tagen vor Ort finden kannst. Und je mehr du dich diesem Timing anpasst, desto mehr kannst du die Vorzüge der Stadt genießen. An unserem ersten Abend gab es diese Erkenntnis allerdings noch nicht. Und in hungrigem Zustand hat sie uns nicht viel gebracht.

Umso mehr Glück hatten wir, das Lokal Miker zu entdecken. Wir wurden von einem Hipster-ähnlichen jungen, sympathischen Mann Anfang dreißig empfangen und in jeder Minute des Bestellvorgangs unterstützt. Er hat uns die Karte erklärt und bei der Bestellung geholfen. Wir haben dort sehr lecker und günstig gespeist. Jederzeit wieder!

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Malaysia-Rundreise: Tag 4

Oh, wir haben so lang geschlafen! Ich weiß nicht, ob ich seit Beginn der Weltreise jemals in einem so bequemen Bett geschlafen habe. Es war superkuschelig und gemütlich. So war es uns nicht möglich, vor Mittag das Hostel zu verlassen – vielleicht ein Fehler.

Jetzt brauchten wir Frühstück, und wir hatten gelesen, dass es in Ipoh guten Kaffee gibt. Das schauen wir uns immer gern an! White Coffee hat eine Tradition, die bis 1937 zurückreicht, und so besuchen wir das Lokal Sin Yoon Long, in dem es hervorragenden Kopi (Kaffee) geben soll.

Oleg fotografiert in einem Café.
Kreative Pause :-) Foto: Lena Pres

Für 2,10 Ringgit bekommen wir ein großes Glas Iced Kopi: starken, süßen, leckeren Kaffee mit einer großen Portion Eiswürfel. Direkt nebenan gibt es eine vielfältige Auswahl an Gebäck, welches wir uns zu dem Kaffee besorgen. Ein klasse Frühstück! Später sollten wir feststellen, dass der starke Kaffee mich mal wieder die halbe Nacht wachhalten konnte. Eine wahre Koffeinbombe (für mich, die kein Koffein verträgt, aber trotzdem niemals auf guten Kaffee verzichten mag)!

Es geht weiter Richtung Bahnhof und am Clocktower vorbei. Direkt beim Clocktower gibt es einen Food-Court zu günstigen Preisen und mit einer großen Auswahl an Essen. Super Sache!

Leider fängt es während dieser Snackzeit an, wie aus Eimern zu schütten, und so ist unser Sightseeing-Tag bereits nach rund 500 Metern Fußweg erledigt. Später am Abend schaffen wir es mit Regenschirm und großem Hunger erneut, das Hostel zu verlassen – auf Nahrungssuche.

Der Clocktower in Ipoh.
Direkt beim Clocktower gibt es einen Food-Court. Foto: Lena Pres

Das gestaltet sich ab 18 Uhr schwieriger als angenommen. Wir hoffen auf Miker, aber es scheint, als sei das Lokal geschlossen. Montags ist auch in Ipoh zum Teil Ruhetag. Kein Problem, wir haben uns noch nicht viel bewegt und wollen die Stadt auf der anderen Seite vom Fluss sehen. Wir lesen von einem Nightmarket und machen uns auf den Weg.

Und wir finden lange nichts. Es ist das typische Ipoh-Syndrom: Viele verschlossene Läden und Lokale. Wir treffen auf eine Straße, die aussieht wie ein kleines Chinatown in Ipoh und werden in der Ecke fündig. Leider wählen wir das falsche Lokal – fettiges, überteuertes Essen. Und satt sind wir auch nicht. Da der Tag Sightseeing-technisch ins Wasser gefallen ist, beschließen wir, unseren Aufenthalt in Ipoh um eine Nacht zu verlängern.

Street-Art auf einer Wand in Ipoh.
Street-Art in Ipoh. Foto: Lena Pres

Warum? Weil Ipoh eine Street-Art-Perle ist. Und davon wollen wir uns ein eigenes Bild machen. Unsere Unterkunft liegt perfekt, um die vielen Street-Art-Spots fußläufig zu erreichen, und auf einmal gibt es sogar ein paar mehr Touristen, die uns begegnen.

Ipoh ist für uns die Stadt, die macht, was ihr gefällt. Wie Pippi Langstrumpf.

Auf der offiziellen Straßenkarte gibt es sieben eingezeichnete Street-Art-Orte, die wir besuchen können. Wir haben bei unserem Stadtbummel sicherlich mehr gesehen – man muss nur eifrig durch jede der Straßen der Altstadt von vorn bis hinten marschieren. Es macht Spaß, die verschiedenen Motive zu suchen – fast wie eine Schnitzeljagd.

Ipoh, eine Stadt mit knapp 700.000 Einwohnern, bleibt für uns eine mysteriöse Stadt, die fast so wirkt, als seien wir auf dem Land. Es gibt Ruhetage, späte Öffnungszeiten und frühe Schließungen von Lokalen und Geschäften. Es passiert wirklich, dass wir 500 Meter weit laufen und um 18.30 Uhr auf nicht ein offenes Geschäft trifft. Manche Lokale wirken eher, als würden sie nicht planen, jemals wieder zu öffnen. Mittags hingegen sind wir häufig überrascht von der Menge an Menschen, die auf einmal auf der Straße unterwegs ist.

Oleg fotografiert eine Straße in Ipoh.
Maroder Charme in Ipoh – Lena und Oleg gefällt’s. Foto: Lena Pres

Ipoh ist für uns die Stadt, die macht, was ihr gefällt. Wie Pippi Langstrumpf. Damit passt sie eigentlich ganz gut zu mir, und ihr Mysterium macht sie für mich interessant. Es wirkt, als gebe es noch so viel zu entdecken und als könnten wir die beste Zeit in dieser Stadt haben, sobald wir ihren Rhythmus gefunden haben.

Das schützt die Stadt vor schnell vorbeirasenden Touristen, die nur mal eben ein Foto vor einer Street-Art-Wand schießen wollen. Bleib, wie du bist, Ipoh. Ich mag dich.

Bis bald,
deine Lena

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